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Gleitschirmfliegen

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Flugtechnik auf dem neusten Stand: Ein Paraglidus haudichruss mit dem "T-BAG" der Marke AVON mit innovativen Stabilisatoren an den Flügelenden

Der Gleitschirm (vom Westgermanischen "glidhan" = "Tüte, mit der du tanzen wirst") zählt zur Gruppe der Gleitmittel und ist die Hummel unter den Luftfahrzeugen. Er wird von Drachenfliegern auch als Teebeutel, Luftboje, oder Mülltüte bezeichnet. Eigentlich dürfte ein Gleitsegel, wie es der Dachverband DHV bezeichnet, gar nicht fliegen. Jedoch schafft es der Pilot, meist Akademiker oder Beamter, seinen mit Angelschnüren zusammengebundenen Windbeutel beim Start so zu reizen, dass sich dieser aufbläht, wie ein Bodybuilder kurz vor dem Posing. Einmal in der Luft beschäftigt den Gleitschirmflieger, der sich selbst gerne als "Pilot" bezeichnet, (was bei den tatsächlichen Piloten von Segelflugzeugen bis hin zum Airbus nur mit einem Schmunzeln quittiert wird), nicht etwa die Faszination am Fliegen, sondern die Herausforderung das bunte Textilerzeugnis über sich gegen dessen Willen irgendwie am Fliegen zu halten.

Gleitschirmflieger nennen sich zur Vermeidung von Diskriminierung durch echte Sportpiloten auch häufig "Paraglider". Diese Bezeichnung setzt sich aus den Begriffskomponenten "Para" (von griech. voll daneben od. ekstatisch) und "glider" (vom Westgermanischen "glidhan") zusammen. Als "Paraglida" bezeichnet man noch heute in einigen abgelegenen Puster-Tälern einen uralten ekstatischen Tütentanz, den die Dorfjugend unter massivem Rauschmitteleinfluss bei extrem turbulenten Talwindbedingungen als Initiationsritus durchführt, um in den Besitz des sogenannten "AHA-Scheins" zu gelangen, der gewisse Ähnlichkeiten mit einem Heiligenschein hat.

Der Start

Hier sind drei Typen zu unterscheiden:

Der Anfänger

Paraglidus hasenfus (Pfeil) beim meditativen Auslege-Ritual

Den Anfänger (lat. paraglidus hasenfus) erkennt man am Startplatz insbesondere an seinem ausgeprägten Auslege-Ritual. Dies zelebriert er völlig in sich gekehrt und erstaunlich immun gegen wechselnde Wind- und Wetterverhältnisse. Stundenlang, immer wieder begleitet von leisen Flüchen, beschwörenden Gesten in der Luft oder gemurmelte Stoßgebete richtet er seine ganze Aufmerksamkeit darauf, seinen Schirm peinlichst akkurat quer über den Startplatz auszulegen. Anschließend werden die Leinen durch wiederholtes Peilen, Zerren und Straffen exakt in jene Position gebracht, die im Fliegerhandbuch empfohlen wird. Auch auf kleinste Abweichungen von dieser Auslegeordnung, verursacht durch Geländeunebenheiten u.ä. reagiert der sensible Flieger-Novize mit hektischen Korrekturversuchen (Peilen, Zerren, Straffen) und verlagert so im Laufe eines Tages mehrfach seine Startposition. Fluganfänger zählen daher rasch zu den intimsten Kennern ihrer Startplätze mit einem ausgeprägten Gespür für kleinste Bodenunebenheiten, Kuhfladen, Steinchen, Kräuter und Gräser.

Erfahrene Fliegerkameraden beruhigen Anfänger gerne durch das laute Rezitieren der magischen Formel "Besser wird's heut nimmer" und weisen zuweilen durch beharrliches Kopfschütteln auf die aktuelle Wettersituation hin. Dieses Verhalten hat zum Ziel, dem Anfänger bewusst zu machen, dass er die einzig fliegbare Phase des Tages gerade damit verbringt, sein Fluggerät zu justieren. Nicht selten führt das fürsorgliche Gebahren der alten Hasen jedoch zu empfindlichen Störungen im Auslegeritual. Neulinge werden dadurch, sofern sie nicht wieder einpacken und mit dem Ritual von vorne beginnen, zu unvorsichtigen Startversuchen verleitet. In diesem Fall hilft oft nur noch die anspornende akustische Starthilfe durch das laute Rufen von "Laufen, laufen, laufen!"

