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Spiegelwelten:Relegationsspiel für die UM 2012 - Russland vs Deutschland

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Es moderiert: Peter Lustig

Hallo liebe Kinder. Ich bin der Peter. Und heute sehen wir uns mal was ganz besonderes an. Nämlich ein Fußballspiel. Fußball, das ist eigentlich eine ganz einfache Sache. Da habt ihr einen Ball, 22 Leute, die damit spielen wollen und einen Mann, der immer herumläuft und Fehlentscheidungen trifft. Der nennt sich dann Schiedsrichter.

Ja und heute spielen dann die Deutschen, das sind die Jungs da unten in den grünen Trikots und der weißen Hose, gegen die Russen. Die wechseln die Hosen immer, wenn sie auf der anderen Spielfeldseite spielen. Das müsst ihr euch so vorstellen wie bei euch abends, wenn ihr in die Wanne steigt und danach eine andere Hose anzieht, als ihr vorher anhattet. Nur halt ohne Wanne. Klingt komisch, ist aber so. Und wenn ihr euch die Russen mal genau anseht, dann zählt sie mal durch. Na, schon gezählt? Richtig: Es sind 16 und nicht 11! Das kommt daher, dass die Russen einen anderen Fußball spielen als die Deutschen und deshalb mehr Leute auf dem Feld haben. Das muss einfach so sein.

Nun, dieses Spiel heute ist gaaanz besonders wichtig. Denn wer heute gewinnt, der spielt mit bei der UM in diesem Sommer. UM, das ist, wenn ganz viele Teams aus ganz vielen Ländern gegeneinander spielen und euer Vater dann den ganzen Tag nur Fußball guckt, anstatt mit Mama zu sprechen. Kennt ihr bestimmt. Und weil das beide Teams gern machen möchten, es aber nur einer kann, wird heute darüber entschieden. Ist eigentlich ganz einfach, kann aber auch kompliziert sein. Je nachdem, wie so ein Spiel läuft. Aber das zeige ich euch später noch.

Die Mannschaften jedenfalls stehen jetzt auf dem Spielfeld und freuen sich auf den Anpfiff. Jetzt noch kurz die Beine ausschlackern. Ja, dann kann es auch losgehen. Hier noch mal einen Blick auf den Schiedsrichter, das ist heute dieser nette Mann hier: Jacques Le Sac aus dem Franzoséland. Der sieht lustig aus und kann auch ganz toll seine Trillerpfeife bedienen.

So. Ich könnte jetzt noch ein paar Sachen erklären, aber das kann man ja später auch noch machen. Später, weil ich jetzt keine Lust dazu habe.

Erste Halbzeit[Bearbeiten]

1. Minute[Bearbeiten]

So. Der Schiedsrichter bläst seine Pfeife – das tut er jetzt – und dann stoßen die Russen an. Blachin, das ist der alte Mann, der jetzt gerade am Ball war, schlägt den Ball weit nach vorn. Und da ist keiner. Das, liebe Kinder, nennt man einen Fehlpass. Den schlägt man dann, wenn man entweder kein Fußball spielen kann, oder ganz doll besoffen ist. Und das sind Russen meistens. Nicht immer, aber immer öfter.

3. Minute[Bearbeiten]

Russische Heimathmosphäre - Pure Ekstase bei den Fans

Ja, während die Deutschen den Ball jetzt selber haben, noch ein paar Worte zum Stadion. Stadion, das ist der Ort, wo die Leute hingehen, um sich zu betrinken, dabei ganz laut zu schreien und dann zusammen Fußball zu gucken. Und dieses Stadion heute ist in Sankt Stalingrad. Das ist die Hauptstadt von Russland. Deutschland hat auch eine, die heißt aber anders. Klingt komisch, ist aber so.

Heute Nachmittag hat es hier geschneit. Tut es eigentlich fast immer, denn Russland ist ein sehr kaltes Land. Das liegt daran, dass Russland nicht dort liegt, wo es warm ist, wie in der Südsee zum Beispiel. Dabei liegt die ganz in der Nähe. Das klingt diesmal auch nicht nur komisch. Und weil es hier so viel geschneit hat, finden die Deutschen den weißen Ball leider nicht wieder, obwohl sie ganz doll suchen und im Schnee graben. Das macht bestimmt viel Spaß, ist aber nicht Sinn der Sache, denn so geht das Spiel nicht weiter. Den Russen ist das scheinbar recht egal, den Schnee kennen sie ja schon. Sie wärmen sich stattdessen lieber mit Wodka auf. Und was das eigentlich ist, erkläre ich euch, wenn ihr älter seid.

