2 x 2 Goldauszeichnungen von Misses Kennedy und Kaymasterkay

Hörspiel

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Ein Hörspiel ist eine billige und einfache Methode, ein wirklich schlechtes Theaterstück einem breiten Publikum vorzustellen und es dabei so zu abstraktieren und zu verunstalten, bis auch der letzte es für Kunst hält. Hier ein Beispiel:

Szenen einer Ehe[Bearbeiten]

Ein Drama in 3 Akten

1. Akt Wohnzimmer[Bearbeiten]

Helga beim Staubsaugen und Klaus beim Zeitungslesen

Erzähler: Es ist Samstagmorgen 9:30 Uhr! Die Familie befindet sich im Wohnzimmer. Der Vater sitzt auf seinem Lieblingsstuhl und studiert die Wochenendzeitung. Die Kinder sitzen vor dem Fernseher und streiten sich um die Fernbedienung des Nintendogerätes. Die Mutter saugt Staub.
Inger: Du hast schon die ganze Zeit gespielt, ich bin auch mal dran.
Hans (Leute, die beim Namen Hans Clarin nun an die Stimme von Pumuckel dachten, werden nun eines besseren belehrt. Der notorische Zigarrenkettenraucher hatte sich kurz vor den Aufnahmen zu diesem Hörspiel einer Kehlkopfoperation unterziehen müssen und nun hört man statt einer gekünstelten Kleinjungenstimme das sonore Summen eines Kehlkopfmikrophons): Mädchen können das Spiel nicht spielen, Mama kann ja auch kein Autofahren.
Inger:' MAMA!!! Clarin hat gesagt, du kannst kein Autofahren!
Helga: Clarin, du sollst doch deine Schwester nicht Ärgern. Klaus sag doch auch mal was.
Klaus: brumm
Helga: und überhaupt, siehst du nicht, dass ich Staubsauge.
Klaus: brumm
Helga: Meine Mutter hat mich immer gewarnt, Helga hat sie gesagt, Helga, dieser Mann wird dir nur Kummer machen. Sobald das erste Kind da ist, wird er vom Casanova zum biersaufenden Couchbesetzer mutieren, nimm dir mal ein Beispiel an deinem Vater.
Klaus: brumm
Helga: Unsere Nachbarin hat auch gesagt, dass du früher netter warst. Früher hast du mich auch noch Autofahren lassen, als wir noch nicht diesen klapprigen Simca Kombi hatten. Ich verstehe sowieso nicht, was du an dem Auto gut findest, ständig bricht was ab und bei Regen tropft es überall durch.
Klaus: brumm
Helga: Und warum du dem Händler dafür 20.000 Euro bezahlt hast, Oldtimer hin oder her, das begreife ich auch nicht. Du hast doch auch sonst kein Geld für die Haushaltskasse. Ich wollte mir schon längst mal neue Schuhe kaufen. Aber dafür haben wir ja kein Geld.
Klaus: brumm
Helga: Aber meine Mutter hat mich ja gewarnt, heb’ mal grad deine Füße hoch, ich muss da mal saugen.
Klaus: brumm
Helga: Wir sollten sie im Übrigen mal wieder besuchen.
Klaus: brumm
Helga: Also fahren wir Morgen zur Oma, Kinder?
Aus dem Hintergrund sind merkwürdige Geräusche zuhören, die wie das hochfrequente Pfeifen eines überkoppelten Mikros anhören.
Erzähler: Klaus steht auf und verlässt das Zimmer. Von irgendwo hört man eine Tür schlagen.
Inger: Clarin muss nur schnell die Batterien für sein Mikro wechseln.
Helga (flüstert): Nein, lies mal im Text: Klaus ist in den Keller zum Bierholen gegangen.

