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Hotel Room Destruction Service

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Hotel Room Destruction Service (dt.: Hotelzimmer Zerstörungsdienst) ist ein relativ neues Dienstleistungsangebot, das sich hauptsächlich an imagebewusste Prominente richtet. Der Trend entstand zwar in den USA und England, ist aber ziemlich international und gewinnt im Augenblick schnell weltweit an Popularität - auch im deutschsprachigen Raum.

Die Hauptaufgabe der Anbieter besteht hauptsächlich im fachgerechten Zerstören von Hotelzimmern zum Zweck der Pflege eines rebellischen Bildes von Rockstars und anderen Prominenten in der Öffentlichkeit. Diese Idole sollen schließlich stellvertretend für ihre Anhänger alles das machen, was man als normaler Bürger nicht darf. Damit erfüllen sie eine wichtige gesellschaftliche Funktion und sorgen nicht zuletzt dafür, dass die Ausschweifungen des Mobs im Rahmen bleiben. Identifikation mit dem Rebellen und Teilhabe an seinen Exzessen erspart so die Mühen und Risiken, selbst zu randalieren wobei man sich doch auch ein Bisschen rebellisch fühlen kann.

Hintergrund für dieses neuartige Betätigungsfeld ist eine Entwicklung der Prominenten hin zu mehr Vernunft, Kontrolle und Vorsicht.

Als Rockband hatte man nicht erst seit "The Who" neben der Musik auch einen mehr oder weniger ausgeprägten "Bandalismus" zu pflegen (von Band & Vandalismus = zerstörerische Gewalt gegen Dinge wie Hotel- oder Bühneneinrichtungen [1]). Das aufbegehrende oft jugendliche Publikum wollte den freien radikalen Lebensstil ihrer Idole bewundern ohne die eigene Polizeiakte zu sehr zu strapazieren. Aber die Lager haben sich weiterentwickelt. Die Fanmasse wird zunehmend aggressiver und gewaltbereiter und verlangt nach wie vor nach Authentizität. Für die Vorbilder gilt jedoch das Gegenteil. Sex, Drugs & Rock 'n Roll war gestern. Heute achtet man dagegen als verantwortungsbewusster Künstler immer mehr auf seine Gesundheit. Das akzeptiert das Publikum aber nur sehr bedingt. Die Erkenntnisse reifen beim gemeinen Konsumenten langsamer bis gar nicht. Zum Beispiel werden Musiker, die keine Hotelzimmer beschädigen von bestimmten Zielgruppen einfach nicht ernst genommen. Für ein ordentliches Einkommen reichen die paar Gesundheitsfanatiker als Kundschaft aber nicht aus. Hier kommen die Profis ins Spiel. Gegen Bezahlung übernehmen sie die Drecksarbeit im "Rundum-sorglos-Komplettangebot" während die scheinbaren Bösewichte bei Salätchen und O-Saft in der Luxuskantine sitzen oder unter ärztlicher Überwachung im Sportraum ihre körperliche Fitness auf das Optimum justieren.

Darüber hinaus wird für immer mehr gutbetuchte Kunden der Trend jetzt zum Urlaubskick. Sie leisten sich einen "Demolition-Day" für zwischendurch oder als Kurzreise im Jahresurlaub. Dieses Geschäft sichert den Firmen den Umsatz zwischen den Obstrockern, Yogaschauspielern und anderen berühmten Veggie-Bürgern oder Lifestyle-Veganern.

Logo

Hotel Room Destruction icon.gif Leistungsumfang[Bearbeiten]

Das Luxusbad kurz vor der Scherbenorgie.

Natürlich handelt es sich bei den Angeboten der einschlägigen Unternehmen nicht um die blanke Zerstörungswut. Hier gibt es einen ausgeklügelten Leistungskatalog von A wie abfackeln bis Z wie zurückzahlen aus dem man nach seinen individuellen Bedürfnissen wählen kann.

Ein typischer Auftrag könnte folgendermaßen ablaufen:
Das Management eines berühmt-berüchtigten amerikanischen Rockstars plant dessen nächste Europa-Tour. Man möchte sich einen kleinen Skandal kurz nach Beginn der Tournee leisten um die Aufmerksamkeit auf den Künstler zu lenken und die Hallen voll zu bekommen.
Das Management beauftragt die Firma "Room Bomb - The Demolition Company" mit der Organisation und Durchführung. Der erste Gig ist mehr als Generalprobe gedacht. Der zweite Tag der Tour ist ein Freitag. Man wählt ein Hotel im Zentrum Prags, da dieses in Kürze einer Komplettsanierung unterzogen werden soll und man dadurch die Reinigungs- und Reparaturkosten in Grenzen hält. Nach dem Konzert wird eine Aftershowparty in der Lobby abgehalten während derer der Star unter jeder Menge Zeugen viele bunte aber alkoholfreie Drinks und einige Gläser (alkoholfreies) Bier zu sich nimmt. Später verschwindet er mit ein paar Hostessen aus Osthessen, die dann aber über den Hinterausgang in den Feierabend entlassen werden. Der Mann von heute steht schließlich seiner Partnerin für's Leben uneingeschränkt loyal gegenüber.

