Gelungener Artikel6 x 6 Goldauszeichnungen von Spartanica, Blumenfee, Mixtli, Ali-kr, Snocker15 und Madteachers2 x 2 Silberauszeichnungen von Käptniglo und Busdriver Joe

Diverses:Onkel Klaus & Justine oder Dreieckige Donuts mit Vanille-Fischragout

Aus Stupidedia, der sinnfreien Enzyklopädie!
Wechseln zu: Navigation, Suche

Onkel Klaus und Justine[Bearbeiten]

oder:

Dreieckige Donuts mit Vanille-Fischragout[Bearbeiten]

Ein latent sozialkritisches Drama (oder sowas) in drei Akten, könnte auch eine Art Kammerspiel sein, k.A.

Mit Regieanweisungen

Bonus: Mit extra Ausstattungshinweisen, die eine Aufführung im Rahmen einer kleineren schulischen Theater-AG auch nach den aktuellen finanziellen Vorgaben des Bundeskultusministeriums zulassen

Damit sollte der Sozialkritik schon mal Genüge getan sein.

Bei schönem Wetter ist natürlich auch eine Aufführung auf dem Schulhof oder gar im Schulgarten denkbar.

Figuren,
eigentlich nur:

  • Onkel Klaus
  • Justine

aber irgendwie auch noch:

  • Regieanweisung
  • Ausstattungshinweis


Requisiten:

  • Bühne (Schulaula reicht, geht aber auch Turnhalle oder Klassenraum. Ach was, das kann man zur Not auch im Flur aufführen.)
  • Zwei Stühle (damit die beiden nicht die ganze Zeit stehen müssen, schließlich sitzen die Zuschauer auch)
  • Zwei Pappkartons (Möglicherweise kann man ja ein paar kleinere Geschwister oder ähnliches dazu anstiften, den größeren der beiden wie einen Schrank und den anderen wie einen Fernseher anzupinseln. Dann den "Fernseher" auf den "Schrank" stellen - fertig ist die Szenerie. Jedenfalls fast, fehlt nur noch:)
  • Ein Klapprechner oder ein dritter bemalter Karton, der einen Computer darstellt
  • Ein Handy oder ein viertes Kartöngchen, das (möglicherweise aufgrund der malerischen Gestaltung) ein Bisschen wie ein Telefon aussieht
  • Wischeimer, Wischmop (Falls Ekelhumor vorkommt. Das kann ja schließlich noch niemand wissen, da die Requisitenliste verfasst wurde, bevor überhaupt mit dem restlichen Stück begonnen wurde.)
  • Etwas Publikum (Aber erst mal ein bis zwei Proben!)

Erste Akte[Bearbeiten]

Regieanweisung: Der Vorhang geht auf. Justine sitzt in Schlabberjogginghose, T-Shirt und Hausschlappen auf der Couch. Sie sieht fern.

Ausstattungshinweis: Sie sitzt natürlich auf dem Stuhl, der aber im Stück eine Couch darstellt. Deshalb wird der Stuhl jetzt aber nicht noch nachträglich in die Darstellerliste eingetragen. Reichen Spielorten steht es selbstverständlich frei, sich ganz dekadent eine ECHTE Couch auf die Bühne zu stellen, beispielsweise vom Sperrmüll - aber aufpassen wegen des Ungeziefers! Sollte die Bühne nicht über einen Vorhang verfügen, so kann Justine (also die Darstellerin, die Justine spielt), auch einfach auf die Bühne kommen, sich hinsetzen und so tun, als ob sie den Fernseher einschaltet. Dazu könnte man unter Umständen im Vorfeld eine kleine Papp-Fernbedienung basteln. Dann sollte sie auf den Fernseh-Pappkarton schauen, so als ob...

Regieanweisung (Fällt dem Ausstattungshinweis ins Wort): Darf ich jetzt wieder?

Ausstattungshinweis: Natürlich, aber was gesagt werden muss muss doch gesagt werden. Soviel Zeit sollten wir ja wohl haben.

