Ferdinand Magellan

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So hat sich Magellan seine Weltumrundung immer vorgestellt.

Ferdinand Magellan oder philippinisches Schnitzel, (* 12 v. Col. in Sabberrotzi; † 29 n. Col. in der Südsee unter die Einwohner verteilt) war ein portugiesischer Seefahrer und staatlich finanzierter Weltenbummler, der der spanischen Krone gehörte. Ihm kam von allen großen Entdeckern das Los des Letztgeborenen zu, d.h. dass alle großen Entdeckungen seiner Zeit bereits entdeckt waren. Magellan musste nehmen, was übrig blieb. Er begnügte sich also damit, seinen Kollegen nachzustellen und sie zu berichtigen wo er nur konnte, wodurch ihm die halbe unbemannte Welt, in die kein anderer vordringen wollte, heute bescheuerte Namen wie Feuerland oder Kap der 11.000 Jungfrauen verdankt. Magellan gilt als Entdecker der grassierenden Skorbut, der Pauschalreise und des Umwegs. Außerdem war er der erste Mensch, der die gesamte Welt umrundet hat und das, obwohl er nachweislich vorher ermordet wurde. Zudem muss er mindestens zweimal von der Welt heruntergefallen sein, weil die Erde nach damaligem Wissensstand ja noch eine Scheibe war.

Seine Abenteuer hat sein treuer Liebhaber Antonio Pigafetta in ein Buch geschrieben und an öffentlichen Plätzen, v.a. bei Hinrichtungen in großen Städten laut vorgelesen, sodass sie dem portugiesischen Volk lange Zeit in guter Erinnerung blieben.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Magellan wurde während der Inquisition auf der iberischen Halbinsel als geburtsständisch verarmter Lokaladliger in eine Provinztorresfamilie am Arsch der Welt geboren. Sein Vater war Rudi von Magellan (port. Mangelhans), ein durch Misswirtschaft heruntergekommener Bürgermeister, der sich nicht an die Korruptionsgebote König Johanns II. von Asis (genannt das Arschloch) zu halten pflegte. Ferdinand wurde in eine spannende Zeit geboren, in der Heinrich der Seefahrer dabei war, ganz Portugal, vom unzivilisierten Norden bis nach Nordmarrokko in ein Weltreich zu verwandeln. Magellan begeisterte sich daher schon früh für die Seefahrt. Statt zu lernen, wie man die Dörfer befreundeter Landadliger niederbrennt oder in der Lateinschule aufzupassen, spielte der kleine Ferdinand am liebsten Schiffe versenken und träumte vom Auspeitschen heidnischer Neger. Nicht mal die in seiner Zeit doch so wichtige Frage, wie man den Nachbarn richtig als Ketzer denunziert interessierte ihn wirklich. Dabei hätte er lernen können, wie man erfolgreich in den Cortes seine Macht verliert.

Wir schreiben das Jahr 1509. Ganz Malaysia wurde von den Portugiesen erorbert. Ganz Malaysia? Nein, eine kleine Stadt leistet Widerstand.

Immerhin hat Magellan als Heranwachsender den für seinen Stand typischen Militärdienst gemacht. Doch nicht das stumpfe Exerzieren und Repräsentieren in der heimatlichen Landsknechttruppe konnte ihn begeistern, vielmehr durfte er bereits als sobresaliente (vierte Klasse-Tourist bei portugiesischen Mordkommandos) Häfen entlang der afrikanischen Küste niederbrennen, wurde schließlich als christlicher Kanoniker gegen arabische Schiffe eingestellt und lernte mit großer Begabung, wie man sich an fremden Küsten richtig verhält. Magellan nahm mit seinem Freund/Cousin/Liebhaber Francisco Sãu an kleineren Scharmützeln teil, doch der große Ethnozid wollte ihm noch nicht recht gelingen. Die meisten Erfahrungen konnte er jedenfalls 1509 bei der Schlacht von Mallaca sammeln. Hier ging es den Portugiesen darum, mit einem Handstreich die freihändlerische Mehrlinienorganisation des Gewürzhandels über malaysische Mittelsmänner auszuschalten, was im Klartext hieß, die malaysischen Mittelsmänner auszuschalten. Der Angriff war supererfolgreich, es entkamen sogar 40 von rund 270 Portugiesen, unter ihnen Magellan, der durch solche Schlachten einfach nicht totzukriegen war. Das interessierte zu Hause natürlich kein Schwein und als Magellan zurück nach Portugal reiste, hat er sich für seine unbedeutende Tat gründlich geschämt und musste sich in der Fehleranalyse selbst eingestehen, dass er auch nicht wusste, wo der Hase im Pfeffer lag.