Der alte Hase

Dieser Paraglidus anticus ist ein besonders alter Hase der Flug-Evolution und mächtiger "Bart" (vgl. Flieger-Abc)

Alte Hasen (lat. paraglidus anticus), in der Fachsprache auch "Greisschirmflieger" genannt, sind im Gleitschirmsport ungefähr so häufig wie Rentner, die ihr Geld früher mit Suizidanschlägen verdient haben. Die seltenen Exemplare dieser Gattung erkennt man meist an ihrem Sportgerät, das nicht etwa sorgsam im Rucksack aufbewahrt wird, sondern schlampig in einen Schnellpacksack gestopft wurde. Die häufigsten Ausreden für dieses Ratz-Fatz-Packverhalten lauten: "Wieso zusammenlegen, den zieh ich morgen eh wieder raus" oder "Als ich gestern durch die Gewitterfront geflogen bin, war der Schirm noch nass. Den wollte ich noch zum Trocknen aufhängen". Wahrscheinlicher ist, dass sich diese raren Luft-Veteranen nicht mehr gut bücken können, um ihr Fluggerät ordentlich zusammen zu packen, sei es aufgrund von Arthritis oder wegen vieler Verschraubungen an Gelenken und Knochen. Eine zweite, wenn auch sehr riskante Möglichkeit, echte Flug-Greise zu identifizieren, ist ein analytischer Blick auf ihr Fluggerät - jedoch nur bei Dämmerung zu empfehlen. Fühlt man beim Anblick des Gleitsegels stechende Schmerzen in den Augen, gefolgt von spontaner Netzhautablösung, handelt es sich in der Regel um ein altertümliches Fabrikat der Serie "Augentrost" in Neon-gelb, -pink, -grün oder -rot.

Paraglidus anticus hält nicht viel vom akkuraten Ausmessen der Leinengeometrie vor dem Start. Sein Startverhalten folgt einfachsten Regeln: 1. Sack wahllos abwerfen und öffnen; 2. Grellbuntes Flugtextil irgendwo in unmittelbarer Nähe hinpfeffern; 3. Verstauen des Packsacks und Anlegen des antiken Gurtzeugs, erkennbar an den schmiedeeisernen, reich mit Ornamenten verzierten Karabinern. Die Sonnenbrille, welche in erster Linie dem Schutz vor gefährlicher Hornhautverätzungen durch die Segelfarbe dient, wird während dieser Prozedur keinesfalls abgesetzt. Noch bevor die Zuschauer dem Flugveteranen ihr Beileid ausdrücken und Hilfe anbieten können, ist er auch schon flink verschwunden. Je nach Wetter trifft man den seltenen Altvogel wieder am Landeplatz, wo er mit lauten Flüchen seinen Schirm in den Sack stopft, oder er ist längst "auf Strecke", um stundenlang mit anderen Greisvögeln die Rentnerthermik zu genießen.

Der Coole

Der Coole (lat. paraglidus haudichruss) ist eine Mischung aus Anfänger und altem Hasen. Der Coole hat seine Flugmesstechnik inzwischen für viel zu wenig Geld bei Ebay verscheuert, aber er hat dafür das neueste Material am Start und sieht aus wie die wandelnde Reklametafel seiner Gleitschirmmarke. Den hohen Verbundenheitsgrad dieser Fliegergattung mit ihrem Sport erkennt man an den aufwändigen Kleidungstatoos, für die der schräge Vogel etwa 103,57% mehr investieren musste, als für die schmucklose Standardausrüstung. Aufgrund fehlender Voraussicht, zuweilen auch aus Furcht, den wunderschönen Werbeschirm aus den Augen zu verlieren, startet Paraglidus haudichruss bevorzugt rückwärts und beobachtet dabei, ob sich sein Textilknäuel richtig aufbläht. Seine Starteleganz erreicht zwar nicht die des Paraglidus anticus, doch wenn der Start wider Erwarten glückt, wird mit einem lauten "Jahuuuu" (nicht zu verwechseln mit Yahoo) von der Peinlichkeit der rückwärtsgewandten Startmethode abgelenkt.