Regieanweisung: Ich mein ja nur. Irgendwann soll es ja auch mal losgehen. Abgesehen davon sind Regieanweisungen MEIN Job. Und im Übrigen gibt es ja auch so Dinge wie künstlerische Freiheit. Wenn Justine also beim Fernsehen popelt, willst du ihr das auch vorschreiben?!

Ausstattungshinweis: Jetzt sei doch nicht gleich so divenhaft! Es kann doch losgehen. An mir soll es nicht liegen. DU hast angefangen, ungeduldig zu werden, während ich nur bei der glaubwürdigen Ausstattung für den kleinen Geldbeutel helfen will.

Regieanweisung: Ist dir eigentlich bewusst, wie unprofessionell es rüberkommt, wenn sich der Ausstattungshinweis mit der Regieanweisung anlegt?

Ausstattungshinweis: Jetzt werd´ mal nicht albern! Schließlich kommen wir im Stück ja gar nicht vor, sondern sind nur helfende Tipps.

Regieanweisung: Eben. Also kein Grund, sich hier so aufzuspielen und alles bis ins kleinste Detail vorschreiben zu wollen!

Ausstattungshinweis: Also meine Idee war es nicht, Ausstattungshinweise hinzuzufügen. Ich mache hier nur meinen Job. Und glaub ja nicht, dass der gut bezahlt wird!

Regieanweisung: Du wirst ja auch nicht hinzugefügt, sondern das Stück wird von vornherein mit zusätzlichen Ausstattungshinweisen verfasst.

Ausstattungshinweis: Klugscheißer! Vor allen Dingen "zusätzlich"! Hört sich ja fast an wie "aussätzig"!

Regieanweisung: Ich mache immerhin schon länger Theater als du!

Ausstattungshinweis: Ja, du machst NUR Theater, das kann man laut sagen. Aber jetzt komm mal wieder runter von deinem hohen Ross und mach ´ne Ansage, sonst pennt Justine noch vor dem Pappkarton ein!

Regieanweisung: Ach ja, Ähm. Onkel Klaus kommt ins Wohnzimmer. Er sieht verschlafen aus. Reibt sich die Augen. Die zarte Vormittagssonne scheint wohlig ins Zimmer ...

Ausstattungshinweis: Vormittagssonne? Hast du ´n Knall? Stand bei den Requisiten irgendwas von Lampen oder Strom? Erst kritisierst du mich, von wegen, ich würde meine Kompetenzen überschreiten, und schon spielst du dich selber als Autor auf. Du bist doch hier nicht der Poet vom Dienst, du Shakespeare für arme. Du bist lediglich dafür da, anzusagen, was geschehen soll, wenn es nicht aus dem Kontext des Dialogs ersichtlich ist. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Regieanweisung: Mach mich doch jetzt nicht an! Was quatscht du mir denn überhaupt dazwischen, du Amateur?! Ich glaub es hackt! Ich muss mir doch wohl nicht von dir meinen Job erklären lassen. Also: ER SIEHT VERSCHLAFEN AUS! Reibt sich die Augen.

Ausstattungshinweis: Meine Güte, du Labertasche! Er hat doch mittlerweile schon ganz rote Augen. Außerdem war doch da was mit künstlerischer Freiheit, oder was?!

Onkel Klaus: Morgen Justine! Heute gar keine Schule?

Justine: Nö.

Onkel Klaus: Is aber Montag, oder?

Justine: Mmmhhh.

Onkel Klaus: Und warum bist du dann nicht in der Schule?

Justine: Bin krank.

Onkel Klaus: So? Was hast du denn. Akute Unlustites?

Justine: Oah, Mahnn! Mir geht´s halt nich so gut. Außerdem gehst du doch selber nicht arbeiten.

Onkel Klaus (setzt sich): Ich suche aber nach Arbeit.

Justine: Ja, klar. Am Getränkemarkt mit der Bierflasche in der Hand.