2. Akt Auto[Bearbeiten]

Klaus Kinski wird für seine Sprechrolle geweckt

Helga (dreht das Radio aus): Wenn du schon so schnell fährst, dann lass dich nicht von dem Radio ablenken. Ich habe in einer Studie gelesen, dass überdurchschnittlich viele Männer bei dem Versuch sterben, auf der Autobahn den Sender des Radios zu wechseln. Das stand im Leitartikel zum Thema Warum leben Frauen länger als Männer in der Für Sie.
Klaus: brumm
Helga: Mein Vater hat mal im Winter die Kontrolle über sein Auto verloren und wir wären beinahe alle gestorben. Dabei ist er nur 20 km/h gefahren. Der Baum hat sich genau in die Seite gebohrt, wo ich auf dem Schoß meiner Mutter gesessen habe. Wenn der Rahmen nicht so stabil gewesen wäre, hättest du mich nie heiraten können.
Klaus: brumm
Helga: Und pass jetzt hier bei der Steigung auf. Ich habe im Fernsehen gesehen, dass es hier immer Unfälle mit langsam fahrenden LKWs gibt. Wenn wir in so einen reinrauschen, dann ist das so, als ob wir gegen eine Wand fahren. Die haben im Fernsehen gezeigt, wie die Autos nach den Unfällen aussehen, da kann man nicht mal mehr die Insassen von der Innenverkleidung unterscheiden, das ist alles ein Matsch.
Klaus: brumm
Helga: Achtung Klaus, das ist eine Gefällestrecke. Hast du das Schild mit den 2% nicht gesehen? Wenn du jetzt die Kontrolle über das Auto verlierst, sind wir alle tot. Und wenn du, weil du als einziger ein Airbag hast, überlebst, wer soll dann deine Wäsche waschen und für dich kochen? Und denk doch auch mal an die Kinder.
Kinder: schneller, schneller!
Helga: Kinder!!!! Klaus, sag doch mal was und fahr langsamer.
Klaus: brumm
Helga: Und fahr nicht in dem Tunnel so schnell, wenn sich deine Augen an die Dunkelheit gewöhnen, dann siehst du nichts mehr, wenn du auf der anderen Seite herauskommst.
Klaus bellt. (wird auf der CD-Version durch ein brummen ersetzt)
Helga: Was?
Erzähler: Klaus öffnet die Tür und steigt aus.
Helga: KLAUS? WAS MACHST DU?

3. Akt Krankenhaus[Bearbeiten]

Helga: Wissen sie her Wachtmeister, es war schrecklich, erst sind wir rechts gegen die Leitplanke, dann links. Dann haben wir uns 42x gedreht, als wir die Absperrung durchbrachen, mir ist ganz schwindelig geworden. Wissen sie wie schwer das ist, vom Beifahrersitz das Lenkrad zu bedienen?
Polizist: Hm!
Helga: Die Kinder auf dem Rücksitz haben gelacht, sie fanden es wie eine Achterbahn und haben im Chor schneller, schneller gerufen.
Polizist: Hm? Wa…..
Helga: Und dann sahen wir das Ende der Brücke immer näher auf uns zu kommen und den da hinter gähnenden Abgrund!
Polizist: Frau Fe….
Helga: Wenn nicht in dem Moment beide Vorderräder abgebrochen wären, wären wir in den Abgrund gestürzt.
Polizist: Frau….
Helga: Und mein Mann war irgendwo auf der Straße, einsam und allein. Wenn wir in den Abgrund gestürzt wären, was hätte er ganz alleine gemacht, ohne mich.
Polizist: Wahrscheinlich ein Fass auf….
Helga: Was?
Polizist: Nichts! Erzählen Sie weiter.
Helga: Jedenfalls sind wir bis halb über die Kante gerutscht und dort über dem 35 Meter hohen Abhang hängen geblieben. Das war die schlimmste ¼ Stunde bis wir gerettet wurden.
Polizist:
Helga:
Polizist:
Helga:
Polizist: (Hust): Also können Sie mir nicht erklären, warum ihr Mann bei Tempo 120 auf der A 71 kurz vor dem Ende der Ausbaustrecke die Tür öffnete und ausstieg?

Nachbesprechung[Bearbeiten]

Abgesehen von der merkwürdigen Sounderstellung wird beim Hörspiel dem Zuhörer abverlangt, dass er sich die Bilder zu dem gehörten selbst erdenkt. Das kann er/sie aber nur, wenn er/sie so ähnliche Szenen schon selber erlebt hat.
Die Folgen der Ausstrahlung des Hörspiels „Szenen einer Ehe“ waren vermehrte Verkehrstote auf der A 71 am Ende der Ausbaustrecke, ein sprunghafter Anstieg im Verkauf von Nintendospielen und die vermehrte Anfrage bei Volkshochschulen für den Kurs: „Wie rede ich mit meinem Hund!“