Der Flug

Der Gefahrenhinweis "Stop Soaring" soll auch in Gebirgsregionen helfen, vor Unfällen durch Ein-Nicken in eintönig laminarem Wind zu warnen.

Der Flug mit dem Gleitschirm kann in drei Versionen absolviert werden:
A) Abgleiten: Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinn nicht um einen Flug, sondern wie der Begriff es bereits treffend andeutet, eher um einen Ausrutscher am Starthang, der in zügigem Absacken Richtung Talboden endet. Coole Piloten und alte Hasen halten für den unglücklichen Fall des Abgleitens immmer ein paar neue Flüche und Ausreden parat, damit es nicht so aussieht, als würde man das ständig so praktizieren. 9 von 10 Flügen sind jedoch Abgleiter und keinesfalls zu verwechseln mit Absacker, der gelegentlich nach einem unverhofften Sackflug (daher der Name) zur Wiederherstellung der Flugtüchtigkeit dem Flieger in den späten Abendstunden verabreicht wird.
B) Thermikfliegen: Wer heiße Luft liebt, auch wenn er sie gelegentlich selbst verursachen muss um Auftrieb zu bekommen, bevorzugt das Thermikfliegen und hat alle Hände voll damit zu tun, dass der fliegende Teebeutel nicht ständig in sich zusammenfällt. Thermikfliegen ist aktives Fliegen: andauernd wird gerollt, genickt, gegrüßt, gerudert, geflattert, beschleunigt und gebremst - die Zeit vergeht im Flug. Da legt so mancher Flieger gerne Mal die Ohren an, um endlich wieder seine Ruhe zu haben.
C) Soaren: Die Windhunde unter den Gleitschirmfliegern lieben das Soaren, ein ewiges Hin- und Hersegeln an Hangkanten, Dünen und Küstenlinien, die von laminarem (laminar lat. = langweilig) Wind angeströmt werden. Laminare Winde haben jedoch eine derart beruhigende Wirkung auf die Piloten, dass diese nicht selten in der Luft einnicken (vgl. Nicken) und die Kontrolle (vgl. Rollen) über ihr Fluggerät verlieren. Daher werden in vielen Soaringgebieten, vor allem an der Küste neuerdings Warnschilder aufgestellt: "Stop Soaring before its getting boring!"

Die Landung

Ohne Ausnahme beenden alle derzeit handelsüblichen Gleitschirme nach geraumer Zeit den Flug von selbst - ob es dem Piloten passt oder nicht. Geübte Pilotinnen und Piloten gestalten jedoch den Rücksturz zur Erde am Gleitschirm nach individuellen Vorlieben sehr variantenreich. Zu unterscheiden sind dabei folgende Arten von Landungen:
a) Toplandung: Angeblich nur Top-Piloten vorbehalten, wird aber gerne als Ausrede hergenommen, um die Angst vor dem Abgleiter zu vertuschen.
b) Punktlandung: Pedantische Landung, die besonders bei peniblen Fluganfängern in Prüfungssituationen häufig auftritt.
c) FKF-Landung (Fuss-Knie-Fresse-Landung): Zeremonielle Landung bei besonderen Anlässen, verbunden mit dem beherzten finalen Bodenkuss des Gleitschirmfliegers.
d) Baumlandung: Anspruchsvolle Präzisionslandung in bewaldeten Fluggebieten. Kenner unterscheiden zwischen der nadeligen und der laubigen Variante; auch zu zeremoniellen Anlässen (z.B."Tag des Baumes") gerne gesehen, aber in Totholzbeständen strengstens untersagt.
e) Zaunlandung: Speziallandung mittels Landehilfe (Siehe unten: Z wie Zaun)
f) Einschlag: Eine besonders impulsive Landevariante, die am Landepunkt meist einen ebenso tiefen Eindruck hinterlässt, wie beim Piloten. Einschlag-erprobte Piloten, die meist dem Typ "paraglidus haudichruss" angehören, erkennt man an den charakteristisch gelb-schwarzen Messpunkten am Helm, welche auch in der Fahrzeugindustrie beim Einsatz von Crashtest-Dummies verwendet werden.

