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Hieronymus Rauscher

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Hieronymus Rauscher

Hieronymus Rauscher (* 1492 in Münchsmünster, OT Mützenmülchmümmelsmü; † 1569 im oder eher am Berg) war ein deutscher Kirchennerd, Prayboy, Schriftsteller, Satiriker, kritischer Oppositioneller, Störenfried, Whistleblower und Aufklärer. Als passionierter Kirchensatiriker, der sein Hobby zum Nebenberuf gemacht hat, könnte man ihn als einen der Vorreiter des Satirewikis, sozusagen den David Sowka des Spätmittelalters bezeichnen. Das Verbreiten von amüsanten Ansichten, Vertreten von unangepassten Meinungen, Veröffentlichen von unglaublichen Texten, die die Leserschaft spalten, lag ihm zeitlebens sehr am Herzen. Sein Hauptthema war die kritische Betrachtung der dominanten Katholischen Kirche. Seine unorthodoxe Rechtschreibung und Grammatik lassen seine Bücher in unserer Zeit zu selten gelesenen Liebhaberstücken werden. Dass er ein ausgesprochener Kommastheniker war, macht seine Texte nicht gerade leichter verständlich.

Namensherkunft und -bedeutung[Bearbeiten]

Der Name Hieronymus stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Mann mit geistreichem Namen“. Abgeleitet wird er von den griechischen Wörtern hieros („geistlich“) und onoma („der Name“). Die Entstehung des Namens ging nicht ohne Ironie vonstatten. So ist der Wortteil Hiero auf den Weingeist bezogen und assoziierte im damaligen Sprachgefühl eine Nähe zu Heros (Held). Man könnte es heute durchaus frei als "Schnapsheld" übersetzen.
Der Nachname Rauschers stammt aus der Zeit, als berufsbezeichnende oder eigenschaftsabhängige Zusätze zu amtlichen Nachnamen manifestiert wurden. Als Rauscher bezeichnete man damals Genießer schöngeistiger Getränke und ihrer Folgen, Leute, die kein Problem damit hatten, sich auf dem schlängeligen Heimweg aus der Schänke auch mal in einer schlammigen Pfütze oder einem Haufen frisch gefallenen Straßenobstes zu wälzen. Passender Weise wird bis in die heutige Zeit auch einer der Hauptauslöser des Rausches, der Äbbelwoi als Rauscher bezeichnet. Auch zum Federweißer, einem unfertigen hinterhältigen Jungwein, der einem einen gehörigen Brummschädel machen kann, sagt man Rauscher.

Berühmte Namensvetter:

Schaffen[Bearbeiten]

Als kritischer Kirchenexperte und Theologe bewertete er auf eigene Faust hunderte bereits durch Kirchenbeamte nachgeprüfte Erfahrungsberichte neu. Die allesamt von höchster Stelle offiziell als Wunder eingestuften, teils unglaublichen Erlebnisse diffamierte er mit scharfem Letternsatz als dreiste Lügen im Dienste des Profits. Er wurde daraufhin als Diakon der Nürnberger Lorentiuskirche gefeuert. Ungeachtet geheimer Kirchenarchive sind keine Erkenntnisse überliefert, ob der Verräter, der offenbar reihenweise geheime Interna seines Arbeitgebers in seinen Veröffentlichungen genutzt hatte, per Haftbefehl gesucht und weltweit verfolgt wurde. Die Geschichtsschreibung wird ja bekanntlich von den Siegern der Konflikte verfasst. Und schließlich hat das Papsttum noch immer Bestand. Anzunehmen ist, dass Rauscher zwar eine Zeit lang verfolgt wurde, aber, in Ermangelung von Flughäfen nicht in ausländischem Asyl vergammeln musste. Auch Prozesse über perverse Hurenspielchen sind damals offenbar noch nicht im Repertoire der Mächtigen gewesen. Mithilfe nationaler oppositioneller Kräfte, gelang es ihm sogar, ein Berufsverbot zu umgehen, indem er einfach die Firma wechselte. Es ist aus heutiger Sicht ziemlich erstaunlich, was für ein liberaler Umgang mit politischen Gegnern in jener Zeit schon gepflegt wurde, dass man die Staatsreligion mehrfach verraten konnte ohne für diese freie Meinungsäußerung, die durchaus die öffentliche Ordnung gefährdete, ernsthaft bestraft zu werden!