7. Minute[Bearbeiten]

Wie ihr nun sehen könnt, haben die Deutschen ihre Spielhälfte auf ihrer lustigen Suche nach dem Spielgerät, also dem Ball, bereits ganz ordentlich umgegraben. Das sieht etwa so aus, als würde euer Opa im Frühjahr neue Bäume in eurem Garten pflanzen, auf denen ihr schön herumklettern und eine Schaukel dran befestigen könnt. Nun, Bäume können die Deutschen hier nicht pflanzen, denn die würden hier erfrieren. Aber das Loch im Boden haben sie trotzdem gemacht und schütten die Erde fein säuberlich vor sich auf. Das sieht ja schon mal toll aus. Den Ball haben sie trotzdem nicht gefunden. Nur ein alter Stahlhelm und ein rostiges Gewehr. Gewehre sind eine schlimme Sache, aber man kann damit auch auf Hirsche schießen. Und die schmecken dann gut. Auf Menschen schießt man aber für gewöhnlich nicht. Die schmecken auch nicht so gut.

9. Minute[Bearbeiten]

In der Russischen Hälfte des Spielfeldes wurde das, was die Deutschen da machen, bislang nicht für so spannend befunden. Im Boden graben können auch Russen sehr gut, auch wenn der immer gefroren ist. Aber die Art, wie die Deutschen da die Erde aufschaufeln, ein Deutscher sich den lustigen Helm aus Spaß aufgesetzt und das Gewehr in die Luft hält... das scheint ihnen nicht zu gefallen. Und ja, im Tor der Russen – das Tor ist dieser halbe Hamsterkäfig an jeder Ende des Spielfeldes – da steht ein wütender kleiner Mann, der Zar. Und der springt jetzt lustig auf und ab wie ein Quietschentchen bei hohem Wellengang und gestikuliert wie euer Nachbar, bevor die Ärzte ihn abholen.

Aber siehe da: Die anderen haben es verstanden, ziehen alle ein paar Waffen aus der Hose und fangen ihrerseits an zu graben. Und wenn ich das so richtig verstehe, hat Russland Deutschland jetzt den Krieg erklärt, weil sie das Gewehr und den Helm als Angriff werten. Nun, das ist jetzt doof, weil Krieg, das ist, wenn ganz viele Menschen sich ganz doll und ohne nennenswerten Grund hassen, am Ende alle tot sind und Guido Knopp ganz viele Filme drüber macht. Und das, liebe Kinder, wollt ihr nicht erleben. Ich habe es, denn ich bin noch älter, als ich eh schon aussehe. Klingt tragisch, ist aber so.

12. Minute[Bearbeiten]

So, liebe Kinder. Beide Mannschaften graben jetzt große, lange Löcher. Das nennt man Schützengraben. Das macht man im Krieg so, um sich vor den Schüssen des Gegners zu schützen. Ist ja auch logisch – wenn man sich in der Erde versteckt, kann man nicht getroffen werden.

Beim Krieg ist es wie im Fußball: Es kämpfen zwei Länder gegeneinander, es wird geköpft und geschossen und am Ende hat entweder einer oder gar keiner gewonnen. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber: Ein Fußballspiel dauert immer neunzig Minuten, ein Krieg kann auch mal etwas länger dauern. Aber ihr solltet natürlich trotzdem nach neunzig Minuten abschalten!

19. Minute[Bearbeiten]

Ja Kinder - So etwa sieht ein Graben aus.

Jetzt sind die Schützengräben soweit fertig. Halt, nein! Jetzt wird noch Stacheldraht ins Stadion gebracht. Den bauen die Mannschaften jetzt vor den Schützengräben auf. Das gehört sich so bei einem ordentlichen Schützengraben, denn dann kann der Gegner nicht so leicht über den Platz rennen und in den eigenen Schützengraben springen. Und das ist ja auch gut so, denn sonst wäre die ganze Arbeit ja umsonst gewesen!

24. Minute[Bearbeiten]

Jetzt haben sich alle Spieler in ihren Schützengräben versteckt. Das heißt, jetzt kann gleich der Krieg richtig anfangen. Da kommt der Teil, wo geschossen wird und so. Ihr werdet das gleich sehen, liebe Kinder. Jetzt erheben sich zwei kleine Männer und rufen ganz laut „Zuuuuum Angriff!“ Bei den Russen ist das der Zar und bei den Deutschen ist das der Philipp. Die dürfen den Angriff befehlen, weil sie die Anführer sind. Das ist meistens so, dass die kleinen Leute im Krieg die Anführer sind. Das hängt damit zusammen, dass sie wegen ihrer Kleinheit immer ausgelacht werden und deshalb immer wütend sind. Und weil sie so wütend sind, können sie immer am besten befehlen, dass die andern sich umbringen sollen. Klingt komisch, ist aber so.