700.000 Euro gehen baden.

Nachdem er in seiner sehr komfortablen Suite (aus akustischen Gründen räumlich möglichst weit von der Präsidentensuite entfernt gelegen) zu Bett gegangen ist kommt das Operation Team von "Room Bomb" ins Spiel. In der Präsidentensuite ziehen die bis eben noch als Partygäste getarnten Nachtschichtarbeiter gewissenhaft ihre Arbeitsschutzkleidung über, setzen einen Helm auf und legen Schutzhandschuhe, Gehörschutz, Schutzbrille sowie Atemschutz an. Immerhin sind all diese Sachen im Abbruchgewerbe von der Berufsgenossenschaft des Baugewerbes vorgeschrieben. Jetzt schreiten sie zur Tat. Nach einem letzten Blick in die Vertragsunterlagen wird vereinbarungsgemäß der Spiegel und die Villeroy & Boch - Keramik im Bad samt Hans Grohe - Armaturen mit einem schweren Vorschlaghammer eingeschlagen und währenddessen mit einem Cuttermesser einige echte Gemälde zerschnitten, wobei andere mithilfe von Farbspraydosen durch Brillen, Bärte, Titten, Smileys und ähnliche Accessoires "verschönert" werden. Später kann man aus diesen modifizierten oder personalisierten Kunstwerken bei Sotheby's durchaus noch Profit schlagen. Die Dekoration des Hotels wird nach der Renovierung ohnehin vollständig neu konzipiert.
Eine umfangreiche Auswahl an hochwertigen, möglichst bunten und pastösen Lebensmitteln wird großflächig an den Wänden aufgebracht. Das Finish bildet ein kunstvoll aufgesprenkeltes Arrangement von Rotweinflecken. Dann werden die Federbettwäsche und einige antike Polstermöbel zerfetzt und der Inhalt effektvoll im Raum verteilt. Mit einer Kettensäge geht es dem Nachtschrank an den Kragen und der Kühlschrank, der die exklusive Minibar beherbergt, spürt die Axt. (Durch die Metallbestandteile würde sonst die Sägekette stumpf werden.) Zu guter Letzt wird der Fernseher aus dem Fenster auf ein extra dafür von Daimler Benz bereitgestelltes Mercedes Coupé geworfen. Selbstverständlich wird vorher der Bereich weiträumig abgesperrt, um die Beeinträchtigung Dritter zu vermeiden. Ein paar leere Schnapsflaschen hier und da, zwei Tüten Elefantenpopel und der Inhalt von 10 Aschenbechern werden nun wie zufällig im Raum drapiert. Eine handvoll gebraucht aussehende Kondome runden das Gesamtbild ab.

Die schon zur Party eingeladene Weltpresse hat am nächsten Tag eine kurze Anreise. Den Randalierer verpassen die Reporter natürlich. Das wird so kalkuliert. Hauptsache, die Fotos und Berichte kommen zusammen mit den Tourdaten in die Wochenendausgabe der auflagenstärksten Zeitungen.

Der Kreativität sind in diesem Geschäft natürlich kaum Grenzen gesetzt. Wie bei so vielen Dingen kommt es auch auf den jeweiligen Geldbeutel an. So sind laut eines Insiders selbst Autos im Hotelpool oder abgebrannte Eingangshallen denkbar. Auch der Einsatz von Doubles ist vorgesehen, wenn es zum Beispiel um ein nächtliches Nacktbad im Hauptstädtischen Springbrunnen oder allzu körperbetonte abendliche Öffentlichkeitsarbeit im Nebenpartnermodus geht.

Daran kann man schon ablesen, dass sich der Geschäftszweig bereits deutlich entwickelt hat und vom bloßen Zerschlagen von Einrichtung zur kompletten Betreuung von Imagekampagnen ein weites Spektrum an Angeboten möglich ist.

Auch die Begleichung der entstandenen Schäden, die Kommunikation mit den einzelnen Versicherern und die Abwicklung sämtlicher Zahlungsmodalitäten können als Vertragsbestandteil mit gebucht werden.

Hotel Room Destruction icon.gif Kundschaft[Bearbeiten]

Nichts bleibt verschont.