Regieanweisung: Nach einer Weile:

Ausstattungshinweis: Was?

Regieanweisung: Schhhhht!!!!

Ausstattungshinweis: Was denn, Schhhhht? Du hast gesagt: "Nach einer Weile, Doppelpunkt". Was denn, "nach einer Weile"? Das ist doch kein Satz! Und schon gar keine Regieanweisung. Was soll denn "nach einer Weile" sein?

Regieanweisung: Was nervst du denn jetzt schon wieder rum? Das habe ich doch nur erwähnt, damit die Schauspieler wissen, dass vor dem nächsten Text eine kurze Pause gemacht werden soll. Das ist so üblich.

Ausstattungshinweis: Und die sind so blöd, dass die das nicht selber wissen...?!

Regieanweisung: Manche schon.

Onkel Klaus: Was?! Blöd? Jetzt ist aber mal gut!

Ausstattungshinweis: Wie: "Was"? Kannst du uns etwa hören?

Justine: Klar können wir euch hören. So laut, wie ihr euch hier die ganze Zeit anzetert, kann man das wohl kaum ÜBERhören.

Regieanweisung: Siehst du?! Hab ich doch gesagt, dass du unprofessionell bist. Mich hat man zuvor noch nie gehört.

Ausstattungshinweis: Na und?! Wir sind ja auch ein innovatives Theaterstück. Da kann man auch mal eine Off-Stimme in die Handlung mit einbauen.

Onkel Klaus: Einbauen ist gut. Bis jetzt ging es fast NUR um euch. Und ihr seid ZWEI Off-Stimmen.

Justine: Und in der Einleitung stand überhaupt nichts von irgendwelchen Off-Stimmen, Erzählern oder gar Nebenhandlungen drin!

Regieanweisung: Von einer Nebenhandlung kann ja nun wirklich keine Rede sein...

Onkel Klaus: Nee, das stimmt. Wenn mann´s genau nimmt, sind WIR beide ja im Moment die Nebenhandlung. So richtig zu Wort gekommen sind wir noch nicht wirklich.

Justine (zu Onkel Klaus): Genau, also lass uns mal weiter machen!

Onkel Klaus: Ja, wir beachten die beiden einfach gar nicht. Aber, wo waren wir noch gleich?

Justine (Zieht - auf der Couch hockend - die nackten Füße an den Körper.): Dass es mir nicht so gut geht.

Onkel Klaus: Oder mit anderen Worten, dass du aus irgend einem Grund nicht in die Schule willst.

Justine: Mmmhhh.

Onkel Klaus: Na, wo drückt denn der Schuh?

Justine: Hä? Ich hab doch gar keine Schuhe an!

Onkel Klaus: Das ist ein geflügeltes Wort.

Justine: Ein was? Geflügel?

Onkel Klaus (Singt das Wort "Wort".): Ein geflügeltes Wo-hort!

Justine: Ich kenne nur geflügelte Nicknamen. Bei Tante Franzi zum Beispiel. Die ist nämlich bei Bookcrossing.

Onkel Klaus: Hä? Ich versteh nur "Franzi".

Justine: Na, die liest doch gerne.

Onkel Klaus: Hm.

Justine: Und wenn die ein Buch ausgelesen hat...

Onkel Klaus (grinst blöd, Al-Bundy-mäßig): ...sind die Buchstaben weggeflattert.

Justine (Schaut genervt. Macht sie eigentlich andauernd. Sollte also nicht jedesmal extra erwähnt werden müssen. Das spart Arbeit.): Neee! Dann setzt sie das aus.

Onkel Klaus: Wie jetzt? Aussetzen?

Justine: Na, die lässt die Bücher frei, damit sie jemand anders finden und lesen kann. Legt sie halt irgendwo hin, auf ´ne Parkbank oder den Packtisch im Supermarkt, is ja auch wurscht. Jedenfalls kriegst du da solche Flügel an deinen Nicknamen, wenn du soundsoviele Bücher freigelassen hast. Das sind die EINZIGEN geflügelten Wörter, die ich kenne.