25. Minute[Bearbeiten]

Jetzt wurde schon ganz viel geschossen, aber passiert ist noch nichts. So kann das im Krieg eben auch sein, dass sich ganz lange nichts tut. Das kann manchmal sogar viele Jahre dauern. Das wollen wir aber nicht hoffen, ihr müsst ja morgen in die Schule!

Besonders viel schießt bei den Deutschen der Mario mit seinem Gewehr. Aber er scheint einfach nicht zu treffen – egal, was er versucht! Da ärgert er sich bestimmt ganz dolle! Aber jetzt zielt auch der Miro – und er hat getroffen! Und zwar den Vitali von den Russen. Der hat es ja auch besonders schwer, weil er so groß ist und sich deshalb nicht so gut verstecken kann.

Jetzt pfeift der Schiedsrichter das Spiel ab, weil der Vitali nicht weiterspielen kann. Er blutet nämlich ganz doll aus der Schulter. Die Sanitäter tragen ihn mit einer Trage raus und er bekommt Eisspray darauf gesprüht, wo er die Kugel stecken hat. Das scheint nicht so gut zu helfen, deswegen lässt Jacques, der Schiedsrichter, jetzt weiterspielen. Die Russen sind jetzt einer weniger. Sechzehn minus eins, was macht das? Ganz genau, fünfzehn!

27. Minute[Bearbeiten]

Tja, und während der Vitali jetzt vom Doktor behandelt wird und der Doktor versucht, dem Vitali die Kugel aus der Schulter zu ziehen – Plopp, da hat er es geschafft, da sieht man mal, was man mit so einer rostigen Spitzzange alles machen kann... – fragen die Russischen Bauern sich, wie sie die Schüsse der Deutschen erwidern wollen. Denn die Russen haben nur ein altes Bajonett, das technisch etwa 200 Jahre alt ist. 200 Jahre, liebe Kinder, das ist älter, als eure Großeltern sind und nur minimal jünger als die Witze von Mario Barth. Tja, Kinder, aber zumindest haben sie etwas. Ein Bajonett, dass müsst ihr euch so vorstellen wie ein großes Küchenmesser, das vorne auf einen Stock oder ein Gewehr angeklebt wird, um neben dem Schießen oder Schlagen auch noch stechen zu können. Tut doll weh, so etwas. Ja, und die Russischen Bauern – das sind die acht Leute da vorn, die diese ärmlichen, stinkenden Klamotten tragen – bekommen jetzt jeweils so eines in die Hand gedrückt und werden aus dem eigenen Graben an die Front geschickt. Die Front, die ist übrigens vorne, sonst hieße sie Heck. Klingt komisch, ist aber so.

29. Minute[Bearbeiten]

Ja, der Mario.. Der trifft einfach nicht...

Die Bauern sind mittlerweile am deutschen Graben angekommen. Jetzt noch kurz nachgucken, ob die Deutschen das schon bemerkt haben – haben sie. Mario, das ist der große Mann mit der merkwürdigen Frisur, die so ein bisschen aussieht wie bei einem Hahn, kurz bevor er im Topf landet, eröffnet wieder das Feuer. Er trifft aber nicht. Das kommt wohl daher, dass der Mario ganz offenbar kein technisch guter Schütze ist. Deshalb gibt es ja auch Schützenvereine, wo man so etwas lernt. Und wenn man das dann mit Killerspielen verbindet, kann man davon ganz doll Amok laufen, so glauben es jedenfalls die Politiker. Ich halte das für Quatsch mit Soße, denn dann hätte ich auch schon mehrmals Amok laufen müssen und so was deckt meine Versicherung nicht ab. Wie das bei euch aussieht, müsst ihr aber euren Papa fragen, wenn er aus der Kneipe kommt.

Die anderen Deutschen bemerken nun, dass sie eigentlich überhaupt nicht für einen Stellungskrieg ausgerüstet sind. Stellungskriege sind heutzutage auch eher eine Seltenheit, aber früher, wo die Leute noch nicht den Tag mit Internet und Fernsehen verbrachten, da war noch genug Zeit da, um den ganzen Tag bewaffnet im Schützengraben zu hocken und auf Russen zu warten. Das können euch eure Großeltern bestimmt bestätigen.

