1 x 1 Goldauszeichnung von Santa Claus1 x 1 Silberauszeichnung von Lightening Evolve

Dourtenga Postkutschenstation

Aus Stupidedia, der sinnfreien Enzyklopädie!
Wechseln zu: Navigation, Suche
Häuptling Waka Waka, ist er der neue Diktator Burkina Fasos?
Mcap.jpg
itte des 19. Jahrhunderts zu französischen Kolonialzeiten errichtet, gilt die Dourtenga Postkutschenstation heute als eine der fortschrittlichsten Postkutschenstationen Burkina Fasos.

Die Postkutschenstation befindet sich in der Bezirkshauptstadt Dourtenga im gleichnamigen Bezirk, ist aktuell jedoch sanierungsbedürftig, was aufgrund der maroden Staatskasse Burkina Fasos momentan allerdings nicht zu realisieren ist. Wer aktuell der zuständige Staatschef ist, weiß man in Burkina Faso dank zahlreicher Putsche nicht mehr so genau, fest steht nur, dass dieser wohl -Beobachtungen eines englischen Reisenden nach - "...während des Putsches einen Knochen im Gefecht durch die Nase gerammt bekam." Die afrikanische Heilmedizin sieht keinerlei Möglichkeiten, solche Knochenstücke wieder zu entfernen. Mehr ist über die zuständige Person nicht zu erfahren, es zeigt jedoch, dass Burkina Faso sich in einigen Punkten gar nicht mal so sehr von Europa unterscheidet: Jeder beklagt sich über die nicht gemachte Ablage, doch dafür zuständig ist wieder niemand. Somit ist also kein einziger Bewohner des Landes davon ausgeschlossen möglicher Präsident zu sein und die zerfallene Postkutschenstation wird bis in alle Ewigkeit in ihrem Zustand verbleiben.
Die Postkutschen stehen im internationalen Pünktlichkeitsindex an Stelle 191, lediglich Schweizer Bahnen kommen unpünktlicher. Für die Bevölkerung ist dies kein Grund sich zu ärgern, Briefpapier ist sowieso nur seltenst erhältlich. Üblicherweise verständigt man sich sowieso über Rauchzeichen oder Trommelbeats.
Der Postkutschenstation geht es im Grunde genommen, wie vielen Herrschern: Ihr fehlt die Existenzlegitimierung. Dennoch gibt es ein paar Indizien, die ein Fortbestehen der Station für erstrebenswert betrachten lassen.

  • Einfachere Auslieferung von Hilfspaketen.
  • Wenn die ersten Stifte in Dourtenga Einzug halten, hat man direkt eine Postkutschenstation.
  • Einziges Statussymbol des Landes, welches ansonsten nur aus Steppen und Wasserauffangbecken besteht (vgl. Wikipedia).

Die Nachbarschaftsbeziehungen fördernd[Bearbeiten]

Dcap.jpg
ourtenga ist nur einer von 12 Bezirken Burkina Fasos. Dank seiner zentralen Lage grenzt Dourtenga auch noch an 8 dieser 12 Bezirke und diese Bezirke grenzen widerrum an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana sowie die Elfenbeinküste. Es gilt also die Nachbarschaftsbeziehungen zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Die Postkutschenstation Dourtengas bietet da eine willkommene Möglichkeit dies auch zu verwirklichen.

Die Dourtenga Postkutschenstation wurde deshalb zum zentralen Handels- und Gesprächspunkt gesamt Burkina Fasos, was aber eher daran lag, dass die Hauptstadt "Ouagadougou" so schwer ins Navigationssystem einzugeben ist. Der Namensgebung hat die Station ihre Berühmtheit und enorme Gewichtung für burkiner Handelsbeziehungen zu verdanken. Als 2003 die Postkutschenstation für einige Monate nicht in Betrieb genommen werden konnte, brachen die Handelsbeziehungen des Landes komplett weg - oder erinnert sich noch jemand an damaligen Handel?

Wartehäuschen im Süden des Landes. Die Postkutsche hält hier jeden Freitag, um Passagiere aufzunehmen, die ein Faible dafür haben mit Briefen in einem Waggon zu reisen.
Bis nach Europa wurde die Postkutsche importiert. Dreiste Witzbolde erhoben daraufhin den Eigentumsanspruch an der Idee der Postkutsche.

Die Route der Postkutsche führt quer durch Burkina Faso an zahlreichen malerisch gelegenen Briefkästen und Briefmarkenmotiven vorbei, ehe sie die Grenze zu einem der Nachbarländern durchstößt, der Grenzposten ein paar Briefe einkassiert (was in Osteuropa der Schnaps ist, sind hier die Briefe), und die Postkutsche sich auf geraume Zeit aus Burkina Faso verabschiedet.

Ein Ort zum Austoben für den Medizinmann[Bearbeiten]

Die Dourtenga Postkutschenstation ist mittlerweile halb zerfallen und ihre vier Wände erzählen die Geschichte zahlreicher kranker Rituale. Eigentlich ein Fall für Tine Wittler, doch die einzige Möglichkeit nach Dourtenga zu kommen - per Postkutsche - hat eine Maximallast von 100 Kilo Gewicht, für 15 Afrikaner mag das reichen, für Wittler und ihr Team jedoch nicht ganz. Für den örtlichen Medizinmann ist dieser Platz jedoch eine Art Kinderparadies. Hier hat er die Möglichkeit um Regen, Ernte und Briefe zu bitten. Immer ein ganz besonderes Spektakel: Wenn in Burkina Faso Regenrückhaltebecken zerstört werden, findet sich manchmal sogar Flaschenpost unter den Briefen.

