1 x 1 Goldauszeichnung von Zwörg

Nationalsozialistische Farbenkunde

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Die Kunst durch Freude (KDF)[Bearbeiten]

Farben.JPG

Ab dem Jahre 1933 wurde ein weiteres Fach in den Lehrplan der deutschen Schulen aufgenommen, von dem bisher weniger bekannt ist, da dessen Bedeutung gegen Null tendiert. Die Kunst durch Freude (KDF) beeinhaltete die Farbenlehre der NS-Ideologie, welche der Jugend durch die Klassenführer (Lehrer) vermittelt werden sollte.

Grundsätzlich wurden alle Farben in zwei Hauptgruppen unterteilt:

  1. Reinrassige Farben (oder auch arische Farben)
  2. Mischfarben

Reinrassige Farben[Bearbeiten]

Als reinrassige Farben galten alle "Primärfarben" (Gelb und Blau), da diese als ungemischt und rein, und somit als qualitativ hochwertig verstanden wurden.

Rot wurde als Primärfarbe gestrichen, da sie als kommunistisch galt. Gerechtfertigt wurde diese Maßnahme durch das im Nachhinein verfasste Gesetz "zum Schutz der deutschen Farben".
Dem Volk wurde auf propagandistische Weise vermittelt, dass Rot keine Primärfarbe sei, da sie sich aus den Farben Gelb und Blau mischen ließe.

Die Farbe "Gelb" (ugs. auch "Goelb") wurde zur Gedenkfarbe des Führers!
Ein guter Start in den Morgen sei,
Ein kleines, verkümmertes goelbels Ei!

Wurde den Schülern oftmals zum Verhängnis: "Helmblau"

Die arischen Farben (DAF)
Als besonders arisch galt die Farbe "Braun", sodass diese als allgemein anerkannte Hemdenfarbe eingeführt wurde.
Des Weiteren wurden die Farben "Himmlerblau" und "Stahlhelmgrau" als sehr wertvolle Farben angesehen. Jedoch dürfen diese beiden Farben unter keinen Umständen mit der Farbe "Helmblau" (ugs. auch "Blauhelm") verwechselt werden. Für Schüler galt dies besonders, da sie bei Nichtbeachtung oder Verwechslung dieser Farben in die "KZ" (die "kunstfreie Zone") gesperrt wurden und somit mehrere Tage von der "KDF" ausgeschlossen wurden.
Das Farbspektrum der arischen Farben umfasst zudem die Farben "roSA" und "graSSgrün"

Der Sonderfall "Weiß"[Bearbeiten]

"Weiß" wurde generell als unbrauchbar, teilweise sogar als gefährlich und entartet eingestuft. Grund dafür war die Tatsache, dass sich Weiß aus allen Farben mischen ließ und somit als schmutzig galt. Im damaligen KDF-Unterricht suchte man vergebens nach weißen Blättern, es wurden stattdessen braune Kartonbögen zur Verfügung gestellt, die die Schüler benutzen durften. Besonders in Verbindung mit Pflanzen (z.B. einer weißen Rose) galt Weiß als dem System widerstrebend. Träger von weißen Kleidungsstücken wurden unverzüglich in die dafür vorgesehene Schlammgrube geworfen, sodass eine Braunfärbung der Kleidung eintrat. Als Inkarnation des Bösen wurde jedoch "Edelweiß" angesehen. Diese Farbe erfreute sich besonders bei der Jugend größter Beliebtheit, was jedoch durch strenge disziplinarische Maßnahmen eingedämmt wurde.

In der Kombination mit den Farben "Schwarz" und "Rot" galt "Weiß" jedoch als wertvoll oder auch reich (ugs.: sogenannte "Reichsfarben"). Da dies jedoch im Widerspruch zu der allgemeinen Farblehre des NS-Regims stand, bezeichnete man die Farbe nicht als "Weiß", sondern als "weiSS"

Mischfarben/ nicht-arische Farben[Bearbeiten]

Die sog. "Reichsfarben"

Als nicht "arisch" galten alle Farben die nicht als "reinrassig" galten. (--> siehe: Reinrassige Farben) Verwendung solcher war dementsprechend auch nur durch ein dafür vorgesehenes Formular gestattet, dessen Erhalt das Einreichen eines weiteren Formulares bedingte, welches man nach Erlaubnisfrage postwendend erhielt. Zuwiderhandlungen wurden energisch verfolgt.

Ausnahmen bildeten folgende Farben, deren Verwendung grundsätzlich untersagt war:

  • Schwarz (symbolisierte Minderwertigkeit)
  • Rot (galt als *kommunistisch*)
  • Weiß (aus oben erwähnten Gründen)
  • Helmblau (symbolisierte Alliierte)
  • Türkis (verlangt keinerlei Begründung)
Bunt
auch bunt.