31. Minute[Bearbeiten]

Der deutsche Trainer, das ist der Jogi, dieser Mann, der so lustig redet und dabei ganz doll teure Anzüge trägt, wird jetzt auch aktiv und brüllt seiner Mannschaft seine Anweisungen entgegen. Aber wie schade, die verstehen überhaupt nichts, weil der Jogi so einen lustigen Akzent hat, den man nur in der entlegensten Ecke Deutschlands spricht. Deshalb rennen nun alle im Kreis und hoffen darauf, dass irgendwas von dem, was sie da tun, nun das richtige war. Die Russen sind davon aber offensichtlich stark irritiert und gucken ganz komisch. Und ja, das hat ihren Sturm auf die deutschen Gräben erst einmal gestoppt. Die Russen bleiben etwa fünf Meter vor den Deutschen stehen und setzen sich nun erst mal in den Schnee. Das macht ja auch Spaß, so im Schnee zu hocken und den Deutschen beim Umherlaufen zuzugucken....

38. Minute[Bearbeiten]

Mittlerweile haben die Russen ein Lagerfeuer gemacht, braten einen frisch gefangenen Bären – Wo der so plötzlich herkam weiß ich auch nicht, aber in Russland leben halt noch so viele Bären, dass man mal spontan auf dem Platz einen fangen kann – und belagern auf diese Art und Weise die Deutschen. Zwar hält der Mario das Feuer aufrecht – aber wie tragisch, der trifft auch aus fünf Metern überhaupt nichts.

Die anderen Deutschen sind auf ihrer Suche nach einer geeigneten Waffe auf das Ballnetz aufmerksam geworden. Jeder schnappt sich einen Ball und wirft ihn auf die Russen. Das ist gemein, hilft aber ganz gut. Die Russen stehen nun unter einem Feuer von geworfenen Fußbällen. Das ist so ähnlich wie Völkerball bei euch in der Schule, nicht wahr? Nur das beide keinen König haben, sondern die Russen einen Zar und die Deutschen einen Kaiser – aber der ist nicht einmal da.

43. Minute[Bearbeiten]

Seit ein paar Minuten geht nun das Ballfeuer hin und her. Einer wirft den anderen ab und alles sieht aus wie auf einem lustigen Kindergeburtstag. So kommt man irgendwie auch nicht weiter. Aber so etwas ist im Krieg ganz normal. Es wird chaotisch hin- und hergeschossen und am Ende ist keiner klüger als vorher. Aber die Russen haben sich jetzt offenbar was ausgedacht: Sie haben die Deutschen umstellt, werfen nicht mehr zurück und behalten die Bälle einfach bei sich, um den Ballnachschub der Deutschen aufzuhalten. Das ist der gefürchtete Kessel von Sankt Stalingrad. So etwas in der Art hat es vor Jahren auch schon einmal gegeben, aber damals war das nicht ganz so lustig. Macht das deshalb nicht nach, Kinder.

45. Minute[Bearbeiten]

Nun, die Russen stehen immer noch um den deutschen Graben herum und machen nichts. Und die Deutschen haben nichts mehr zum Werfen und werden immer verzweifelter. Das kann noch eine Weile so gehen, liebe Kinder, und darum machen wir jetzt mal eine Viertelstunde Pause. Und ihr schaut euch ganz aufmerksam die Werbung an, die in der Pause läuft und bittet eure Eltern, euch das alles zu kaufen. Denn sonst bekommt der Peter kein Geld und muss aus seinem Bauwagen ausziehen und wieder in seiner großen Villa in Berlin leben. Und das würde den Peter ganz doll traurig machen – ihr wollt doch nicht, dass der Peter traurig wird, oder? Also bis nachher, euer Peter.

Zweite Halbzeit[Bearbeiten]

Nach der Werbung[Bearbeiten]

Mit dabei: Nachbar Paschulke!

Hallo, liebe Kinder! Ich bin's wieder, euer Peter! Unser kleiner Fußballkrieg geht hier gleich weiter. Wie ihr sehen könnt...

[Nachbar Paschulke kommt herein] Ja, Herr Lustig! Was machen Sie denn hier?

Peter: Guten Tag, Herr Paschulke! Ich kommentiere gerade dieses Fußballspiel für das Fernsehen. Aber was machen Sie denn in meiner Reporterkabine?