Onkel Klaus: Ach soooo.

Regieanweisung: Onkel Klaus macht ein Gesicht, als hätte er begriffen, was sie ihm erzählt hat.

Onkel Klaus (nach oben blickend): Schnauze! (weiter zu Justine): Aber eigentlich ist mit "Geflügelten Worten" sowas wie Redewendungen gemeint. Und mit dem Schuh-Satz wollte ich eigentlich nur fragen, wovor du dich heute eigentlich drückst. Warum willst du denn nicht in die Schule, schreibt ihr eine Arbeit?

Justine: Ich hätte heute eigentlich ´ne Hausaufgabe abgeben müssen. Aber die war voll schwer und riesig. Und wir hatten kaum Zeit - nur zwei Wochen. Kannst du mir nicht ´ne Entschuldigung für heute schreiben? Bitte Onkel Klaus!

Onkel Klaus: Ich könnte in der Schule anrufen. Aber ich kann ja keine Lehrer anlügen. Ich kann zwar sagen, dass du heute nicht kommst. Aber morgen musst du dann wieder gehen. Dass es dir nicht gut geht, das sehe ich ja. Aber das liegt ja wohl daran, dass du deine Hausaufgaben nicht gemacht hast. Also geht es dir wahrscheinlich wieder besser, wenn du das erledigt hast. Wenn ich dir heute dabei helfe, dann kannst du morgen vielleicht ruhigen Gewissens sagen: "Die Hausaufgaben hatte ich gestern schon fertig." Was ist denn die Hausaufgabe?

Justine (theatralisch): Oooch. Ein Drama!

Onkel Klaus: Na, soo schlimm wird´s doch nicht sein. Jetzt mach mal nicht so ´n Theater!

Justine: Doch. Ein Drama, oder ein Theaterstück. Keine Ahnung wie das geht.

Onkel Klaus: Ach ein Theaterstück. Aber ihr müsst das doch im Unterricht behandelt haben, wenn ihr jetzt was schreiben sollt.

Justine: ...............

Regieanweisung: Sie schaut auf den Boden, sagt nichts.

Onkel Klaus: Gibt es denn ein Thema?

Justine: Das beste Werk soll in der Aula aufgeführt werden. Is egal, wovon es handelt.

Onkel Klaus: Interessant. Ich habe damals für die Schule übrigens auch ein Stück geschrieben.

Justine: Echt? Und, wovon handelte das?

Onkel Klaus: Es ging damals um die Qualen eines Außenseiters, der von den anderen Jungen in seiner Klasse immer geärgert wurde.

Justine: Klingt ja richtig sozialkritisch.

Onkel Klaus: Naja, es hatte auch autobiografische Züge. Leider war die extreme Realitätsnähe und die Tatsache, dass die Namen der handelnden Personen nicht geändert worden waren, Auslöser für eine polizeiliche Untersuchung. Das machte meine Lage nicht wirklich besser.

Justine: Du wurdest gemobbt? Und dann haben die sich erst richtig gerächt, oder?

Onkel Klaus: Auf der Klassenfahrt wurde ich als "Entschuldigung" (macht jeweils mit Zeige- und Mittelfinger beider Hände "Gänsefüßchen" - also Anführungsstriche oben und unten - in die Luft) zu einer kleinen Feier eingeladen. Dort haben sie mich mit Apfelkorn abgefüllt. Später, als ich im Vollrausch wirklich nichts mehr gemerkt habe, haben sie mich nackt ausgezogen, mit Filzstift angemalt und mitsamt der Liege, auf der ich schlief, mitten auf dem Marktplatz abgestellt.
Als mich die Sonnenstrahlen und die rätselhafte Geräuschkulisse weckten, kam ich langsam inmitten des geschäftigen Treibens der Obst-, Fleisch- und Fischstände zu mir. Leute schlenderten nett gekleidet und gut gelaunt an den Verkaufsbuden entlang. Wenn sie mich erblickten, wandten sie sich teils angewidert ab; teils starrten sie mich amüsiert an. Mir brummte der Schädel, und als ich realisierte, in welch peinlicher Situation ich mich befand, kam auch noch Monika vorbei. Sie war damals mein ultimativer Schwarm. Ich weiß nicht, woran es gelegen hatte, am Alkohol, an der Aufregung, am Geruch von Fisch und gammligem Gemüse oder an einer Mischung aus allem. Jedenfalls musste ich mich übergeben. Ach, hätte ich sie doch nur nicht angesehen. Dann hätte ich sie vielleicht verfehlt.