Landebewertung

Die Qualität einer Landung wird nach einer international gültigen Formel wie folgt nach Punkten bewertet:

amateurhafte Punktlandung in Baumwipfeln unter 15 Meter Höhe 5 Punkte
professionelle Baumlandung in Wipfeln über 15 Meter Höhe 10 Punkte
FKF-Landung bei Rückenwind mit Schleifspuren ab 10 Metern Länge in der Landewiese 25 Punkte
Toplandung auf Dachflächen untermalt durch Martinshorn-Symphonie der örtlichen Feuerwehr 30 Punkte
Einschlag nach Steilspiral-Anflug mit einer Tiefe des Einschlagkraters ab 1 Meter 50 Punkte
Zaunlandung im Weidezaun gefolgt von Stampede panischer Weidetiere und fluchendem Landwirt 100 Punkte
Landung am Rettungsschirm, begleitet durch jubelnde Zurufe von Wanderern 120 Punkte
versehentliche Landung am Regenschirm mit anschließender Eskorte durch die Polizei -140 Punkte
Landung im freien Fall ohne Schirm und Gurtzeug (Betrugsversuch) -250 Punkte

Wurde die Landung im Zusammenhang mit einer vorhergehenden Kollision durchgeführt, so wird die erreichbare Punktzahl mit dem Faktor 2,5 multipliziert. Fand die Kollision mit einem unbeteiligter Wanderer statt, beträgt der Multiplikationsfaktor 3,275. Wurde hingegen ein in der Landewiese nach Gänseblümchen suchender Fliegerkamerad getroffen, so wird mit 0,125 multipliziert. Fazit: Eine erfolgreiche Landung ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb sollte jedem gelandeteten Piloten, egal welche Punktzahl erreicht wurde, hoher Respekt gezollt werden.

Das Flieger-Abc

Kein Sonderzubehör ist dem Coolen zu teuer: hier mit rasantem Rennspoiler und sogenannten "Chicken Wings"
  • A wie Aufziehübung

Diese Übung zählt in der Gleitschirmausbildung zur Pflicht für fortgeschrittene Piloten, die das Aufziehen unerfahrener Flieger-Novizen perfektionieren möchten. Aufgezogene Fluganfänger fliegen nachweislich häufiger auf und anschließend davon. Die beste Aufzieh-Wirkung erreicht man bei Anfängern jedoch mit der Winde.

Wird von den jungen Piloten fälschlicherweise als Bezeichnung für eine Aufwindquelle benutzt. Dabei bedeutet der Spruch "Da drüben habe ich einen Bart ausgekurbelt" nichts weiter als "Ich bin Stolz, einen erfahreneren Piloten unter mir gelassen zu haben". Einen Bart "ausgegraben" zu haben, deutet hingegen nicht auf Leichenschändung hin, man hat lediglich einem alten Fliegerkollegen geholfen, sich aus dem Schirm und Leinengewirr zu befreien, welches sich nach der Landung über diesen gelegt hat.

  • C wie Cumulus

Bester flauschiger Freund des Gleitschirms, es sei denn er gehört zur Gattung der Nimbusse. Diese aufgequollenen Typen geben sich arroganter Weise nur mit Segelflugzeugen (bevorzugt der Gattung Schempp-Hirth) oder auch vereinzelt mit Passagiermaschinen ab.

  • D wie Drehrichtung

Die richtige Drehrichtung in einer Thermik zu erwischen ist ungefähr so schwierig wie ein 6er im Lotto. Enscheidend ist jedoch bereits beim Kauf eines Gleitschirms die Entscheidung zwischen einem linksdrehenden oder einem rechtsdrehenden Model. Flieger solcher Gleitschirme sind nicht in der Lage, ihre Drehrichtung den bereits kreisenden Piloten in der Thermik anzupassen und werden daher von unerfahrenen Piloten oft fälschlicher Weise als Ignoranten bezeichnet. Für mehr Flexibilität beim Thermikfliegen empfiehlt sich daher die Anschaffung eines Schirmes der Marken "U-Turn", neuerdings als "YOU-Törn" im Handel (s.u.).