Paschulke: Uiuiui, das Fernsehen! Das ist ja ein Ding! Ich habe eigentlich nach den Toiletten gesucht, aber ich konnte sie bis jetzt nicht finden.

Peter: Das ist ja auch kein Wunder, Herr Paschulke! Hier in Sankt Stalingrad gibt es gar keine Toiletten, nur Löcher im Boden!

Paschulke: Keine Toiletten? Nur Löcher? Ogottogott...

Peter: Klingt komisch, ist aber so.

46. Minute[Bearbeiten]

Peter: So, liebe Kinder! Habt ihr den Pfiff gehört? Das war der Schiedsrichter und das bedeutet, dass es jetzt weitergeht! Die Mannschaften betreten das Feld...

Paschulke: Ja, was ist das denn?! Die Deutschen fahren mit einem Panzer auf das Feld!

Peter: Tatsächlich! Ich frage mich, wo die so schnell einen Panzer herbekommen haben.

Paschulke: Aber Herr Lustig! Jeder echte Fußballfan weiß doch, dass die Deutschen immer im Panzer anreisen!

Peter: Ach wirklich, Herr Paschulke? Na, zum Glück bin ich nur als Fußballkommentator hier und nicht als Fan!

48. Minute[Bearbeiten]

Peter: Die Deutschen sind jetzt ganz schön auf dem Vormarsch mit ihrem Panzer. Sie kommen zwar nicht so schnell vorwärts durch das völlig umgegrabene Fußballfeld, aber sie sind schon weit hinter der Mittellinie. Die Russen feuern aus ihren Stellungen zwar so doll, wie sie können – aber ihre Kugeln prallen einfach am teutonisch harten Kruppstahl des Panzers ab.

Paschulke: Also so was! Ist das hier überhaupt noch Fußball?

Peter: Eine gute Frage, Herr Paschulke! Ich habe in der Halbzeitpause den Schiedsrichter gefragt. Er meinte, dass das Spiel auch bei Krieg ganz normal weiterläuft.

Paschulke: Das heißt, es eigentlich immer noch darum, den Ball ins gegnerische Tor zu schießen?

Peter: An sich schon. Es müsste nur einer kurz aussteigen und einen der überall herumliegenden Bälle ins Tor schießen. Aber der Krieg macht eben blind für das Wesentliche.

Paschulke: Nein, wie traurig.

54. Minute[Bearbeiten]

Peter: Jetzt sind die Deutschen schon sehr weit an den russischen Schützengraben herangekommen! Lange können die Russen es dort nicht mehr aushalten! Was werden sie wohl tun?

Paschulke: Da! Da rennt einer raus! Das ist doch einer von den Bauern!

Peter: Tatsächlich! Der Sergej ist das! Also wirklich, was macht der denn? Er versucht, mit seinem Bajonett auf den Panzer loszugehen! Das solltet ihr auf keinen Fall nachmachen, liebe Kinder! Das ist nämlich brandgefährlich! Jetzt klettert der arme Wicht auf den Panzer und versucht, die Luke aufzuhebeln. Was für ein Glück, das der Panzer keine Munition hat! Sonst wäre der Sergej nämlich schon lange tot.

Paschulke: Schauen Sie! Die Deutschen haben die Attacke bemerkt! Jetzt öffnet sich die Luke!

Peter: Wie spannend, liebe Kinder! Wer wird wohl herauskommen?

Paschulke: Ich seh es! Es ist der Mesut!

Peter: Jetzt er glotzt den Sergej mit seinen Fischaugen an! Heilige Mutter Gottes, was für ein grauenerregender Anblick! Der Sergej stolpert in entsetzlicher Panik zurück...und jetzt fällt er rückwärts vom Panzer!

Paschulke: Dabei hat der Mesut doch gar nichts gemacht! Ich glaub, er hat ihn noch nicht mal gesehen.

Peter: Aber jetzt liegt der Sergej auf dem Boden und kann nicht mehr aufstehen. Und der Panzer rollt immer weiter! Wird der Sergej jetzt gleich überfahren?! Haltet euch lieber die Augen zu, liebe Kinder!

Paschulke: Aber was ist das? Da rennt einer auf den Platz! Es ist der Jogi!

Peter: Er springt geradezu vor den Panzer! Das solltet ihr auch nicht nachmachen...aber es geht gut! Der Panzer hält an! Der Jogi hat ihn angehalten, damit der Sergej nicht überfahren wird! Was für ein Held!