Bei der portugiesischen Flotte reichte Magellans glorreiche Flucht zumindest für eine Beförderung zum Kapitän als Belohnung aus. Nun durfte er also mit einem eigenen Kommando weitere Niederlagen vollbringen, was er sofort in Arabien und Westindien anging. Nach einigen kaum erwähnenswerten Gemetzeln in Goa, Malabar, bei dem auch mal Frauen und Kinder auf ihre Kosten kamen zog Magellan mit der portugiesischen Flotte 1511 erneut auf Malacca. Diesmal hatte man genug Boote dabei, um mit Kanonen auf Spatzen zu schießen und überrannte die Stadt erfolgreich, wobei sich die Portugiesen als faire Gewinner zeigten. Geplündert wurde nur das nun wirklich wertvolle und in einigen Teilen der Stadt hielten sie sich sogar mit Vergewaltigungen zurück. Außerdem wurde der Boden nicht gesalzen, nachdem man die Häuser niedergebrannt hatte. Während dieser glorreichen Schlacht traf Magellan auch seinen arabischen Lustknaben, den er Heinrich nannte und auf seine späteren Abenteuer mitnahm.

Daheim in Portugal interessierte die Nachricht vom Fall Malaccas leider immer noch niemanden, sodass sich Magellan schließlich etwas ausdenken musste. Nachdem er 1512 ein Jahr lang spurlos verschwunden war, in dem er, nach gängiger Lehrmeinung, ein polynesisches Inselreich gegründet hat, wahnsinnig geworden ist und schließlich alles angezündet hat, um fluchtartig zurückzusegeln, schlug er beim portugiesischen König Manuel mit der Nachricht auf, er wisse, dass es einen Seeweg von Osten nach Westen gäbe.

In Wahrheit wollte Magellan, der alte Schwindler seiner anfangs schwachen Karriere Auftrieb geben, indem er, wie sein großes Vorbild Columbo, nach Westen segeln und einige unbedeutende Inseln entdecken wollte. Doch da war noch eine Sache. Das ging nämlich nicht, ohne, dass er diesen Plan mit einem nur für Portugal relevanten Weg zu den Gewürzinseln im Osten verband. Mit Vasco da Gama war nämlich ein neues Gewürzfieber in Europa ausgebrochen und mit ausgebrochen waren nicht die ungesalzenen Kohlrabistückchen der einfachen Bevölkerung gemeint. Der Vorstoß nach Indien revolutionierte die europäische Kochkultur auf nie zuvor gekannte Weise.
Balboa erobert die Südsee. Ein Mann, ein Wimpel, ein Zahnstocher und bloß nicht zu weit reingehen, sonst rostet es
Interessierte Kaufleute entdeckten eine Gewürzinsel nach der anderen und aus Unwissenheit über die schrecklichen Gesundheitsgefahren des Zylonzimts wurden alle nach Europa importiert und durcheinander probiert. Reiche Mitteleuropäer konnten es kaum erwarten, bis eine neue Ladung Curry aus Westindien eintraf, die sie auf ihre Ingwerknollen streuen konnten. Gewürze regten den Erfindergeist an, in Erfurt erfand Hieronimus Born den Senf. Nationalgerichte konnten durch die Genießbarmachung landestypischer "Spezialitäten" entstehen, aus Fischabfällen wurde nun plötzlich Paella aus rohem Schwein oder Regenwurm Gazpacho. In dieser Situation wäre es eine Todsünde gewesen, von den mehr als überreichen Herrschern eine bezahlte Expedition nach Westen zu verlangen, wo doch noch so viel Wunderkram im Osten zu holen war.