  • E wie Eintrittskante

Keinesfalls kostenpflichtige Sicherheitsvorrichtung (Einritt frei!) am Gleitschirm, die durch raschen Schließreflex den hyperaktiv fliegenden Piloten darauf hinweist, dass er beim nächsten "Ohrenanlegen" nicht alle A-Leinen gleichzeitig benutzen sollte.

  • F wie Fullstall

Das Aussteigerprogramm für Gleitschirmflieger, die im Flug einfach mal abschalten und sich fallen lassen wollen, weil sie vom ewigen Kreisen am Himmel die Nase voll (engl. full) haben. Von vielen wird dieses entspannende Flugprogramm, bei dem der Schirm noch in der Luft eingepackt werden kann, fälschlicherweise als Acro bezeichnet.

  • G wie Groundhandling

Englischer Fachausdruck (auf Deutsch: "Bodenbehandlung") für die professionelle Preparation der Landewiese, die je nach Bodenverhältnissen und Landebeanspruchung mindestens wöchentlich erforderlich ist. Häufig übernehmen Landwirte diese Aufgabe durch das regelmäßige Ausbringen von Jauche und das sorgsame Auslegen von Kuhfladen, speziell zu Erhöhung der Gleitzahl (Rutschfaktor) beim Landen.

Dieses Flugmanöver ist auch unter der Kurzbezeichnung "Heli" oder "Radar" bekannt und wird von Streckenpiloten immer dann geflogen, wenn sie die Orientierung verloren haben. In mehrfachen Drehungen um die eigene Vertikalachse, verschafft sich der verirrte Flieger wieder die erforderliche Geländeorientierung und setzt seinen Flug danach zielstrebig fort.

  • I wie Inversion
    Flugfigur "Inversion" in Perfektion (zoom in and find out!)

Als solche bezeichnet man in der Gleitschirmgfliegerei einen sicherheitsrelevante Flugfigur, bei der der Pilot kopfüber unter dem Schirm hängend rechtzeitig vor der Landung eingehend überprüft, ob der Flugraum direkt unter ihm auch wirklich frei ist, bevor er vollkommen sorglos - wenn auch in der Regel leicht benommen - in die Links- oder Rechtsvolte (vgl. D wie Drehrichtung) einschwenken und Höhe abbauen kann.

Für die Puristen unter den Fliegern ein eindeutiger Indikator dafür, dass sie den unkontrollierten Luftraum verlassen haben.

  • K wie Kontrollzone

Insbesondere von oben genannten Puristen wird die Kontrollzone oft missinterpretiert als Zone der maximal erreichten Flughöhe. Nicht selten werden solche Flieger zur ihrer eigenen Verwunderung nach der Landung dazu gezwungen, die Zollkontrolle des Flughafens zu passieren.

  • L wie Lee

Das Lee ist zwar nicht mit Bruce Lee verwandt, verursacht aber genau wie der berühmte Kampfkünstler unter Gleitschirmfliegern immer wieder brutalen Wirbel. Wer sich mit dem Lee anlegt, sollte sich auf Turbulenzen gefasst machen und sich schleunigst auf die Suche nach Luv, der Schwester von Lee begeben. "Love Luv not Lee" gilt als geflügeltes Wort unter den Schirmfliegern.

  • M wie Megasaufen

Dieser fliegerische Fachbegriff ist die Steigerung des Begriffs "Saufen" (eigentlich Absaufen) und muss immer wieder als Begründung für illegale Außenlandungen in Feld, Wald und Flur herhalten. Mega-Saufen ist keineswegs zu verwechseln mit dem Flatrate-Saufen, ein im Gleitschirm-Urlaub häufig zu buchendes Abonnement, auch als "Schlechtwettergarantie" bezeichnet, das sichere Sinkflüge bei allen Windrichtungen und Wetterlagen garantiert.

  • N wie Nicken

Ist der Pilot nicht emsig damit beschäftigt, heftigst an seinen Bremsleinen zu reissen, so macht der Schirm vollautomatisch auf sich aufmerksam, indem er kurzfristig formatfüllend vor dem Piloten auftaucht. Der Pilot bestätigt durch sein zustimmendes Nicken, dass er den Hinweis seines Schirmes verstanden hat. Die Steigerung des Nickens ist das Ein-Nicken (vgl. Soaring).