Paschulke: Nicht ganz, Herr Lustig... Schauen Sie mal genauer hin.

Peter: Oh. Der Jogi wollte eigentlich nur einen Matschfleck abwischen, damit der Panzer wieder richtig stylisch aussieht. Aber in der Zeit konnte der Sergej von seinen Mitspielern gerettet werden. Jetzt reibt der Jogi die Stelle noch mit Nivea ein... Das, liebe Kinder, nennt man Schleichwerbung.

Paschulke: 20% auf alles außer Tiernahrung. Jetzt bei Praktiker!

Peter: Wie bitte, Herr Paschulke?

Paschulke: Ach nichts.

60. Minute[Bearbeiten]

Ja Kinder, und so in etwa sieht der kleine, deutsche Panzer aus. Süß, oder?

Peter: Jetzt wird es spannend. Der deutsche Panzer ist fast am russischen Schützengraben angekommen. Die Russen können nicht mehr entkommen. Werden sie sich jetzt ergeben? Sie...

Paschulke: Huch! Was ist denn jetzt los!

Peter: Ein Schneesturm kommt auf! So etwas passiert, wenn Wasserdampf ganz weit oben in der Atmosphäre gefriert, liebe Kinder. Dann entstehen nämlich Schneeflocken. Wenn dazu noch die Luft an unterschiedlichen Orten verschieden warm ist, bewegt sie sich und es entsteht Wind. Und wenn der Wind ganz stark wird, nennt man das einen Sturm. Und einen Sturm mit Schneeflocken drin nennt man dann einen Schneesturm.

Paschulke: Dass das gerade jetzt passieren muss! Wie ärgerlich!

Peter:Aber Herr Paschulke, hier in Russland ist es so kalt, da kommt das sogar sehr oft vor.

Paschulke: Ach wirklich? Na, das wusst ich nicht.

Peter: Jetzt ist es aber wirklich kalt geworden hier, liebe Kinder! Bestimmt 50 Grad unter Null! In wenigen Minuten ist hier alles mit Schnee bedeckt. Den Russen macht das nichts aus, die kennen das. Aber dem deutschen Panzer gefällt das gar nicht. Er streikt und bleibt einfach stehen. Sieht so aus, als müssten die Deutschen sich etwas Neues einfallen lassen! Oder ist das sogar der Wendepunkt?

63. Minute[Bearbeiten]

So Kinder, der Herr Paschulke ist mal eben eine Bratwurst holen gegangen, deshalb ist der Peter jetzt erst mal wieder alleine. Und während der Krieg in der Phase des Abwartens und gegenseitigen Beobachtens gelandet ist – die macht übrigens 90% der Zeit in allen Kriegen aus – werfen wir doch einmal einen Blick auf den Schiedsrichter, der ist uns bislang noch gar nicht so richtig aufgefallen.

Ja, der Jacques sitzt neben der russischen Trainerbank und trinkt literweise Wein. So etwas ist für Franzosen ganz normal. Ob der Jacques schon gemerkt hat, dass er sich im Krieg befindet? Schauen wir doch mal. Oh, JETZT hat er es gemerkt, schwenkt eine weiße Flagge und haut ab. So etwas nennen Erwachsene „Kapitulation“. Auch das ist für Franzosen normal. Jetzt haben wir aber ein Problem. Ohne Schiedsrichter macht ein Fußballspiel zwar mehr Spaß, ist aber nicht erlaubt. Das gilt übrigens für viele Dinge, die Spaß machen. Wie Drogen nehmen und Autounfälle bauen. Aber das ist eine andere Geschichte.

66. Minute[Bearbeiten]

Einer der neuen Schiedsrichter

So. Jetzt haben wir mal ein wenig gewartet, und siehe da, da kommen die Ersatzschiedsrichter: Die lebenden Leichen der Ramones! Die kommen hier auf den Platz gestiefelt und spielen passend zum Thema den „Blitzkrieg Bop“. Und falls ihr euch jetzt fragt, was diese unheimlichen, langhaarigen Männer da genau tun – so klang Musik damals, als es noch kein DSDS gab und man noch kein austauschbares Dummchen mit einem festgetackerten Dauergrinsen sein musste, um Musik machen zu dürfen. Klingt komisch, war aber so.

Ja, die Ramones, die sind übrigens fast alle seit Jahren tot. Da ist es natürlich etwas komisch, dass sie jetzt hier herumlaufen, ist aber auch erklärbar. Denn wenn man schon ganz lange tot ist und trotzdem überall herumläuft, dann ist man entweder ein Zombie oder Heiner Bremer. Und da die Ramones nicht aussehen wie Heiner Bremer, sind es Zombies. Klingt logisch, ist es auch.