Regieanweisung: Ok, das war der erste Akt. Offenbar ist das Theaterstück doch nicht so jugendfrei, wie eingangs angekündigt.

Ausstattungshinweis: Man kann Nacktheit auch darstellen ohne, dass der Schauspieler völlig unbekleidet auftritt. Mit einer hautfarbenen Badehose erreicht man einen sehr überzeugenden Effekt. Die Illusion eines nackten Menschen wird gerade in den hinteren Sitzreihen immer glaubhafter. Auch kann man mit einem umgebundenen Laken oder einer übergeworfenen Decke die heikelsten Stellen ganz gut bedecken.


Zweite Akte[Bearbeiten]

Regieanweisung: Na gut, wenn das so ist, dann machen wir doch gleich mal Lust auf mehr. Schließlich sagt man ja nicht umsonst: "Sex sells.".
Also: Justine, angeregt von der Romantik, die der eben gehörten Geschichte zweifelsohne innewohnte, schiebt langsam ihr Oberteil hoch, räkelt sich anmutig auf der Couch und beginnt langsam mit ihrer Hand...

Ausstattungshinweis: Sag mal spinnst du?! Was soll denn das jetzt werden? Porno, oder was?!

Regieanweisung: Ich denke, das kann man auch anders darstellen. Sie kann sich doch ein hautfarbenes Hemd drunterziehen.

Ausstattungshinweis: Das Mädel ist gerade mal 14 oder so!

Regieanweisung: Wo steht denn das? Vielleicht ist sie ja auch schon vier mal sitzen geblieben.

Ausstattungshinweis: Definitiv nicht. Außerdem sollte die Handlung wenigstens annähernd zielgruppenkompatibel bleiben.

Regieanweisung: Und wer ist bitteschön die Zielgruppe? Der Kindergarten?

Ausstattungshinweis: Keine Ahnung. Vielleicht, 12 bis 18-jährige, die ein Faible für schrägen Humor oder abgefahrene Plots haben oder auf unlustige Geschichten ohne richtige Handlung stehen?

Regieanweisung: Na dann kann ich doch gar nicht so falsch gelegen haben...

Justine: Was ist denn nun mit meiner Hand?! Ich krieg hier gleich ´n Krampf!

Onkel Klaus: Lass dich zu nichts überreden, was du nicht willst!

Regieanweisung: Und was ist mit "Sex sells."?

Ausstattungshinweis: Guter Geschmack hat seine Grenzen!

Regieanweisung: Das ist schon klar, aber was ist mit Trash?

Onkel Klaus: Es mag ja sein, dass die ein oder andere Nacktszene auch im anspruchsvollen Theater für eine Erhöhung der Ticketverkäufe sorgt. Aber das soll doch kein kommerzielles Stück werden. Hier geht es doch nur um Spaß am Schauspiel und an der Dichtung.

Justine: Boah, Onkel Klaus! Werd´ du jetzt nicht AUCH noch pervers! Nix gegen Rollenspiele, aber "Spaß mit ´ner Dichtung"? Also man kann´s auch übertreiben. Kannst du dann bitte lieber mal die Schule anrufen?

Onkel Klaus: Ja, mach ich gleich sofort.

Regieanweisung: Onkel Klaus nimmt das Telefon und entschuldigt Justine.