  • O wie Opferbereitschaft
    Manche Gleitschirme können ihre Enstehung in der prä-aeronautischen Parapluie-Ära kaum verleugnen, sind aber noch heute in der Schlechtwetterfliegerei beliebt.

Beim Gleitschirmfliegen muss man viele Opfer bringen. Viele Piloten opfern ihre ganze Freizeit und in Extremfällen sogar ihren häuslichen Ehefrieden, nur um vollkommen gelangweilt stundenlang unter dem Schirm nahe der Wolkenbasis in stabiler Thermik herum zu hängen, in der Hoffnung, dass irgendwann endlich der legendäre "Hammertag" (Tag des Überfliegers) kommt.

  • P wie Packsack

Überdimensioniertes Reisegepäck des Gleitschirmfliegers, der in traditionell tief gebückter Haltung stets mit Sack und Pack unterwegs ist und gerne etwas mehr Ballast (Schwiegermutter u.ä.) dabei hat, um diesen bei passender Gelegenheit aus luftiger Höhe abzuwerfen. Staufächer und Kompressionsbänder am Sack sollen in Stauwetterlagen und bei drohendem Tiefdruck dazu dienen, eventuell auftretende Depressionserscheinungen zu kompensieren. Kompressionsbänder sind nach einer Dekompression in der Regel nicht mehr zu gebrauchen.

  • Q wie Querung

Dies bezeichnet die fliegende Überquerung eines Tales durch den Gleitschirmflieger und wird in Pilotenkreisen gerne als herausragende fliegerische Leistung gewürdigt. In Realität ereignen sich die meisten Querungen aber in der Regel unbeabsichtigt weil der Pilot ...
a) ... eingeschlafen ist
b) ... beim Telefonieren mit dem Mobiltelefon unaufmerksam ist oder
c) ... infolge großer Höhe in Angststarre verfällt.

  • R wie Regen

Perfekte Gelegenheit, zu lange gelagerte Schirme im Flug gründlich von Staub, toten Fliegen, Hagelablagerungen und ähnlich leicht abwaschbaren Verschmutzungen zu befreien. Hartnäckigere Flecken entfernt der routinierte Gleitschirmflieger ausschließlich im Vollwaschgang eines Cumulonimbus oder sofort nach der Wasserlandung in einem See.

  • S wie Streckenflug

Kurzstreckenflüge sind die häufigsten Flüge in der Gleitschirmfliegerei. Unterschätzt der Pilot jedoch die Windstärke und sieht keine Möglichkeit mehr, zum Startplatz zurück zu kehren, muss er "auf Strecke gehen" und einen Langstreckenflug zwangsläufig in Kauf nehmen. Achtung: Die Höhenluft bei einem Streckenflug schadet dem Mobiltelefon, was dazu führt dass die anderen Fliegerkollegen auf der Strecke bleiben.

  • T wie Thermik
    Der Drillingsflügel nutzt die Eigenthermik besonders effizient

Ein Mythos. Ein besondere Variante dieses Mythos' ist die sogenannte Eigenthermik, eine autonom erzeugte heiße Luftmasse, meist verbalen Ursprungs, welche besonders eloquente Piloten dazu befähigt, selbst dort zu fliegen, wo normale Piloten an harte physikalische Grenzen stoßen.

  • U wie Urinalkondom

Gängige Sanitärtechnik bei Inkontinenz und eigentlich nicht gleitschirmtypisch. Wird beim Gleitschirmfliegen aber häufig mit der Ausrede "Ich war auf Strecke" begründet.

  • V wie Variometer

Das Vario, auch als "Gleitschirmflieger-Tamagotchi" bezeichnet, ist eine Art virtuelles Küken, welches vom Piloten sorgsam gehütet und durch ständiges Betasten vor dem Start so lange stimuliert wird, bis es durch lautes Piepen auf seinen Hunger nach frischer Thermik aufmerksam macht. Das sogenannte "Tschi-Pi-Ess" zählt wie das Vario ebenfalls zu den beliebtesten Gleitschirmflieger-Tamagotchis.

  • W wie Wolken

Dienen primär als Schattenspender am Startplatz, werden aber gelegentlich auch von Wahrsagern dazu herangezogen, um startenden Piloten die nahe Zukunft vorauszusagen. Als besonders böses Omen am Start gilt das Aufziehen von Schattenspendern der Gattung "Cumulus Brassica oleracea var. botrytis".

  • X wie X-mal
    Startklarer Gleitschirmflieger auf dem Flugdeck eines Flugzeugträgers und Warnanzeige im HUD der F/A-18C

X-mal ist das meist gebrauchte Wort in der Szene. Am Start: "Jetz host dan Schirm scho x-mal ufzong, loss amol dia andern dron!" In der Luft: "Jetzt sauf ich schon X-mal an der gleichen Stelle ab, diesmal wird's doch klappen!" Bei der Landung: "Jetzt bin ich schon X-mal über den Baum drüber gekommen, das wird schon reichen!" Nach der Landung: "Jetz ho ir diar scho X-mal gsogt, dos dua ned soa tiaf iber de Boam fliagn soist. Reacht schied ders!".

  • Y wie Yippeee

Ein international gebräuchliches Rufsignal, mit dem startende Fluganfänger (meist im Adrenalin-Rausch) akustisch alle in ihrer Nähe befindlichen Flieger eindringlich davor warnen, ihre vollkommen unberechenbare Start- und Flugbahn zu kreuzen. Optisch verstärkt wird dieses Warnsignal im Regelfall durch heftiges Zappeln mit den Beinen kurz nach dem Abheben.

  • Z wie Zaun

Effiziente Landehilfe für die Kampfpiloten unter den Gleitschirmfliegern, um das unbeabsichtige Überfliegen des Landepunktes zu verhindern. Auf Flugzeugträgern steht alternativ das Fangseil zur Verfügung, in das der landende Pilot seinen Beschleuniger rechtzeitig einhaken muss, um abzubremsen. Diese Landung zählt zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten fliegerischen Operationen im Gleitschirmsport. (siehe auch: Landung und X-mal).

Gleitschirm-Marken

Mindestens so wichtig wie die Auswahl einer modischen Schirmfarbe und passenden Konfektionsgröße ist für den Piloten die Entscheidung für eine Schirm-Marke, denn nur mit der richtigen Marke hat der Flieger am Startplatz die Chance auf eine Starterlaubnis. Vorsicht: Zahlreiche Schirmfabrikanten - etwa 26 Marken existieren auf dem Markt - trachten danach, dass ihnen die Flieger wie Fliegen auf den Leim und danach mit teurem Gerät in die Luft gehen. Zu den führenden Herstellern beliebter Gleitsegel zählen folgende Firmen:

  • "AVON"; Der Markenname zeugt bis heute davon, dass diese Gleitsegel einstmals als Nebenprodukt bei der kosmetischen Gleitmittel-Herstellung entstanden. Aus kosmetischer Sicht zählen die Flügel von AVON bis heute zu den Spitzenprodukten am Himmel, optische einwandfrei aber flugtechnisch immer noch ein wenig parfümiert.
  • "Ed van Zee" (benannt nach dem holländischen Flieger-Pionier Edgar van Zeebrugge); Schirme dieser Marke werden bevorzugt mit Omega-3-Fettsäuren behandelt, was die wasserabweisenden Eigenschaften der Schirme verstärkt und sie somit auch für Wasserlandungen besonders haltbar macht. "Ed van Zee"-Schirme sind besonders empfehlenswert für Schlechtwetterflieger oder ambitionierte Küstenflieger, die nicht unbedingt hoch, aber ganz weit raus wollen.
  • "Shy-Talk" (dt.: "Unsäglich"); Über Schirme dieser Marke wird nicht wirklich viel geredet, und manche Profipiloten behaupten sogar, erst nach dem Genuss von reichlich Tequila oder Mescal in der Lage gewesen zu sein, diese Fluggeräte zu starten. Ihr giftiges Drehverhalten in der Thermik gilt als legendär. Besonders tückische Schirme dieser Marke tragen die Aufschrift "Gift", um unerfahrene Flieger eindringlich vor unbedarften Flugversuchen zu warnen.
  • "Wings too Strange" (dt.: Seltsame Flügel); Auffallend sind die Segel dieser Marke am Himmel vor allem wegen ihres eigenwilligen Tattoo-Designs, was den Piloten gelegentlich den niedlichen Spitznamen "Arschgeweih-Gleiter" eintrug. Eingeweihte behaupten, dass die magischen Voodoo-Signaturen auf dem Obersegel insbesondere die Eigenthermik gehörnter Flieger enorm verstärken soll.
  • "YOU-Törn" (dt.: "Du drehst"); Flügel dieser Marke sind besonders geeignet für "all inklusive" Piloten, die auf keinerlei Bequemlichkeit verzichten wollen und alle Extras beim Fliegen lieben. Ob AFS (Automatischer Flachland Synchronisator), EAS (Elektronischer Absauf-Sensor) oder PPN (Piloten Panik Neutralisator) - mit einem YOU-Törn dreht früher oder später jeder Flieger einmal voll auf oder irgendwann total durch.
  • weitere Marken:
    • "Yuppie", der (Rettungs)Schirm für Jungmanager, auch als ehemalige Fallschirm-Marke bekannt
    • "Indian Penn Dance", der Traumfänger unter den Schirm-Marken für die Schnarchnasen der Lüfte
    • "Tschinn" (auch als "Coctail" im Handel), nur im Vollrausch (vgl. "Shy-Talk") zu genießen
    • "Schwing", eine Weiterentwicklung von "Tschinn", bei dem auch Abstinenzler auf den Geschmack kommen sollen
    • "Para Pech", sucht seine Marktlücke bei den notorischen Unglücksfliegern in der Szene
    • "Wutzi Rally", die Marke für die Rampensäue und Pistenrowdies unter den Fliegern
    • "Ozzy Ozon", ist der richtige Schirm für ambitionierte Ozon-Loch-Piloten, die den ungefilterten Sonnengenuss suchen

Berühmte Gleitschirmflieger

  • "Sad Mike Schwing" (Österreich), so genannt wegen seines melancholisch-akrobatischen Flugstils, bevorzugt der Österreicher die Gleitschirmmarke "Swing" und erfand in den vergangenen Jahren viele spektakuläre Flugfiguren. Er gilt als Erfinder des "Achensee Acro-Blues".
  • Ewa Imschneewar (Deutschland), auch als "Thunderbirdy" in der Szene bekannt, erlangte großen Ruhm als Pionierin im Extremwetter- und Gewitterflug. Sie erreichte erstmals Flughöhen von über 9.000 Meter.
  • Chrigel Saurer (Schweiz), auch "Roter Bulle aus Bern" genannt, weil er 2009 wie ein geflügelter Stier in Rekordzeit durch die Alpen stürmte, um bei Monaco seinen Gleitschirm spektakulär im Mittelmeer zu versenken.
  • Tony Blender (Österreich), in der Szene auch als "Ikarus die Zaubernuss" bekannt, gilt als "Sexiest Glider Alive", der je die Alpen von Nord nach Süd überquerte, nur um am Südrand einmal ordentlich Spaghetti essen zu können.
  • Buchwart Martens (Deutschland), der "Pegasus literaricus" unter den Paragleitern gilt als Experte unter germanischen Heißluft-Horror-Autoren. Er verfasste u.a. das Schreckensfluchbuch für Gleitschirm- und Drachenflieger und sorgte durch zahllose Buchveröffentlichungen für die Abholzung großer Bergwaldgebiete in den Alpen, was wiederum der besseren Thermikbildung diente.
  • Franziskus Rogallus (USA), auch als "Heiliger Franziskus von NASAL" oder "Sailing Christo" bekannt, gilt als Erfinder des Gleitschirms. Tatsächlich hatte er in den 40er Jahren die Idee, als erster Raketen-Verpackungskünstler in die Kunstgeschichte einzugehen, was grandios misslang. Seine schlampigen Textilverpackungen lösten sich bereits bei geringsten Windgeschwindigkeiten von den Raumfahrzeugen und flogen davon - gelegentlich auch mit dem Möchtgegern-Christo im Schlepp.
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