71. Minute[Bearbeiten]

Die Schiedsrichter haben jetzt begonnen, das Spielfeld ein wenig an den Anlass anzupassen. Zwischen den Gräben der beiden Teams liegt jetzt ein großer Friedhof. Ja, so was braucht man natürlich, wenn man im Krieg ist. Die beiden russischen Priester, die ja sowieso der Russischen Nationalmannschaft angehören, sind da auch bereits in ihren Element und halten ganz fleißig eine russisch-orthodoxe Grabrede nach der nächsten und schwenken ihren Weihrauch im Takt der Musik des Schiedsrichtergespanns – und meine Güte, ist der schnell... Da werden die Priester aber morgen richtig Muskelkater in den Armen haben.

76. Minute[Bearbeiten]

Ja, Kinder... Noch immer hören wir Gitarrenklänge zwischen Schützengräben und einem Kuscheltierfriedhof, während russische Priester hektisch durch die Gegend laufen und Trauerreden halten und ein Deutscher ABC-Schütze namens Mario verzweifelt mit einem Gewehr in die Menge schießt, ohne auch nur einmal etwas zu treffen. Und mittendrin sitze ich, der Peter, und erkläre euch das ganze. Das klingt vielleicht wie der im Vollrausch entstandene Tagtraum eines heroinabhängigen Eichhörnchens, ist aber ein ganz normales Fußballspiel in der Spiegelwelt. Ja, da muss man erst einmal durchblicken. Die deutschen Spieler scheinen das nicht zu tun. Die starren entgeistert auf das Treiben vor ihnen. Lustig, diese Gesichter, oder? Ja, so was wie Schützengräben oder die Ramones haben die im Leben noch nie gesehen, weil sie ja doch alle noch ganz jung sind. Die Älteren kennen so was. Und was lernen wir daraus, liebe Kinder? Richtig: Respekt vor alten Leuten, denn sie haben schon viel mehr erlebt als ihr und ihr könnt richtig etwas von ihnen lernen. Da ist es aber natürlich ganz wichtig, dass ihr eure Umwelt betrachtet, euch Gedanken macht und Fragen stellt, nicht wahr? Selbst ich tue das noch. Jetzt zum Beispiel frage ich mich, wo der Herr Paschulke mit der Wurst bleibt....

Paschulke: [kommt herein] Es gibt hier keine Wurst, Herr Lustig. Das einzige, was ich finden konnte, ist rohes, gefrorenes Wolfsfleisch.

Peter: Igitt! Das ist ja gar nicht schön.

Paschulke: Klingt komisch, schmeckt aber.

80. Minute[Bearbeiten]

Peter: Ja, liebe Kinder, die letzten Minuten waren ja echt langweilig! Dem Mario ist als letztem Spieler jetzt auch die Munition ausgegangen und die Priester sind mit ihren Riten fertig. Jetzt stehen alle nur noch blöd auf diesem völlig verwüsteten Schlachtfeld herum und warten darauf, dass irgendetwas passiert. Ööööde!

81. Minute[Bearbeiten]

Peter: Jetzt haben sich beide Mannschaften zurückgezogen und überlegen, was sie tun sollen. Die Russen sitzen in ihrem Graben und die Deutschen in ihrem Panzer. Und wir können nur warten. Aber wenigstens spielen die Ramones noch. Endlich mal gute Musik!

82. Minute[Bearbeiten]

Peter: Herr Paschulke, warum sagen Sie eigentlich nichts mehr?

Paschulke: [stöhnt] Ich glaube, das Wolfsfleisch war doch nicht mehr so gut...aua...mein Bauch.

Peter: Und was lernen wir daraus, liebe Kinder? Fleisch vor dem Essen immer KOMPLETT durchgaren, sonst ergeht es euch so wie dem armen Herrn Paschulke hier.

84. Minute[Bearbeiten]

Peter: Jetzt tut sich wieder etwas. Die Russen klettern aus ihrem Schützengraben und betreten das Feld. Sie scheinen überhaupt keine Angst zu haben! Jetzt lassen sich sogar Zar und Zarin von einigen Bauern aus dem Graben heben. Warum tun die das denn? Sind die etwa leichtsinnig geworden?