Nicht jeder ist darauf angewiesen, seinen Anhängern den wilden Rowdy vorzugaukeln. Wirkliche Rockstars saufen noch immer jeden Tropfen Alkohol selbst und machen auch sonst ständig alles mögliche, wovor die Eltern den braven Durchschnittsbürger schon immer gewarnt hatten. Man erkennt sie daran, dass sie selten über das magische Legendenalter von 27 hinwegkommen. Diese ewig Siebenundzwanzigjährigen tragen so berühmte Namen wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder Kurt Cobain. Neuestes Mitglied im "Club 27" ist Amy Winehouse, die es einfach nicht nötig hatte, irgend jemandem etwas vorzumachen. Sie servierte wirklich gerne mal ihre Spaghetti Bolognese an der Wand eines Münchner Hotels oder färbte mit ihren Bienenstock - Haaren auch gleich mal ein ganzes Badezimmer mit. Alleine die Kosten für den Abtransport von leeren Champagnerflaschen überstiegen meist die regulären Übernachtungskosten.

Aber diese Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Selbstverständlich gibt es auch viele bekannte Beispiele für den Trend zu einem gesünderen Lebenswandel. Wer auch so wegen seiner Kunst oder seiner Kinder regelmäßig in den Medien auftaucht, oder gar seine Schäfchen schon im Trockenen hat, der ist auf die Publicity-Show gar nicht angewiesen. Im Gegensatz zu Madonna, die schon als Gesundheitsapostel auf die Welt gekommen zu sein scheint (Oder ist ihre Verwandlung nur schon so lange her, dass sich niemand mehr daran erinnern kann?) hat Mick Jagger sich erst später von seinen schlechten Angewohnheiten verabschiedet. Während er mit den anderen Kieselsteinchen anfänglich noch wirklich soff (und so ...) ist er offensichtlich schon bald dazu übergegangen, mit seinen Drinks zu schummeln. Nicht anders ist ein so hohes Alter zu erklären, das trotz des scheinbar maßlos ausschweifenden Lebensstils den Legendenstatus zu Lebzeiten ermöglichte. So was erreicht man nur mit Eistee in Whiskeyflaschen, alkoholfreiem Bier und einem gut eingeübten Lallen in der Sprechstimme.

Die Presse dokumentiert die "Sensation".

Leute wie Ozzy Osbourne oder George Michael, die sind brav und treu, trinken und rauchen nicht, ernähren sich gesund, treiben Sport und haben hin und wieder eine Schlagzeile, obwohl sie sich eigentlich zur Ruhe gesetzt haben. Das wird nämlich alles vom Management gesteuert. Auch Stars, bei denen man nicht so recht weiß, wofür sie eigentlich berühmt sind, wie etwa Lindsay Lohan brauchen regelmäßig ihre kleinen Skandälchen. So ist die Nachfrage groß, aber die Kunst liegt auch in der Geheimniskrämerei. Es soll ja schließlich niemand wissen, dass alles nur arrangiert ist.

Hotel Room Destruction icon.gif Angebot an Privatpersonen[Bearbeiten]

Das Know How der Experten kommt mittlerweile auch schon ganz normalen Privatleuten zugute. So kann sich beim Anbieter "Suite Crash Ltd." jedermann anmelden, um eine Nacht in einem Hotel zu buchen, das kurz vor dem Abriss, einer Sanierung oder Modernisierung steht. Nach einer gründlichen Einweisung und der Ausstattung mit vorschriftsmäßiger und geprüfter Arbeitsschutzausrüstung gibt es ein leckeres Abendessen und ein kleines Rockkonzert zum Aufputschen. Alkohol oder andere Drogen sind natürlich nicht erlaubt. Dann kommt die Hauptattraktion: das kontrollierte Zerschlagen der Einrichtung unter professioneller Anleitung. Das ist natürlich kein Urlaubsspaß für die ganze Familie, sondern eher vergleichbar mit dem Baggerlehrgang für Manager oder der Panzerfahrt für Büroangestellte. Die Frau kann währenddessen mit den Kindern auf Shoppingtour gehen oder in Gummistiefeln über den Bauernhof latschen. Hotelzimmer zerschlagen ist jedenfalls gerade der letzte Schrei auf dem hart umkämpften, stetig nach neuem gierenden Eventmarkt und ein ganz besonderer Kick für den gesundheitsbewussten Möchtegernrocker von heute.

Hotel Room Destruction icon.gif Jobmarkt[Bearbeiten]

www.arbeitsamt.de

Jobangebote der Arbeitsagentur Berlin:

Andere:

Hotel Room Destruction icon.gif Buchtipp[Bearbeiten]

Buchtip
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Definitiv nicht gerade der Hammer!
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Um etwas vorzuschlagen bitte einen Vorschlaghammer benutzen. Um ein Hotel oder was auch immer kaputt zu schlagen ist jedes Mittel recht.
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