Onkel Klaus: Ja, hallo? Justine kann heute nicht in die Schule ... Ihr geht es richtig dreckig. Wie bitte? ... Bauchschmerzen ... Nein, morgen kommt sie wieder, keine Sorge ... ja, wiederhören.

Justine: Danke. Siehste, war doch kein Akt.

Ausstattungshinweis: Wahrscheinlich sind hier alle nicht mehr ganz dicht. Wisst ihr überhaupt, was ein Akt im Theater ist?

Regieanweisung: Na sicher, Akt ist nackt.

Ausstattungshinweis: Quatsch! Das ist eine Art Kapitel. Die ganze Story ist in Akte unterteilt. Das bedeutet nicht, dass sich da irgend jemand auszieht. Das ist nur dafür da, damit man beim Lesen nicht den Überblick behält.

Regieanweisung: Das wissen wir natürlich alle. Ich wollte nur einen kleinen Scherz machen. Und es heißt "verliert".

Ausstattungshinweis: Was "verliert"? Im Theater geht´s doch nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um das Erzählen von Geschichten.

Regieanweisung: "...nicht den Überblick verliert." Nicht "behält"! Aber egal, leg´s zu den Akten!

Ausstattungshinweis: Hä? Ey, du sollst eigentlich helfen. Aber du verwirrst nur alle mit deinem besserwisserischen Geschwurbel.

Regieanweisung: Das steht alles so in den Akten. Und gegen die Aktenlage kann ich nichts machen. Da sind mir die Hände gebunden. Das ist Fakt! Äh Akt.

Onkel Klaus: Dabei fällt mir ein, dass ich mein Manuskript damals, als ich es von der Polizei zurückbekommen hatte, auch an ein kleines Theater schicken wollte. Unsere Deutschlehrerin, die damals auch die Theater-AG leitete, sagte mir, dass ich auf gar keinen Fall das Wort "Manuskript" verwenden solle, weil das ein Wort wäre, bei dem alle Regisseure sofort unwillkürlich mit dem Lesen aufhören würden. Ich benannte daraufhin gleich das ganze Stück um: in "Steuerrückzahlung".

Justine: Und, wie ist es angekommen?

Onkel Klaus: Mit der Post. Ich hab noch immer den Rückschein.

Justine: Nein, ich meine: Wurde es je aufgeführt?

Onkel Klaus: Aufgeführt? Ja, im Jahresprogrammheft des Theaters unter Kurioses, in der Liste der lachhaftesten Laieneinreichungen des Jahrzehnts. Auf dem 11. Platz.

Justine: Mist! Nicht mal Top Ten?

Onkel Klaus: (rollt die Augen, sagt nichts) ..........

Justine: Aber dann bist du vielleicht gar nicht der Richtige, um mir bei dem Stück zu helfen.

Onkel Klaus: Das mag sein, aber du hast ja keine Wahl. Und ich habe wenigstens schon Erfahrungen auf dem Gebiet machen können. Wenn wir es jetzt besser machen als ich damals, dann kommt vielleicht auch etwas ordentliches dabei heraus.

Justine: Also die Namen der handelnden Figuren sollten nicht, also ... echt sein. Sollten wir also ändern. Damit es keinen Ärger gibt.

Onkel Klaus: Zum Beispiel. Was sind schon Namen? Namen sind eh Schall und Rauch. Es sei denn, die Namen sind Teil der Handlung.

Justine: Namen als Teil der Handlung? Wie soll denn das gehen?

Onkel Klaus: Angenommen, das Stück würde von meinem Kumpel Werner handeln. Es ist kaum etwas besonderes an ihm, abgesehen von der Namensgebung in seiner Familie.

Justine: Wieso?

Onkel Klaus: Werners Eltern heißen "Werner" mit Nachnamen.

Justine: Ach, sein NACHNAME ist Werner. Ich dachte immer, das wäre sein Vorname.

