Gesichtsmortadella

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Der Inbegriff der Geschmacklosigkeit: "süss" grinsende Wurstfratzen
Der Inbegriff der Geschmacklosigkeit: "süss" grinsende Wurstfratzen
Gesichtsmortadella, oder in der Provinz gerne auch mit 'Fratzewoscht' bezeichnet.


Versuch der fleischverarbeitenden Industrie mit Hilfe eines lachenden Gesichts in der Mortadella darüber hinweg zu täuschen, dass auch in dieser Wurst das drin ist, was so gut wie jede Wurst enthält: Knochenmehl, Fleischerschweiß, Gammelhack und dubiose Medikamente.

Wird vorzugsweise von, mit ihrem Leben unzufriedenen Fleisch und Wurstwarenfachverkäuferinnen an wehrlose Kinder konsumgeblendeter Mütter mit den lieblos dahin gebrabbelten Worten 'Ah wie süß der Klaane, willste ne Fratzewoscht'weiterverschenkt. Dies hat einen Hauptgrund: Die Kinder schon früh spielerisch daran gewöhnt werden, dass der tägiche Wurstkonsum so nötig wie die Luft zum atmen ist. Die Pharmaindustrie ein gesteigertes Interesse an der frühen Erziehung zum Fleischkonsum unserer Kinder. Wird doch hier der Grundstein gelegt für den späteren Absatz von Antibiotika an die Massentierzucht - wer als Kind Fratzenwoscht aß, schreckt auch als Erwachsener nicht vor einem aromatischen Stück Gelbwurst zurück.

Neue Trends finden sich im Salamibereich: Gesichtssalami mit Käseaugen soll der Rettungsring der schwächelnden Salamiwirtschaft werden.



[bearbeiten] Gesichtswurst

Historischer Abriss - 70 Jahre deutsche Wurstgeschichte
Nachdem eine Wurst leider nicht immer einen Rückschluss auf die Herkunft gibt, haben sich findige Metzgergesellen aus dem oberhessischen Marburg in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts einen Spass erlaubt.

Statt dem Magen Schweineschnitzel und Rehrücken zu kredenzen, sollten nun auch unsere dunklen Seiten genährt werden.
Anlass zu dem makabren Wurstgenuss gab die (wahre) Geschichte des Massenmörders Fritz Haarmann, welcher zahlreiche männliche "Poussierjungens" zu sich nach Hause lockte, sie tötete und dann zu Wurst verarbeitete.
Die leckere Wurst verschenkte er dann freundlicherweise in der Hannoverschen Nachbarschaft, was ihm den Ruf eines lieben Onkels verlieh.
Die grossen Muskelstücke verkaufte er auf den Märkten der Stadt, während die faserigen abgekochten Gesichter in einer Wurstmasse verschwanden, die Groß und Klein gleichermassen gefielen.

Als humoriges Abbild dieser gruseligen Kochkunst ist uns die Gesichtswurst bis heute ein treuer Begleiter.
Und wer denkt da beim Blick in die käsigen Augen seiner Stulle nicht an den letzten Satz Haarmanns auf dem Schafott: "Auf Wiedersehen..."

[bearbeiten] Wurstgesicht

Sprachvariante. Nicht zu verwechseln mit der oben genannten Gesichtswurst.
Das Gesicht der Gesichtwurst ist beim Wort genommen ein Wurstgesicht. Dieser Begriff hat jedoch, in Anlehnung an unsere Gesichtswurst, sprachlich in den Bundestagsreden der 70er Jahre Fuß gefasst.
Erste Erwähnung bei Herbert Wehner, MdB, am 27.Mai 1973. ("Sie Wurstgesicht, mit Verlaub, Sie sogenannter Herr Minister!")
Seitdem kursiert der Begriff Wurstgesicht als Synonym für Trottel in unserer Sprache. Ist aus dem allgemeinen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken.

[bearbeiten] Variationen

Seit geraumer Zeit sind auch Nachbildungen anderer Körperteile als Wurst (auch Gebäck) erhältlich.
Diese allgemein eher als geschmacklos empfundenen Lebensmittel werden verschiedentlich als Stimmungsmacher auf Swinger-Parties angeboten. Sie haben aber im Gegensatz zu ihrem berühmten Vorreiter, der Gesichtswurst, wohl kaum eine Chance gleichberechtigt über die Wursttheke gereicht zu werden. Siehe auch: Arschgesicht.

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