Und auch ansonsten ist die Station äußerst geeignet für Medizinmänner. So ist zum Beispiel ein Teil des Daches offen, was den Rauchabzug bei eventuellen Feuertänzen erheblich erleichtert. Des Weiteren lässt der doch als mäßig zu bezeichnende Verkehr dem Medizinmann freien Lauf, zudem sind die Strohwände der Station schallgeschützt und sollte doch einmal jemand einen Brief abgeben wollen: Die Zeit bis ein Medizinmann aus seiner Ekstase zurückkehrt, gleicht der Wartezeit in einem normalen Postamt und gestaltet sogar das Briefe abgeben in Burkina Faso verblüffend realitätsnah.

Architektonische Visionen werden realisiert[Bearbeiten]

Einstige Tristesse: Lehmburg auf Lehmstraße. Sogar Fenster sind nicht aus Glas gebaut, sondern aus Lehm.
Icap.jpg
n Burkina Faso wird seit Anbeginn der Besiedlung mit Lehm gebaut. Mit Wasser wird das erdähnliche Material aufeinandergepatscht und ähnelt strukturell den Iglus der Inuits. Dies war den Errichtern der Dourtenga Postkutschenstation jedoch zu simpel, schließlich sollten Gäste nicht an den Wänden haften bleiben und einen positiven Eindruck von dem mittelafrikanischen Land bekommen.

Für die Postkutschenstation wich man zudem vom afrikanischen Kompaktbau ab (1 Raum für 10 Personen, Küche und Strohbetten). Die Maulesel (ja, keine Pferde!) für die Kutsche benötigten eine seperate Unterkunft und die Briefe sahen einfach schicker aus, wenn man sie morgens noch im weißen Zustand vorfinden konnte. Somit waren schon zwei Räume vonnöten: Stall und Lager. Das Wartezimmer verlieh der Station das gewisse Etwas
Waghalsig verwendete man für den Bau der Postkutschenstation zudem weitere Materialien direkt aus der Natur, sowie ein spezielles Staub-Lehm-Gemisch. Dieses hatte die normalen Eigenschaften von Lehm, nur wurde es nicht mit dem nächsten Regen für immer weggewaschen, sondern tauchte einfach wieder auf, wie es bei Staub der Fall ist. Bei den Naturwertstoffen handelte es sich um Holz und lange Gräser. Und man hat auch eine architektonische Vision: Ein Wassermengen-Frühwarnsystem.

Regelmäßige Probleme im afrikanischen Busch[Bearbeiten]

Dcap.jpg
as vermeintlich häufig auftretende Problem der Pünktlichkeit stellt sich in der Dourtenga Postkutschenstation, im Gegensatz zum Wolterdingen Hauptbahnhof, nicht. Besser gesagt: Den sanftmütigen Einwohnern ist es egal. In Burkina Faso wurde immer noch nicht die Zeit eingeführt und zwangsläufig ist es eine Botschaft Allahs (97% aller Einwohner sind Muslime), die es zu deuten gilt, wenn die Postkutsche mal nicht ankommt. Sollte man bereits zwei Tage zum Beispiel nichts von der Postkutsche hören, dann ist klar, dass sie entweder gen Europa unterwegs ist (bequemer als zu laufen), oder Halunken wieder mal ihr Unwesen treiben. Jegliche Verspätungen darunter liegen im Normalbereich und sind absoult verträglich. In der Wartezeit kann man kann Däumchen und anderes drehen.
Wikipedia.PNG
Die selbsternannten Experten von Wikipedia haben ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema.

Deutlich dramatischer war es jedoch mit dem Problem der sintflutartigen Regenfälle bestellt. In Afrika beherrschen hitzebedingt offene Bauten die Landschaft, damit immer gut Durchzug herrscht. An sich ist dies pfiffig, doch bei extremen Regenfällen ist dies ziemlich unpraktisch. Wartezimmer, Lager und Stall laufen voller Wasser. Im Wartezimmer sorgt dies für eine willkommene und abwechslungsreiche (wer weiß, ob ein Krokodil mitgeschwemmt wurde) Erfrischung, im Stall lechzen die Maulesel sowieso stets nach Trinken, doch im Brieflager sieht es nach der Sintflut immer bescheiden aus - meistens sind danach alle Briefe im Eimer, wenn man sie vorher nicht in eben jenen gerettet hat. Jetzt dürfte auch die architektonische Vision verständlich sein.

Geschrieben von:

Die Stupidedia ist ein Wiki – Artikel können nach der Veröffentlichung prinzipiell von jedem weiterbearbeitet werden. Für eine vollständige Liste aller Bearbeitungen siehe bitte die Versionsgeschichte.

Sky • weitere Artikel von Sky •
Mitmachen?

Du willst deine eigenen Texte verfassen? Anmelden & Mitmachen!