Onkel Klaus: Ja, und sie haben drei Söhne, er ist der jüngste. Der erste bekam traditionsgemäß den Namen des Vaters mütterlicherseits "Karl" und den Namen des Großvaters väterlicherseits "Werner", hieß also "Karl-Werner Werner", der zweite bekam den Namen des Vaters väterlicherseits "Hans" und den Namen des Großvaters mütterlicherseits "Werner", also "Hans-Werner Werner". Der dritte Sohn bekam dann den Namen des Großvaters mütterlicherseits und den Namen Großvaters väterlicherseits. Er heißt also "Werner-Werner Werner".

Justine: Echt? Das ist ja krass! Und das ist erlaubt?

Onkel Klaus: Das Standesamt hat keinen Grund gesehen, den Werners das Recht, das für alle anderen gilt, zu verwehren. Außerdem ist es Tradition gewesen. Wirklich grotesk wurde es dann auch erst, als Werner geheiratet hat.

Justine: Werner-Werner?

Onkel Klaus: Ja, Werner-Werner Werner, wie er damals hieß. Seine Frau, die aus dem Nachbarort kam, hieß Karin Werner.

Justine: Was? Auch Werner?

Onkel Klaus: Ja. Aber ihre Familien waren nicht nachweislich verwandt. Sie bestanden jedenfalls beide auf einen Doppelnamen. Erstens, weil SIE sich nur dadurch die Möglichkeit erhalten konnte, über ihren Nachnamen deutlich zu machen, dass sie endlich unter der Haube war und zweitens aus Prinzip: Warum sollte ER nicht einen weiteren Werner in seine Sammlung aufnehmen?! Und so wurde aus Karin Werner durch Heirat Karin Werner-Werner. Und aus Werner-Werner Werner wurde Werner-Werner Werner-Werner.

Justine: Ha ha, ist das geil! Werner-Werner Werner-Werner. Ich kack ab, Mann. Ich lach mich krank!

Onkel Klaus: Wenn er sich irgendwo vorstellt, dann macht er das manchmal im 007-Stil.

Justine (mit einem Blick irgendwo zwischen verwirrt, ungläubig und skeptisch): 007-Stil? Was soll denn das sein?

Onkel Klaus: Na der sagt doch immer: "Mein Name ist Bond. James Bond."

Justine: Okay, und...?!

Onkel Klaus: Und Werner stellt sich dann halt so vor: "Guten Tag, mein Name ist Werner-Werner. Werner-Werner Werner-Werner". Die meisten Leute kriegen dann einen zuviel und denken, sie werden verarscht. Und dann schiebt er manchmal noch nach: "Aus Baden-Baden."

Justine (krümmt sich unter einem schweren Lachkrampf auf der Couch und droht fast herunterzufallen): Haaaa haaaa, haaaa haaaa, huuuh huuuh huuuh, hihihihih......


Dritte Akte[Bearbeiten]

Regieanweisung: Beide hocken noch immer zusammen.

Ausstattungshinweis: Genau, und Szenenbild, Gardrobe und Maske sind und bleiben die ganze Zeit unverändert.

Regieanweisung: Ist ja auch alles die selbe Szene. Die sitzen halt nur da und reden.

Ausstattungshinweis: Könnte das nicht etwas aufgelockert werden? Sie könnten doch mal in einen anderen Raum gehen, dafür könnte man dann mal ein neues Bühnenbild nutzen.

Regieanweisung: Das ist ja gerade die Kunst bei einem Kammerspiel, dass sich die gesamte Handlung auf engstem Raum (z. B. in einer Kammer oder, wie hier, einer Schulaula) mit einer begrenzten Anzahl von Darstellern (in diesem Fall zwei) abspielt OHNE, dass es langweilig wird.

Onkel Klaus: Naja, dieses Namending mag ja jetzt ganz witzig erscheinen, aber als Handlung für ein Bühnenstück ist sowas wohl schlecht umsetzbar. Außerdem würde sich der Witz irgendwie totlaufen, wenn man die Familiengeschichte als Rahmenhandlung zugrunde legen würde.

