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Mäusemelkmaschine

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Das Kinderfernsehen wird sich verändern.

Die Mäusemelkmaschine ist ein im anbrechenden Zeitalter der Nanotechnologie endlich realisiertes Wunderwerk der Technik. Nachdem umweltfreundliche Einzelhandelsketten methanisierende Kuhbauern schon Jahre lang durch gezieltes Preisdumping in den Ruin treiben, hat Mäusemilch nun absolutes Potential zum In-Lebensmittel, zum Lifestyle-Produkt mit Hochpreischarakter. Dem weißen Säuglingsgold soll dadurch seine Wertigkeit wiedergegeben werden, um es aus dem Moloch zweitrangiger Schulkantinen zu heben, wo es in der Mittagspause dem verschleimten Sonderling beim Verschlucken aus der Nase läuft. Vielmehr denken angehende Mäusemelkereien schon an erste Milchprobenseminare, in denen ein Riechglas schwenkender Sommelier den Teilnehmern die feinen Noten zwischen „speckig“, „kornig“ und „styroporig-trocken in der Spätmolke“ erklärt. Auch in der Humankosmetik könnte dem kleinen Minisacksauger eine große Zukunft bevorstehen, um lästige Mittesser loszuwerden oder durch Porenverschlüsse eingelagerte Eitertaschen wegzuvakuumieren.

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Vorgeschichte[Bearbeiten]

Am Anfang war die Industrialisierung. Vor der Regulierung der Lohnentwicklung durch Tarifverträge und Gewerkschaften wuchsen den darbenden Unternehmern die Ansprüche der gierigen Fabrikarbeiter schlichtweg über den Kopf. Die Löhne explodierten um mehrere Pfennige, weil die in Luxus schwelgenden Arbeiter fast jeden Tag zur Fleischbank gingen, um ein Pfund Speck zu kaufen, mit dem sie Rattenköder in ihren gut geschnittenen Souterrain-Appartements auslegen konnten. Die gefangenen Nager brachten sie dann zum Mäuseschlachter auf dem Hinterhof, um sich die Konsumtionssteuer dafür zu sparen. Während so der Vater einer vierzehnköpfigen Arbeiterfamilie mindestens einmal in der Woche die hungrigen Mäuler mit köstlichem Mäusefilet, Mus sans Orange oder Mus au charbon stopfte, konnten sich viele Unternehmer gerade mal noch sechs Tage in der Woche Fleisch leisten. Statt Wachteln gab es gewöhnliche Perlhühner, statt massiertem Kalb musste es nun ordinäres Lamm tun, statt Lachs und Kaviar wurden Schweinelachs und Karibu aufgetischt. Selbst der Dodo war für viele mittelschichtige Kolonialwarenhändler praktisch gestorben. Verständlicherweise ballte hier so mancher machthungrige Magnat die Faust in der Tasche, während ihm vor dem kalten Braten in seiner dunklen Villa leise eine Träne über die weite Wampe rollte. Es war die Zeit der ersten asozialen Frage.

Geschichte[Bearbeiten]

Selbst winzig kleine Hände hielten die Nippelpest nicht auf

In den 1870er Jahren entwickelte der deutsche Chemiker Günther Sawatzki eine Methode zur Nutzung von Mäusen, die die eingerissene Unsitte in der urbanen Industriearbeiterschaft abstellen und zu einem nachhaltigen, gesunden Nutztierverhalten mit den possierlichen Nagern führen sollte. Sawatzki begann, die Promiskuität der kleinen rammelnden Vierbeiner für sich zu benutzen und die Maus als nachwachsende Ressource in mittelwinzigen Stallanlagen zu entmilchen, um ihre Pflegeleichtigkeit und Wertigkeit bei gleichzeitigem Mehrnutzen zu betonen,- die Geburtsstunde der Kleinvieheinheit. Schon bald hörten viele Arbeiter auf, für den Schlachter Mäuse aus dem Fenster zu werfen. Die Großstädte lechzten nach einem Fingerhut Nagersaft, der vielen Arbeitern mehr Kraft gab als das in Thermoskannen abgekochte Brunnenwasser für die Mittagspause.

Ein historischer Melkbetrieb mit Platz für etwa 30 Mäuse

Zum Mäusemelken hatte Sawatzki zunächst einen jungen Tagelöhner namens Sisyphos Hartmann angestellt, der bald nach der Wirtschaftsgründung aber in einen Steinbruch wechselte. Für ihn holte Sawtzki die Dänin Akorbina Soerensen auf den Hof. Sie hatte wahre Mäusefäustchen und verstand es wie keine zweite, den kleinen Nippeln ihr nahrhaftes Gut zu entlocken. Als jedoch die Milchindustrie immer größer wurde, konnte die Arbeiterin das Pensum allein nicht mehr bewältigen. Die Wirtschaft expandierte bis in die 1890er Jahre so extrem, dass die schmächtige Soerensen zum Schluss ein Fingerfahrrad brauchte, um von einem Ende der drei Meter langen Anlage bis an das andere zu gelangen. Die Mäuse lutschten an allem, was an Nahrung erinnerte und als Sawatzki begann, die vom Melken wunden Nippel der besten Milchmäuse mit Fett einzureiben, waren sie bereits am nächten Tag völlig zernagt und unbrauchbar. Infektionen machten sich breit und bald schon übertug die ganze Anlage in nur wenigen Tagen die Pest. Viele Mäuse lagen nur noch lustlos in ihren Kojen und bissen keinen Faden mehr ab. Letztlich schloss die lokale Gesundheitspolizei Sawatzkis Betrieb und ein kleiner Junge mit einer Flöte und einem zahlreichen Kinderanhang lockte das Nutzvieh mit sich in die Untiefen Südniedersachsens, von wo niemand mehr zurückkehrt.

Nachgeschichte[Bearbeiten]

Erste Handprototypen fürs unmittelbare Abmelken im Labor

Erst in jüngster Zeit ist die Idee des Mäusemelkens wieder virulent geworden. Besonders an Laborversuchstieren vergehen sich immer mehr unterbezahlte Wissenschaftler in der Mittagspause. Man kann sie von den übrigen dadurch unterscheiden, dass sie leuchten, wenn man das Licht ausmacht. Doch auf Dauer ist dieser Zustand natürlich nicht tragbar. Allein schon um entzündeten Nippeln bei Labormäusen vorzubeugen, übrigens eine der häufigsten Ursachen für ranzige Körperbutter, erfand ein zweihundertköpfiges Forscherteam in zwölfjähriger Arbeit eine Maschine, die mit sanfter Präzision in kürzester Zeit einen Liköreimer Mäusemilch sammelte, keimfrei abpackte und zur Aufbewahrung im Kühlschrank mit beschreibbaren Etiketten versah, die selbstverständlich nicht dafür da waren, dass sich einige hungrige Wissenschaftler mit ihrem Namen eine spezielle Probe reservierten.

Irgendwie hat es diese Erfindung von amerikanischen Ebolaquarantänestationen schließlich auf den Schwarzmarkt geschafft, wo sie windige Start-Up-Unternehmer ohne eigene Geschäftsideen ersteigert haben, um das Produkt als „Mickey's Love Juice“ in Edeldiskotheken anzubieten. Doch die Idee lebte andersweitig wieder auf und bahnte sich über erste maschinelle Mäusemolkereien den Weg zurück ins Prekariat, das bei ALDI am Gourmet-Fach kauft.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Unachtsamer Umgang mit den Nippelspannvorrichtungen führt zur schnellen Ermüdung des Tieres

Die Bedienung der Mäusemelkmaschine ist wahrlich zum Mäusemelken. Als festinstallierte Anlage besteht sie aus 3 bis 24 Zitzenbechern, sog. Noppen, die mit einem Schnappmechanismus (Bügelfallennoppen) am Mausnippel befestigt werden. Schnappen die Bügel vor dem Führen an die Zitze zu, schläft die Maus überraschend ein und muss gewechselt werden. Die gummibandartigen Schläuche, die wie bei einer Lichterkette auf ein Klemmbrett gestülpt sind, müssen der Reihe nach um die Maus herumgeführt werden, um das Tier beim Ansaugen der Milch nicht zu strangulieren. Häufig wird sie dazu kopfüber an allen vier Läufen aufgehängt und mit einem Fingerschnipsen betäubt, damit die Milch entspannt durch die vielfach gewundenen Kabel hinabläuft. Zeitgleich wird ihr etwas Luft in den Hintern gepumpt, um den Mausinnendruck zu erhöhen.

Moderne Mäusemelknlage

Ist das hängende Tier auf die Größe einer kleinen Kröte angeschwollen, wird die Vakuumpumpe angestellt, die die Mäusemilch durch sanfte Massuren zuerst in die Pipetten und dann in die Zentrale fließen lässt. Dort wird die Milch von Verzweiflung gereinigt und gekühlt. Da Dichtungsringe für die kleinsten Pipettengrößen nicht mehr anzupassen waren, besitzen die meisten Saugnoppen Normgrößen, die bei kräftigem Zug auch über ein Kuheuter gestülpt werden können. Ein unsachgemäß installierter Noppen am Nippel ebenso ein gefährlich erhöhter Melkdruck können die Maus also wegsaugen. Sollte das passieren, ist es daran zu erkennen, dass einer der Milchschläuche an einer Stelle etwa auf Faustballengröße anschwillt oder dass die Maus direkt in den Pumpenraum fliegt, wo sie für die Zeit der Inbetriebnahme wild herumwirbelt, was ein dumpfes Pochen an den Gußwänden verursacht. Als unangenehmer Nebeneffekt können dann beim nächsten Einsatz der Maschine Wollmäuse entstehen.

Zu Beginn der Prozedur leuchtet die Maus blutrot auf. Sind die Sauger richtig aufgesteckt und desinfiziert, arbeitet die Maschine selbstständig solange, bis die Maus wieder bei Bewusstsein ist, sich ihr Piepen in ein leichtes Pfeifen verwandelt und die Haut einen satten Grünton erhält. Danach wird das völlig flache Tier abgehängt und für zwei Tage in ein Salzwasserbad gelegt, bis der Körper wieder aufgequollen und das Fell glänzend ist. Nach etwa 12 bis 14 Durchgängen ist die Laufleistung der Maus verbraucht und sie kommt ins Mausoleum, wo sie ihren verdienten Ruhestand genießen kann.

Technische Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Mäusemilch[Bearbeiten]

Die Tagesproduktion zweier stolzer Mäuse aus unterschiedlichen Gattungen.

Kuhmilch ist seit Jahren so stark im Preis gefallen, dass immer mehr Trinkwasserwerke empfehlen, die Heimanschlüsse kleinerer Gemeinden direkt an regionale Melkbetriebe anzuschließen, um die Wurst im Klo nicht mit teurem Leitungswasser wegspülen zu müssen. Seit niedersächsische Milchbauern planen, die Euter durch Kuhfracking noch effektiver zu schröpfen, wird der Umgang der Gesellschaft mit Kuhmilch immer distanzierter, sowie es auch mit anderen Überflussprodukten der Fall ist (wie menschlicher Vernunft). Schon wurden Stimmen laut, dass Kuhmilch Östrogene enthalte, die den Kleinen beim Genuss ein Euter wachsen lassen, ganz abgesehen von dem pestizidbelasteten Gras, das probiotische in antibiotische Produkte verwandeln kann.

Mäuse sind als Trend-Haustiere nicht nur die leichteren identitären Lebensressourcen sondern auch eine valente Alternative zur Kuh mit Tendenz zur selbstbewussten Ernährung. Während trendige Internetunternehmer aus Berlin Mitte es jahrelang avantgardistisch fanden, sich eine eigene Kuh im Badezimmer zu halten, um jeden morgen ein frisches und nachhaltiges Produkt auf ihre Fruit Loops zu melken, stellte sich ihnen eine Maus nun viel praktischer und genügsamer dar. Nicht nur, dass ein Sack Reis im Hausflur genügt, um optimale Haltungsbedingungen herzustellen, Mäusemilch ist auch optimal zum Abnehmen und wird von immer mehr Weight Watchers-Coaches erfolgversprechend empfohlen. Die Milch heilt Malaria, ist gut für die Schneidezähne, deckt die Tagesdosis eines sehr sehr kleinen Mannes an Kalium, Magnesium und Vitamin M und beugt der Osteoporose von Mittelohrknochen vor.

Firmen wie Müllermaus, Mäusemarke, Landmäuse oder Weihenschädling haben den Trend seit einiger Zeit für sich erkannt und bieten neben den gewöhnlichen Zehn-Zentiliterflaschen der großen Zuchtmauskühe auch veredelte Esswaren an, die bereits bei Feinkostgeschäften und Rewe in den Regalen liegen. Bei Kindern allseits beliebt ist z.B. der Joghurt mit dem Loch, ein typisches Mäuseprodukt mit Überraschung - man weiß nie was noch drin ist. In der Schweiz dürfen neben der Mäusemilch auch die Kötteln für ein nahrhaftes Frühstück nicht fehlen, die ja viele Cerealien enthalten. Das sogenannte "Müsli" ist hier seit Jahren auf dem Vormarsch. Allenfalls Mäusekäse ist noch ein paradoxes Produkt, das Lebensmitteltechniker zum Verzweifeln bringt, denn sobald Chymosin und Pepsin zur Mausmilch hinzugegeben werden, scheint sie sich selbst zu verzehren. Dennoch steht zu erwarten, dass auch der gewöhnliche Einzelhandel sein Katz-und-Maus-Spiel mit diesen Molkereiketten bald aufgeben wird.

Schönheitsindustrie und Medizin[Bearbeiten]

Kleine Fahrmaschinen (hier maßstabsgetreu) lassen sich bequem in der Hosentasche transportieren. Welch Ironie!

Längst schon hat die Mäusemelkmaschine in trag- und fahrbaren Varianten auch den Weg aus der dunklen Mäusemelkbox herausgefunden. Ähnlich dem mittelalterlichen Schröpfen und dem Belegen mit Blutegeln, trägt die filigrane Unterdruckapparatur zur präzisen Anwendung auf die Unterhautgesundheit bei. Schmerzhafte Drainagen und Intubationen gehören auf Frühchenstationen bereits der Vergangenheit an. Demnächst sollen auch unvorsichtige Herzchirurgen bei Verletzungen einer Koronararterie die kleine Saugpumpe benutzen, um auch mal ohne Ablösung aus dem Saal gehen und ein Wurstbrot essen zu können.

In Tattoo-Studios wird mit dem Minisacksauger durch tiefste Massagen das Gewebe schwammig und aufnahmebereit für die Tinte gemacht. Schönungssalons hingegen, die über tiefsitzende Mitesser seit Jahren die Haare raufen, setzen die Mäusemelkmaschine nun gezielt bei verstopften Poren ein und saugen sie praktisch aus der Haut; ein einfacher und schöner Weg zu echt aussehenden Sommersprossen. Junge Schönheiten schwören daher für einen echten Wellnesstag bereits auf ihre Mausiküre.

Seit die ersten Mäusemelkmaschinen aus den USA den deutschen Markt erobert haben ist auch der Kauf durch Privatpersonen stark gestiegen. Vornehmlich alleinstehende Bodybuilder, die mit ihren einschüchternden Muskelmassen leicht Frauen verschrecken, kaufen hier nachweislich für ihr Privatvergnügen.

Haushalt[Bearbeiten]

Ähnlich wie an dem Staubsaugerroboter, der in den Milleniumsjahren große Erfolge feierte, arbeiten Unternehmen wie Siemens und Vorwerk schon seit Jahren an der optimalen Haushaltshilfe auf Basis der Mäusemelkmaschinen. Nach dem Vorbild der Boschratte, deren Schwanz gleichzeitig ein Steinbohrer ist, soll es sich dabei um ein Multifunktionswerkzeug handeln, das flexibel in Innen- und Außenbereich eingesetzt werden kann. Egal ob beim Einfädeln von Nadelöhren, beim Jäten von Pflasterfugen, bei der Ungezieferbekämpfung an schlecht erreichbaren Stellen oder bei der Beseitigung von Baumschnitt bei Bonsaibeschneidungen, - die kleinen Noppen saugen den Alltag komfortabel. Wenn die Ansaugpumpe nicht ausreicht, soll sogar ein etwas stärkerer Motor hinzugeschaltet werden können, der auch einen wirksamen punktuellen Einsatz zulässt (z.B beim mehrmonatigen Saugen in Betonsteinporen für die Trockenlegung von Hauswänden).

Ein ausgeklügelter Fortbewegungsautomatismus (ählich dem einer Krake) lässt die Arme der Maschine dabei gründlich durch die engsten Rillen schlürfen. Da sie auch an Stellen kommt, die sonst niemand erreichen kann, fördern die umfunktionierten Milchtanks wahre Schätze aus unbekanntem Sofaterrain hervor.

Nach einem harten Arbeitstag kann sie dann in die Zwischenwände kriechen und den frisch gewordenen Mausmüttern etwas an den Zitzen spielen. Damit werden sie für die Nacht davon abgelenkt, wie ein wahnsinniger Minitraktor von links nach rechts über den Dachboden zu trampeln. Wahlweise lässt sich die Maschine auch festinstalliert als Huppenständer für unter Mikrostomie leidende Kinder verwenden, die sich anders in der Nacht nicht bemerkbar machen können, wenn sie Beruhigung benötigen. Eltern verzweifelten jahrelang an dieser Marktlücke, gerade weil sie schon lange das Gefühl hatten, dass das ganze zum Mäusemelken sein müsse.

Verantwortung geht anders. Spekulanten lassen für eine neue Geschäftsidee schnell ihre Tiere hängen. Es ist zum Mäusemelken.

Alles zum Mäusemelken[Bearbeiten]

Wer schon einmal versucht hat, Kuchenkrümel aus sehr kleinen Tastengeräten zu bekommen, der kennt den unschätzbaren Wert von etwas, das zum Mäusemelken ist. In einer hochkomplexen Zeit, in der der Teufel in vielen Dingen im Detail sitzt, wird das Bedürfnis, ihn dort wegzusaugen immer größer, zumal es gerade für die digitalisierte Jugend naheliegender ist als ihn mit einem schweren Fachbuch zu erschlagen. Doch nicht nur was verdammt ist, lässt sich durch Mäusemelkmaschinen aus der Welt schaffen. Was als Start Up-Unternehmen mit Trend zur gesunden Ernährung begann, ist längst über seine hochpreisigen Produkte tief in alle Bereiche der Gesellschaft eingedrungen. Mäusemelkmaschinen, die abseits von Labor- und Agrarbetrieb in allen Bereichen des alltäglichen Lebens Einsatz finden, werden verflixt und zugenäht geliefert und so wundert es nicht selten, dass keiner mehr weiß, wo mittlerweile diese Technologie überall verbaut ist. Automaten, die kein Wechselgeld zurückgeben, Zugtüren, die einem bei Abfahrt in letzter Minute vor der Nase zuschnappen, soziale Infrastruktur und digitale Medienlandschaft - all das ist zum Mäusemelken! Selbst Rentner, die einem mit ihrem Opel Corsa vor einer schlecht einsehbaren Ausfallstraße die Vorfahrt nehmen haben eine plausible Erklärung: sie fahren zum Mäusemelken. Ja, man könnte sagen, Mäusemelkmaschinen haben sich zum Apple der Kleinviehwirtschaft gemausert.

Mancher wird sich immer wieder den Kopf darüber zerbrechen, wie es so weit kommen konnte, dass heute alles zum Mäusemelken ist, da wo noch früher die Erbsenzählerei Hochjunktur hatte. Es scheint am Fortschreiten der Informationsgesellschaft und am Fehlen regulierender Wegweisungen zu liegen. Früher hätte niemand danach gefragt, was ein Liter Mäusemilch kostet, heute wissen wir: es sind 40.000 Euro. Doch der kalte Fakt allein bietet keine Befriedigung mehr an, Wissen gerät zur Verzweiflung und das ständige Hinnehmen, dass alles zum Mäusemelken sein könnte, stumpft ab. Was als Rettung der Milchwirtschaft begonnen hat, könnte als Katastrophe enden, wenn man nicht bereit ist, die Bewältigung eines überkomplexen Alltags unter den Menschen in fachliche Segemente aufzuteilen und das Recht auf die Gewinnung des weißen Zeugs zu beschneiden, wie seiner Zeit das Ei des Kolumbus.

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Gelungen

Der Artikel Mäusemelkmaschine ist nach einer erfolgreichen Abstimmung mit dem Prädikat Gelungen ausgezeichnet worden und wird zusammen mit anderen gelungenen Artikeln in unserer Hall of Fame geehrt.

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