Nein, liebe Kinder, natürlich steckt etwas anderes dahinter: Die Deutschen wollen ihren Panzer verlassen, aber es geht nicht! Er ist nämlich zugefroren! Jetzt schwärmen die russischen Spieler über das ganze Spielfeld aus. Das nennt man besetzen und es bedeutet, dass die Russen jetzt den ganzen Platz kontrollieren.

Paschulke: Aua...tut das weh!

86. Minute[Bearbeiten]

Peter: Jetzt tritt der Zar vor den deutschen Panzer und nimmt die deutsche Mannschaft offiziell gefangen. Die Deutschen haben nun keine Kämpfer mehr. Das bedeutet, dass sie den Krieg verloren haben. Als nächstes, liebe Kinder, kommen die Friedensverhandlungen.

88. Minute[Bearbeiten]

Peter: Das ging aber schnell! Die Russen haben jetzt einen Friedensvertrag vorbereitet, den sie dem Jogi bringen. Der liest ihn und – das ist jetzt aber überraschend! – unterschreibt ihn sofort. Offenbar müssen die Deutschen ihren Panzer hierlassen sowie sämtliche Bier- und Wurstvorräte an die Russen abgeben. Die haben wohl auch keine Lust mehr auf rohes Wolfsfleisch - nicht wahr, Herr Paschulke?

Paschulke: Sehr witzig, Herr Lustig...aua!

89. Minute[Bearbeiten]

Nun, da wieder Frieden herrscht, werden die Kriegsgefangenen freigelassen. Die zugefrorene Luke wird mit einem speziellen Wodka wieder aufgetaut...fantastisch, den muss ich unbedingt mal probieren! Ihr solltet das lieber nicht tun, liebe Kinder, ihr seid noch zu jung! Aber wenn ihr groß seid, dürft ihr euch auch hemmungslos besaufen, keine Sorge!

90. Minute[Bearbeiten]

Das ist der Philipp. Und der hat das Tor gemacht. Deutschland hat gewonnen.

Die deutschen Spieler verlassen mit hängenden Köpfen den Platz, während die Russen ausgelassen feiern und auf ihrem schönen, neuen Panzer herumturnen. Das Publikum strömt auf den Platz...doch halt, was ist das denn? Der Jogi flüstert dem Philipp etwas ins Ohr...daraufhin holt der sich einen der Bälle, die noch im halbgefrorenen Matsch des Spielfelds feststecken und dribbelt zwischen den Beinen der feiernden Russen hindurch. Er ist so klein, dass ihn niemand bemerkt...jetzt ist er am russischen Tor angekommen und schießt den Ball hinein...TOOOOOR! Und das keine Sekunde zu früh! In diesem Moment endet die Gitarrenmusik und ein Pfiff ertönt – das Spiel ist zu Ende! Damit hat Deutschland zwar den Krieg verloren, aber es gewinnt dieses Relegationsspiel 1:0!

Die Russen bekommen ihre sportliche Niederlage gar nicht mehr mit. Sie sind damit beschäftigt, ihrem Zar zu huldigen, der sich als großer Kriegsheld feiern lässt. Aber jetzt haben auch die anderen deutschen Spieler mitbekommen, was passiert ist und brechen in Freudenstürme aus! Was für ein wunderbarer Anblick, ein Stadion voller jubelnder und tanzender Menschen! Dieses Spiel kennt nur Gewinner...bis auf den Lukas, der hat es noch nicht verstanden.

Aber das, liebe Kinder, kann noch lange dauern. Und so lange können wir nicht warten, denn der Herr Paschulke muss jetzt mit einem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden. Schließlich gibt es in Russland keine Krankenhäuser. Und ihr habt jetzt über 90 Minuten am Stück Fernseh geschaut, das muss jetzt wirklich reichen. Das ist nämlich ganz schön viel. Geht jetzt lieber mal an die frische Luft, spielen! Also dann tschüss von euerm Peter und nicht vergessen: Abschalten!

Endergebnis[Bearbeiten]

Deutschland besiegt Russland mit 1:0 und nimmt an der UM 2012 Teil.

Russische Fußballnationalmannschaft
(Russland)
UM-Relegationsspiel Deutsche Fußballnationalmannschaft
(Deutschland)
Russland 04.04.2012 im Stadion von St. Stalingrad

Zuschauer: ca 35.000 und ein paar Eisleichen
Schiedsrichter: Jacques Le Sac (FRA)/Die Ramones (USA)

Deutschland
Soccerball.svg 1:0 Philipp von München (90.)
Beste Spieler:
Das Kollektiv
Beste Spieler:
Der Philipp
Keine Keine