Justine: Und was schlägst du dann für eine Handlung vor?

Onkel Klaus: Keine Ahnung. Ist ja dein Stück. Du musst doch irgendwas damit ausdrücken wollen.

Justine (mit aggressivem Blick) : Bin ich Theaterregisseur oder Schriftsteller oder sowas? Wenn ich was ausdrücken will, dann gehe ich aufs Klo! Und wenn ich was zu sagen habe, dann poste ich das auf meiner Pinnwand. Ich will nicht, ich MUSS das Scheiß-Stück schreiben. Es ist eine HAUS-AUF-GA-BE. Ich bekomme eine NO-TE darauf!!!111

Onkel Klaus: Ja, das ist mir schon klar. Aber dem Werk muss ja eine gewisse Geschichte zugrunde liegen. Sonst könntest du ja jedes X-beliebige Gespräch mitschneiden und dann niederschreiben und mit ein paar Regieanweisungen versehen. Es braucht eine Handlung, eine Art Problem, das abgehandelt wird und wo dann am Ende eine Art Lehre, ein Fazit gezogen wird.

Justine: Wieso? Das mit dem Gesprächsmitschnitt klingt doch gar nicht so schlecht.

Onkel Klaus: Ich bin ja selber kein Experte. Aber nach dem, was ich weiß, brauchen wir eine Handlung, einen roten Faden.

Justine: Bääääähhhhhh. Jetzt ist aber gut. Wenn der Faden schon rot ist, dann ist dringend "wechseln" angesagt.

Regieanweisung: Onkel Klaus ist nicht sicher, ob es sich um eine geschmacklose Zote handelte oder ob sie wirklich nicht weiß, was ein "Roter Faden" ist und schaut entsprechend entrückt, als er zu antworten beginnt.

Onkel Klaus: Also Dramen und Theaterstücke haben einen speziellen Aufbau. Da dominiert die wörtliche Rede. Und Erklärungen der Handlung sind auf ein Minimum beschränkt. Aber dass ich davon gehört habe, das ist schon so lange her; so genau weiß ich das auch nicht mehr. Was habt ihr denn in der Schule darüber gelernt?

Justine: Wir sollten son Buch lesen. Und unser Deutschlehrer, der Herr Hart hat dann mit uns darüber gelabert. Mich hat der auch schon mal was dazu gefragt. Aber ich hab das Buch ja nicht gelesen. Das ist ja das Schlimme. Wenn ich jetzt wieder ´ne Sechs bekomme, dann krieg ich auf dem Zeugnis ´ne Fünf.

Onkel Klaus: Ok, pass auf! Neulich bin ich im Internet auf so eine Seite gestoßen...

Justine: Oahh nee, hör auf! Kein Schmuddelkram!

Onkel Klaus (gespielt gelangweilt schauend): Ha! Ha! Ich habe da so einen Geschichtengenerator gefunden.

Justine: Was für´n Ding?

Onkel Klaus: Einen Geschichtengenerator. Das ist so eine Internetseite, die dir ein paar Fragen stellt und dann daraus eine irrwitzige Geschichte spinnt. Ich denke, das ist genau das, was wir jetzt brauchen.

Justine: Hm, klingt für mich nach Kriminalpolizei. Aber wir können´s ja mal probieren.

Regieanweisung: Keine Ahnung, warum gerade ICH das jetzt verkünden muss, aber der gestrichene Teil des vorangegangenen Textes wurde von der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" zensiert und darf nur bei Aufführungen mitgesprochen werden, bei denen keine Personen unter 18 Jahre anwesend sind. Justine klappt jedenfalls ihr Laptop auf und tippt darauf herum.

Justine: Wie heißt denn die Seite?

Onkel Klaus: Weiß ich doch JETZT nicht mehr. Googel doch mal "Geschichtengenerator"!

Justine (nach ein paar Mausklicks): Ahh, hier. