Sexualmoral
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Bei der Sexualmoral handelt es sich um selbstauferlegte Grenzen, die die Gesellschaft dem Individuum zur Einschränkung, Kontrolle oder Manipulation der Sexualität aufzwingt.
Hier seien zunächst einige solcher Folterinstrumente erwähnt:
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[bearbeiten] Zölibat
Wenn es darum geht, philosopiert man in der katholischen Kirche gerne über eine angebliche Reinheit. Aber historisch gesehen ist das Quatsch:
Die Benedikter und die Kirche führten das Zölibat ein, um sicherzustellen, dass das Erbe eines Priesters an die Kirche zurückfallen würde. Sonst hätte man befürchten müssen, dass die Pfaffen es an ihre Kinder vererben würden.
[bearbeiten] Unterdrückung der Frau und die Ehe
Frauen galten in fast allen früheren Gesellschaften als Eigentum der Männer. Doch jeder Mann wollte möglichst viele Frauen für sich allein. Um Unklarheiten zu vermeiden und Besitzverhältnisse klar festzulegen, erfand man die Ehe, um festzulegen, welcher Mann welche Frau vergewaltigen durfte. Ausserdem wollte man durch arrangierte Ehen den Eltern mehr Macht geben.
Diese Exzesse wurden und werden in vielen Gesellschaften vor der Aufklärung ins Monströse gesteigert. Um Frauen unter totaler Kontrolle zu haben, zwangen viele Ehemänner sie einen Keuschheitsgürtel zu tragen, der nur mit einem speziellen Schlüssel aufgemacht werden konnte. Zudem waren Vergewaltigungen in damaligen Zeiten so häufig, dass viele Frauen sogar freiwillig solche Gürtel trugen. Doch selbst das ist noch nicht der Gipfel der Unterdrückung weiblicher Sexualität.
Die Verstümmelung weiblicher Genitalien war in den Gesellschaften von damals ebenfalls weit verbreitet. Die vollständige Entfernung der Schamlippen und Klitoris wird in manchen afrikanischen und asiatischen Ländern an Mädchen ohne Narkose, ohne Schmerzmittel und ohne hygienischer Maßnahmen praktiziert. Geschnitten wird mit spitzen Steinen, stumpfen Messern oder alten Rasierklingen. Die gesamte Vulva wird am Ende dieser Prozedur vernäht und nur eine kleine Öffnung für Urin und Regelblutung gelassen. Der Ehemann kann dann zwecks Geschlechtsverkehr diese vernähte Vulva nach Belieben aufreißen, die danach wieder zugenäht werden kann. Mit solchen Praktiken soll garantiert werden, dass die Frau ausschließlich dem Ehemann sexuell gehört und dass Sex mit allen anderen ausgeschlossen wird.
Dem stellte sich die Religionsgemeinschaft der Mazdakiten entgegen. Sie meinten, Frauen seien Gemeineigentum. Dieser Männerkommunismus blieb aber bis zuletzt eine Theorie.
Erst die Moderne beendete (bei den meisten Männern zumindest) den Gedanken, dass die Frauen Besitz seien. Bei vielen Konservativen ist die Ehe aber nach wie vor absolute Voraussetzung, um Sex haben zu dürfen.
[bearbeiten] Monogamie und feste Beziehungen
Im Gegensatz zu anderen Teilbereichen der Sexualmoral wird die Monogamie heute den Frauen auf eine sogar noch viel geschicktere und raffiniertere Art und Weise aufgezwungen als früher.
Während es früher der allmächtige, eifersüchtige Ehemann war, werden die Frauen heute indirekt durch die Gesellschaft gezwungen, damit sie sich die Monogamie in Form von festen Beziehungen selber aufzwingen. Heute muss eine Frau nur noch selten physische Gewalt als "Strafe" für Polygamie befürchten. Doch jede Frau, die Polygamie betreibt oder sonst allzu freizügig agiert, wird sofort mit Schimpfwörtern, wie "Schlampe" oder "Luder" verhöhnt.
Dazu trägt die Doppelmoral zahlreicher Machos bei. Einerseits sind sie es stets, die mit sexuell aktiven Frauen verkehren und ihnen schöne Augen machen. Doch hinterrücks verspotten sie diese Frauen. Im Machojargon gelten Frauen, die man leichter ins Bett kriegt, als "billig". Wenn aber ein Mann viele sexuelle Eskapaden hinter sich hat, dann gilt er im Gegensatz zu den Frauen als ein "toller Hengst", "cooler Typ" oder sonst dergleichen.
Dass diese Machos es aber nur den freizügigen Frauen verdanken, dass sie sich sexuell abreagieren können, vergessen sie nur allzu leicht.
Paradoxerweise sind es oft gerade auch viele FeministInnen, die genau darauf hereinfallen und sich dann zumindest ebenfalls indirekt gegen sexuell offene Frauen richten, weil diese ja auf die Machos "hereinfallen" würden...
[bearbeiten] Unterdrückung sexueller Minderheiten
Die bekannteste betroffene Gruppe sind hier die Homosexuellen. Zwar geht der politische Trend in den meisten modernen Industrieländern in Richtung Gleichberechtigung. Aber die Gesellschaft zeigt sich nach wie vor intolerant.
Dabei wird oft vergessen, dass gerade die Homosexalität ein wichtiges Überdruckventil für die unverhältnissmässig starken männlichen sexuellen Bedürfnisse ist, welchen die Frauen meistens alleine nicht gewachsen sind.
Vergessen wird ebenfalls, dass man von Grund auf sehr oft bisexuelle Neigungen hat und als Kind solche Tendenzen und Veranlagungen in diese Richtung aufweist. Oft ist es erst die Sexualerziehung, die es unterdrückt.
[bearbeiten] Zitate
- "Katholische Sexualerziehung ist geistige Genitalverstümmelung" - Jesus Christoph
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