Weil das ganze Wunderkram im Osten aber nur Portugal gehören sollte, konnte Magellan mit seiner Idee begeistern, einen geheimen Weg dorthin gefunden zu haben, der so weit im Westen lag, dass er schon wieder im Osten lag. Mit diesem genialen Schachzug hatte Magellan alle expeditionsrelevanten Personen auf seine Seite gebracht, gut, bis auf den portugiesischen König als Geldgeber und gut, na schön, der war die einzig relevante Person für eine neue Expedition. Der Wind drehte sich für den prestigegeilen Mittdreißiger im Jahre 1515 erneut, als Vasco de El Niño Sanchez Nachos Núñez de (Rocky) Balboa ein alter Mann und Abenteurer, der mit seinen Schlägertrupps auf umständlichste Weise durch Südamerika gelaufen war, die Südsee hinter Amerika entdeckte und das gesamte Gewässer mit einer sehr dominant wirkenden Fahne für Spanien in Besitz nahm. Gerade bei so einem Gebietsvorsprung der spanischen Krone musste der portugiesische König endlich einlenken,- hat er aber nicht gemacht, der alte Krepel. Dafür erlaubte er Magellan nach einigen Ungereimheiten in der Armee sich gefälligst zu verpissen und seine billigen Dienste anderswo feilzubieten, was der auch prompt nebenan tat, wo doch die Südsee ohnehin schon einmal den Spaniern gehörte und eine Maut als Portugiese für die lange Strecke doch sehr teuer geworden wäre. Er hurte also beim gerade volljährigen Karl I. von Spanien an, der später besser bekannt wurde als die alte Bratze aufm Gaul und der unterstützte Magellans Pläne gern mit einem kleinen Fuggerdarlehen.

Wenn die bunten Fahnen wehen[Bearbeiten]

Magellan bockte nach seiner Demission aus dem potugiesischen Heer erstmal kräftig rum.

Magellan war Ende 1516 bereits so überzeugt von seinem Plan, einen Weg nach Westen durch die amerikanische Landmasse zu finden und im Osten wieder herauszukommen und gleichzeitig war er auch so verbittert, dass er den üblichen Blödsinn machte, den man aus klischeehaften Abenteuerfilmen so kennt. Hauptsächlich suchte er sich erstmal einen Verrückten, der ihm erzählte, dass er völlig neuartige Methoden der Navigation kennt, dann schloss er sich einem Veteranen und seinem Sohn an, die ihm dem spanischen König vorstellig machten und dessen Tochter Magellan natürlich zur Frau nahm, um bei seiner Abfahrt einen möglichst tränenreichen Abschied zu produzieren. Dann gab es da noch den jungen Aspiranten Heinrich, der zu seinem inspirierenden Mentor aufsah.

Neben der Magellancrew existiert natürlich auch die stereotype Konkurrenz, die aus den beiden Kapitänen Gustav Gomes und Juan de Cartagena bestand, die beide wiederum unterstützt wurden von Christball de Haro, der wiederum Einfluss ausübte auf den Bischof Juan de Foncesca, der einer der wichtigsten Berater des spanischen Königs und obendrein mit de Cartagena verwandt war (denn beide hießen ja Juan). Um Magellans blösdinnige Ideen, die hier ja aber im Mittelpunkt stehen noch etwas positiver darzustellen könnte man diese Konkurrenz als fetten dekadenten Inzuchthaufen beschreiben, der nur vom Geld seiner Gönner lebte und von fernöstlichen Harmes träumte, muss man aber nicht. Es war aber so,...oder auch nicht, wer weiß. Steckt man nicht drin.

Jedenfalls war es Magellan, der Ende 1517 auf einem Hoftag von König Karl die überschwengliche Zusage erhielt, eine Expedition nach Westen zu leiten. Der hatte nämlich nun auch mitbekommen, dass die ganze Südsee Spanien gehörte und meinte, dass es keine großen Schwierigkeiten mit Manuel von nebenan geben würde, wenn ein paar spanische Schiffe darin herumplantschen und weil der König so fest von der Integrität seiner Idee überzeugt war wurde die Expedition auch streng geheim gehalten, sodass nicht einmal die Seeleute, die bei Magellan anheuerten wussten, wohin die Reise ging. Das war, im Nachhinein betrachtet, die erste große Dummheit, die sich noch bezahlt machen sollte. Die zweite große Dummheit folgte auf dem Fuß, als Magellans verrückter Steuermann vom König entlassen wurde und stattdessen drei Kapitäne aus der Konkurrenzriege, unter ihnen auch Gomez und de Cartagena, eingestellt wurden, die im Vorfeld schonmal Magellans Absetzung als Kapitän planten.

Als die Verproviantierung der Schiffe gerade losging, man schrieb nun den August 1519, wurde der mittlerweile zum Kaiser gekrönte Karl V. langsam nervös und scheuchte Magellan mit seiner Truppe vom Festland. Das war, im Nachhinein betrachtet, vielleicht die dritte große Dummheit dieser Expedition. Am 10. August wurde die Flotte, bestehend aus fünf Schiffwracks, an der Kirche der heiligen Maria an den Docks von Sevilla mit großen Pomp und Hallo verabschiedet. Prompt segelte sie los und zwar den ganzen Guadalquivir, den fünftbekanntesten Fluss Spaniens, entlang bis zur Mündung. Da musste die Mannschaft erst mal wieder fünf Wochen Halt machen, um ihren Proviant aufzufüllen, wohlgemerkt waren sie noch nicht einmal auf den Atlantik herausgefahren. Vielleicht machte Magellan deswegen schonmal sein Testament, das dann im Nachhinein von seinen Gegnern zerredet und unwirksam gemacht werden konnte. Jedenfalls sollten seine Familie und sein Lustknabe den Großteil des Vermögens kriegen, das sich die Flotte unterwegs würdelos aneignen würde, ein noble Geste.

Eine Seefahrt, die ist lustig[Bearbeiten]

Es geht nichts über einen gut gefüllten Proviantraum im Achterdeck

Schiffsreisen bedurften in der damaligen Zeit einem auffallend großen Aufwand, der eine zunehmende Zahl an Vorräten und Menschen erforderte, um die riesigen Unternehmungen zu bewerkstelligen. Auch Magellan betrieb einen enormen Aufwand. Er nahm also zwei Tiere, von jedem Geschlechte...oh...ach nein, zwei Zwiebacks und zwar schlechte und ein gutes Dutzend Fässer voller trockenem Pökelfleisch und Salzheringen, die natürlich einer intelligenten Wasserrationierung vollkommen förderlich sein mussten. Dazu gingen die gewöhnlichen Ratten, Würmer und Larven an Bord, die nahmen ja nicht viel Platz weg.

Magellan segelte mit Schiffen, die schon Heinrich der Seefahrer im Museum gesehen hatte und denen Experten bescheinigten, dass sie von der nächsten Böe in den Nordatlantik mitgenommen werden würden, ohne einmal das Wasser berührt zu haben. Das war, im Nachhinein betrachtet, vielleicht die vierte große Dummheit mit der die Expedition gestartet ist. Doch wie es der Zufall wollte, schaffte es die Flotte, die intelligenterweise Anfang Herbst ausgelaufen war bis zu dieser Station. Dort konnte brüchiges Kanarenholz und schlechtes Wasser geladen werden, um die Fahrt über den Atlantik möglichst vielversprechend auszurüsten. Wenigstens der Ozean zeigte sich gnädig, sodass man für die gröbsten Reparaturen auch ein paar Sägefische und Hammerhaie hernehmen konnte - zunächst.

Tatsächlich passierte nach der Abfahrt von den Kanaren ein Malheur nach dem nächsten, wer hätte das gedacht? Zunächst mal hatte Heinrich, der Ferdinands Nähtäschchenlaufbursche war, die Schere auf den Kanaren vergessen, mit denen man das Band des Äquators durchschneiden wollte. Also musste man warten, dass sich der Ozean gen Winter hin absenkte, um darunter durchzusegeln. Dann kam die Flotte in einem wochenlang währenden Sturm, den der fiese Atlantik nur aus Scheiß genau über diesen fünf Schiffen entwickelte. Zwei der Matrosen verlor die Flotte, die nach einer wilden Nacht vor Atlantis zwei Meerjungfrauen geheiratet hatten und dann ertrunken waren. Nachdem der Sturm endlich vorbei war und Magellan nur einige hundert Kilometer abgeweht worden war, kam die Flotte vom Regen in die Traufe und siechte drei Wochen in subtropischen Gewässern bei Windstillstand vor sich hin. Wer jetzt denkt, dass dies den Schiffen die Lebenslust raubte, der liegt natürlich ganz falsch, denn in den Fleischproviantfässern blühte das Leben.

Überhaupt machten die Engpässe auf See die Crew erfinderisch. Ganz neue Gerichte wurden probiert, man hatte ja jetzt Gewürze dabei. Leider sind Berichte, die Pigafetta dazu angefertigt hat, verschollen, doch ein anthropologischen Fakultäten vorliegender Reisebericht aus Joey Kellys letzem Sommerurlaub soll laut wissenschaftlichen Aussagen etwa die Situation auf hoher See erahnen lassen:

Während dieser Zeit konnten wir keine frische Nahrung zu uns nehmen. Der Zwieback, den wir essen mussten, war kein Brot mehr, sondern nur noch Staub, der mit Würmern, die den Zwieback durchfressen hatten, vermischt war und durch den Urin von Mäusen einen unerträglichen Geruch angenommen hatte. Das Wasser, das wir zu trinken gezwungen waren, war faulig und stinkend. Um nicht Hungers zu sterben mussten wir Stücke Rindleder essen, mit denen die große Rahe überzogen war, um die Taue vor dem Zerreißen zu bewahren [...] Gar oft nahmen wir aus bitterster Not Sägespäne zu uns. Selbst Mäuse, so widrig sie dem Menschen sind, waren eine begehrte Speise. Wir bezahlten einen Dukaten für das Stück. Infolge dieser schlechten Ernährung kam eine eigenartige Krankheit über uns. Das Zahnfleisch des Ober- und Unterkiefers schwoll an, daß es die Zähne bedeckte und der Kranke keine Nahrung mehr zu sich nehmen konnte. 19 Mann starben von uns an diesem Leiden.
- Joey Kelly, Mein schönstes Ferienerlebnis. Urlaub in der Ostschweiz, Dublin 2009, S. 94.


Mhmmmm...na? Packt einen da nicht direkt die Sehnsucht nach den fernen Weiten und die romantische Abenteuerlust? Aber was nimmt man als großer Entdecker nicht alles in Kauf, für Dinge die keine Sau interessieren und niemandem nützen? Zumindest standen ja noch ein paar fremde Völker in Aussicht, die man am Ende der Reise versklaven konnte.

Auch Matrosen haben eine Heimat[Bearbeiten]

Die Verständigung klappte besser als gedacht.

Nach mehreren Wochen, als schon die Haie, Freunde der Menschen, die Schiffe umkreisten, lief Magellan mit einer mehr als glücklichen Mannschaft endlich in brasilianische Häfen ein. Die hochmotivierten Seeleute gingen unweit portugiesischer Stellungen an Land und entdeckten zunächst einmal den Karneval in Rio. Als dieses zwei Wochen währende Fest vorbei war, kamen die Indianer auf die Fremden zu und wollten handeln. Jede Seite war natürlich voller Vertrauen füreinander und so konnte Pigafetta triumphal schreiben, dass er für ein kleines Glöckchen 15 Truthähne abgreifen konnte und die Indianer auch noch dachten, sie hätten ihn erfolgreich beschissen. Im portugiesischen Kontor, in dem der Indianer keine 30 km weit weg die bronzene Glocke gegen 30 Truthähne verkaufte erzählte der einige Tage später davon, wie er vor einigen Tagen einen Italiener beschissen hatte, der glaubte, er hätte für seine wertvolle Bronzeglocke ein gutes Geschäft gemacht. Die Seeleute sahen die Indianer an der Küste Bäume fällen und herausreißen und freuten sich über den Eifer dieser guten Menschen, die zur Wartung ihrer Schiffe beitragen wollten. Tatsächlich wollten die Indianer alles brauchbare nur so schnell wie möglich ins Landesinnere tragen, weil die Europäer klauten wie die Raben.

Doch die Kommunikationsprobleme mit den Ureinwohnern waren nicht das einzige, was Magellan in Südamerika zu bewältigen hatte. Bereits auf den Kanaren hatte er erfahren, dass er durch die spanischen Kapitäne abgesetzt werden sollte und wartete seitdem auf eine Gelegenheit, um sie ihrer Sache zu überführen. Als sich bei einer Kapitänskonferenz einige Tage von den Kanaren entfernt de Castagena nach einem krummen Nagel auf den Planken bückte, schrie Magellan laut auf: "Da ihr habt es alle gesehen! Er wollte mich umbringen!", und ließ de Castagena gefangen nehmen.
Kapitänskonferenzen waren während der Umseglung immer ein Erlebnis, bei dem ein harmonisches Miteinander präsentiert werden konnte.
Da hatte es Magellan aber allen gezeigt!

Kaum war die Flotte nun an der südamerikanischen Küste unterwegs trieb er die so zur Loyalität verpflichtete Crew von einem Sturm in den nächsten und verlor prompt Ende Dezember, keine drei Monate nach der Abfahrt das erste Schiff. Der Kapitän war irgendwo abhanden gekommen, um die restliche Mannschaft zu beruhigen musste Pigafetta ihnen erzählen, er wäre von einigen Indianern am Río de la Plata gegessen worden. In Santa Cruz, weiter südlich, waren die spanischen Teile der Mannschaft vernünftigerweise für die Umkehr, nicht weil sie die Fahrt in den Stürmen nicht genossen, nein, sondern aus Prinzip und Trotz. Nachdem Magellan dort ein paar weitere Männer das Fürchten gelehrt und ein paar Meuterer ausgesetzt hatte, ging es noch weiter nach Süden, wo das vierte Schiff der Flotte vor eine Wand fuhr. Der Tod weiterer Seeleute war nun Magellans großes Glück, denn er hatte endlich das "Unten" erreicht, das er in seinen Lügengeschichten immer erdichtet hatte. Die Mannschaft belohnte ihn mit einer erneuten Meuterei, die den alten Trotzkopf bestärkte, erst recht in die Straße am Ende des Kontinents einzubiegen. Das war eine gute Entscheidung, denn als Magellan in der Mitte der Straße angekommen war strich das spanische Proviantschiff die Segel und fuhr zurück. Magellan war darüber so wütend, dass er sich einfach weigerte, die artenreiche Fauna links und rechts rechts der Straße für die Nahrungsbeschaffung zu nutzen und die Mannschaft hungernd weiterfahren ließ und abermals- eine gute Entscheidung.

Magellan durchquert den Pazifik, Zeitgenössischer Stich

Während Magellan so fuhr gab er den Ländern links und rechts des Schiffs allerhand bekloppte und unpassende Namen, von denen der bekannteste wohl Feuerland ist, weil die Pinguine dort abends auf den Felsen immer an Lagerfeuern zusammenkamen und sich erzählten, wie ihr Tag war. Magellans Benennungen sprühten aber nicht nur über vor Kreativität, sie zeugten auch von seiner anhaltend guten und optimistischen Grundstimmung. Als die Flotte also am 28. November versprengt und frierend das "Kap der Verzweiflung" passiert hatte sah der elende Haufen endlich als erste Menschen nach Rocky Balboa die Südsee und Magellan nannte sie prompt Mare pacificum, weil sie so friedlich da lag, was er mit seiner Anwesenheit gleich wieder relativiert haben dürfte. Doch auch in der Südsee schaffte es Magellan nun über mehrere Wochen hinweg seine Crew zu motivieren, indem er mit großer Ausdauer an jeder besiedelten Insel unwissentlich vorbeifuhr, die auf seinem Weg lag. Hätte er einen TUI-Reisekaufmann an Bord gehabt, hätte er all die Perlen der Südsee besuchen können, die heute als touristische Attraktionen gelten, z.B. Tahiti oder die Osterinseln. Aber er nahm nur irgendwelche unterwegs aufgegabelten Einheimischen mit, die natürlich nur zu Sklavenarbeiten zu gebrauchen waren.

What shall we do with a drunken sailor[Bearbeiten]

Vier Patagonier, die irgendwas wegwerfen wollten, man weiß es doch auch nicht.

Der große Wert von Magellans Reise in den Pazifik liegt in den Reisebeschreibungen Pigafettas, der nun wirklich jeden Müll festhalten musste und damit die wissenschaftliche Grundlage für die moderne Anthropologie geliefert hat. Besonders eindrucksvoll war dabei seine Sprache, die er nicht etwa aus Unwissenheit so wählte, sondern, um spätere Generationen mit seinen Äußerungen zu nerven und zu quälen. Aber daran gewöhnt sich jemand, der Pigafettas Schriften entdeckt ebenso, wie an seine fantasiehaften Ausschmückungen der Realität. Grundsätzlich war alles, was die Flotte auf ihrer Reise entdeckte entweder zwei Meter hoch oder hatte Flügel. Doch wer weiß, was Pigafetta hier wirklich gesehen hat, nachdem die Crew anfing, die seltsamen Pilze zu essen, die im Schutz des Rahsegels am Achtersteven wuchsen.

In seinen anthropologischen Studien bewunderte er besonders das Aussehen der Ureinwohner und das "Feuer", dass sie im Gesicht trugen, im Klartext die quer über die Atzen tätowierten Arschgeweihe. Zudem ließ er sich zu gern beim Handel mit den Ureinwohnern veralbern. Was er jedoch besonders eindrucksvoll fand, waren die Riesenmenschen, die sie an der Küste Südamerikas trafen und die Pigafetta Klumpfüßer (Patagonier) nannte, weil sie sich hauptsächlich von Ödipussen ernährten.

In der Tierwelt machte Pigafetta besonders herausragende Entdeckungen, die durch ihre kreativen Namen verblüffen:

In der Kartographie sorgte Magellans sinnlose Reise für eine Revolution, weil die Dummheiten, die vorher auf die Karten gedruckt wurden, jetzt mit realen Dummheiten unterfüttert werden konnten. Hier ein Beispiel anhand der maßstabsgetreuen Darstellung der Magellanstraße. Magellans Weg.JPG Einige Grundmerkmale werden für das Verständnis der Welt im 17. Jahrhundert nun deutlicher:

  • Norden war Süden und Westen war Osten, weil ja alles auf dem Kopf stand
  • Die Länder waren dünner besiedelt und die Menschen nackter, als man glauben mag.
  • Das Modell der europäischen, christlichen Kleinfamilie kommt nicht aus Frankreich, sondern von den Urvölkern Südamerikas
  • Amerika und der südliche Kontinent lagen damals noch dichter zusammen, als das heute der Fall ist.
  • Während östliche Südamerikaner mehr den Europäern glichen sahen westliche Südamerikaner aus wie riesige Vögel.

Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern...[Bearbeiten]

Kein Wunder, dass die Einwohner gereizt waren. Man beachte das Verhältnis Fläche: Einwohnerzahl.
Magellans Zuhause als Fürst auf LapuLapu. Gemütlich

Im Grunde, so gewaltig, seine Tat war, blieb Magellan doch ein Konquistador. Das ist spanisch für "gelegentlich auftauchender Mörder, der fremden Völkern seine Religion aufzwingt". Das Recht, ein Konquistador zu sein konnten z.B. das portugiesische oder das spanische Weltreich vergeben, indem sie, auf zweifelhaftes Erorberungsrecht gründend, ihren Freibeutern schwere und schicke Briefe malten, auf denen stand, in welchem Umfang sie morden und rauben durften, falls der unangenehme Fall eintrat, dass irgendwelche Hinterwäldler das Gebiet bewohnten, dass ein umsichtiger Seefahrer soeben mit dem Scharren seines zivilisierten Windfähnchens in Besitz genommen hatte.

In der Funktion als Konquistador vertrat der portugiesische Schöngeist eine durchaus liberale Linie bei neu entdeckten Völkern. Liberal zur damaligen Zeit hieß, dass Magellans wahnsinnige Christianisten zwar trotzdem Ureinwohner der nun entdeckten Inseln bestialisch ermordeten, schändeten und beraubten, dass sich Magellan aber dafür interessierte, wieso.

Als er also nach mehreren Wochen mit seiner motivierten Mannschaft auf den Philippinen eintraf, eilte ihm sein Ruf bereits voraus und da war es auch vorbei mit der Neugierde. Wäre er mal noch in unbemannten Gewässern geblieben, doch schrecklich ist, was der Glaube den Menschen antut und wie er ihren Geist vernebeln kann. Magellan hatte eine hübsche kleine Insel gefunden, auf der er sich ausbreiten und den von seiner christlichen Mission überzeugten Eroberer spielen konnte, weil die Einwohner ihn zu ihrem König gemacht hatten. Hätte er verhängnisvollerweise doch mal nachgefragt, was der klanghafte Name der Insel, Lapulapu, bedeutete, nämlich "Wir essen regelmäßig unseren König" dann hätte er seine Fahrt vielleicht doch noch fortgesetzt. Mindestens hätte man stutzig werden können, als der Seefahrer und der Rest seiner Crew alle Nutztiere der Insel aufgezehrt hatten und sich scherzhaft fragten, was denn die Ureinwohner so aßen. Doch dazu hätte sich Magellan, berauscht von seiner langen Fahrt, noch einmal bewusst machen sollen, dass er sich ja mittlerweile wieder auf den portugiesischen Gewürzinseln befand, nur dieses mal von der anderen Seite, und wer Gewürze hat, naja...

Jedenfalls endete Magellans Plan, ganz LapuLapu und mit ihm die Metropole Mactan aus Spaß einzunehmen, Ende April 1521 wie eine seiner guten alten Niederlagen in der portugiesischen Flotte. Laut Pigafetta waren es anfangs 200 spanische Seefahrer gegen 3500 noch unwillige Lapulapianer, doch jedesmal, wenn Pigafetta die Geschichte erzählte, stieg die Zahl an, um Magellans letzte Dummheit nicht allzu unheldenhaft wirken zu lassen. Magellan zog also als christlicher König, nein, sagen wir lieber Inselgott, also als Inselgott gegen die 5000 Lapulappen und wurde am Arm verwundet. Wenn aber die Ureinwohner eines nicht verstehen wollten, so war es, dass ein Gott verwundet werden konnte und so fielen nach dem ersten Treffer die 7384 Lapulapianer über Magellan her und trugen ihn in alle Richtungen fort. Anschließend entschied sich seine Crew dafür, die Insel doch nicht mehr so paradiesisch und missionsbedürftig zu finden und noch ein bisschen weiterzusegeln und zu schauen, was es im Westen noch so gibt. Der Rest ist Geschichte.

Wenn sich jedoch eine Moral aus Magellans vollkommen sinnlosen und spannenden Leben ziehen lässt, die zwar unwissenschaftlich ist, doch sich als Allgemeinort einer Lebensweisheit nicht verschweigen lässt, so ist es doch die, niemals ohne handfesten Grund über den Pazifik zu segeln und es ist letztlich auch der historische Verdienst dieses Mannes, hier ein Musterbeispiel gegeben zu haben, wohin einen das hartnäckige Verfolgen seiner Täume führen kann, nämlich auf die Teller kerniger Inselknaben.