Eine weitere Parallele zur Wikiidee ist, dass er seine Bücher zum Teil mehrmals editiert und wiederveröffentlicht hat. Sein Werk

„Centuria Tertia, Das ist/ Das dritte Hundert Der Außerwehlten/ grossen/ Unverschämbten/ Feisten/ Wolgemesten/ Erstunckenen/ Papistischen Lüge[n] : welche aller Narren Lügenden weit übertreffen/ darauff die vornembsten Articul des Bapstthumbs fundirt/ damit auch die Papistischen Scribenten uns überwinden wöllen/ daß ihr Papistische Lehr recht/ aber unsere Augspurgische Confession falsch sey“

ist beispielsweise nur ein Teil eines Enthüllungsbandes, der in immer wieder - auch von anderen Autoren - abgewandelter und kommentierter Form erschienen war. Dieses enthüllende Moment seiner Arbeit rückt ihn in die Nähe des heutigen WikiLeaks, während die Ablehnung von Urheberrechten ihn trotz seiner aufklärerischen Grundhaltung wieder im Kontrast zu Guttenplaque erscheinen lassen.

Heutiger Eindruck seines Werkes[Bearbeiten]

Die meisten seiner Werke muss man gar nicht in Gänze studieren. Schließlich war es Rauschers Eigenart, die Buchtitel so lang zu formulieren, dass sie gerade noch auf die erste Umschlagseite passten. Daher erschließt sich dem Leser der Inhalt auch ohne Aufschlagen des Buches.

Die Enthüllungen über den Luxusbau: Wie die papistischen Bischöfe/ in Saus und Braus leben/ und während dem das Volk/ am Hungertuche nagen muss/

Leider haben besserwisserisches, änderungswütiges Lehrerpack und andere Schlaumeier die deutsche Sprache in den vergangenen 400 Jahren mithilfe diverser Rechtschreibreformen dermaßen verhunzt und verstümmelt, dass gewöhnliche Hauptschulabsolventen den Sinn seiner Publikationen heute mit herkömmlichem Allgemeinwissen gerade noch erahnen können. Die einzelnen Inhalte im exakten Wortlaut erscheinen aktuell Geschulten wahlweise sinnfrei, verwirrend chaotisch oder gänzlich unverständlich, was auch mit der damaligen Druckqualität und dem teilweise schlechten Erhaltungszustand dieser Dokumente zusammenhängt. In jedem Fall ist die Lektüre der Schriften dieser Tage als ermüdend zu bezeichnen. Sozusagen Harte Kost, die auch dem Gewohnheitsleser die zweifelhafte Erfahrung beschert, sich wie ein Legastheniker zu fühlen. Danke, ihr Rechtschreibreformer aller Zeiten! Nieder mit der Rechtschreibreformation! Es lebe die Frühneuhochdeutsche Rechtschreibung der ersten Bibelübersetzung, immerhin eines der ersten ernstzunehmenden Druckwerke, wenn nicht das wichtigste Buch in der Geschichte des Druckereihandwerkes. Den Inhalt dieser altertümlichen Märchensammlung sollte man allerdings nicht sonderlich ernst nehmen.

Aber genug der Polemik! Schließlich sind viele von Rauschers Werken gedruckt und veröffentlicht worden. Gelesen und verstanden wurden sie offenbar auch. Immerhin haben einige von ihnen eine gehörige politische Wirkung erzielt. Offene Anfeindungen, denen Rauscher sich mit neuen Enthüllungen und bissigen Kommentaren entgegenstellte, sind belegt und bescheinigen seinen Schriften eine große Trefferquote und eine immense gesellschaftspolitische Brisanz. Da es sich bei seinen Veröffentlichungen nicht um eine Doktorarbeit handelte, konnte er auch erhobenen Hauptes und ohne Titelverlust den Vorwurf der vorsätzlichen Märchenerzählerei mit der Neuauflage der beanstandeten Texte entkräften, die durch die Angabe sämtlicher Quellen besticht und dadurch vom katholischen Gegner zu höchster inhaltlicher Qualität und Beweiskraft hochkritisiert worden war.

Die Akte Limburg[Bearbeiten]

Um das Jahr 1663 veröffentlichte Rauscher eine emotionale aber detaillierte Wutschrift über die ausufernden Baukosten einer neuen Bischofsresidenz im Bistum Limburg. Der damalige Bischof hatte sich einen absolut übertriebenen Prunkpalast bauen lassen und mit diversen zusätzlichen Luxuseinbauten den Kostenrahmen um ein Vielfaches überschritten. Mit detailliertem Insiderwissen aus der Bistumsverwaltung hatte Rauscher die Verschwendung öffentlich gemacht. Durch die hohe Auflage, die beim Buchdruck möglich war, konnte ein revolutionär großer Teil der Öffentlichkeit erreicht werden. Das größtenteils in ärmlichen Verhältnissen lebende Volk lehnte sich massiv gegen diesen Missstand auf. Regionale Würdenträger sandten sogar einen Boten, der beim Papst Beschwerde einreichen sollte, um einen Aufruhr zu verhindern. Noch bevor allerdings der Vatikan wirksam reagieren konnte, wurde der Bischofssitz mitsamt dem darin schlafenden Bischof vom wütenden Mob abgefackelt. Ein solcher Akt der gemeinschaftlichen Selbstjustitz wäre heute aus zwei Gründen nicht mehr möglich:

  1. Der Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn ist heute bei Weitem nicht mehr so stark ausgeprägt, wie damals.
  2. Die Angst vor Repressalien hielte den Durchschnittsdeutschen zurück.

Trivia[Bearbeiten]

Wikipedia.PNG
Die selbsternannten Experten von Wikipedia haben ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema.
  • Neumarkt (i. d. Oberpfalz), eine seiner Wirkungsstätten als protestantischer Pfarrer, ist nach erfolgreicher Reformierung wie die meisten anderen Städte und Gemeinden in Bayern heute wieder rekatholisiert.
  • Rauscher zu Ehren wurde der Gasthof "Rauscher" in Münchsmünster nicht nur nach ihm benannt, sondern sogar im Gedenken an sein reformatorisches Erbe erst errichtet. Heute ist auch dieser Schuppen ganz in italienischer Hand und überweist seine Kirchensteuern direkt an Rom.

Zitat[Bearbeiten]

Eyn glorreich Papst sey unser eygen. So sprachet der grosze Rath zu Roma. So eyn Papst als solchem durch der Göttlichen Hand dem menschengeschlecht zu wege geleytet sei.

Nun sey der Papst aber dar selbst am markte, wo ihm eyne fischfrau zugegen ist die ihn an ihrem marktstande belange. Als wohl aber der Papst mit seynem gefolge des platzes schreitet, da pries die fischfrau ihre fische an, auf dasz dem Papste das wasser gar sturzartig den mund fluten würde.
Die Fischfrau also schrie „Meyn lieben Herr! Wat smeikelt's mir die augen! Den fryske fisch vom platze hier, fyndt man wohlauf nur bei mir!“
Da wurd dem Papste recht bange um die nase. Er verweygerte die anfreyndung gar feierlich und wullt sich schleunigst seiner wege begeben, da sprach auf das neueste die fischfrau zu seyner Hochseeligkeyt.
„Min lieben Herrn! Nur heyte gibbet smakel-fisch!“
Vollendeter furchts geplagt, eylt der Papst mit seynem gefolge von dannen, auf dasz er der fischfrau auf immer den rücken kehre. Und er sprach zu seynem gefolge, dasz dar selbst es war. Und der Papst sprach an seyn handlangertum.
„Ist's nicht also? So will man dem Pöbel nahe seyn. So kommet als gleich eine marktfrau daher, die eynen mit ihrem abscheulich fisch im nacken lieget. Ist's nicht eine qual?“
Die handlanger, wieder besseren wissens das ihrer abkömmlich sey, stimmten ihrem Popen zu.

Hieronymus Rauscher in Das treyben/päbstlicher gestalten/dem volke zugegen, 1548

Literatur[Bearbeiten]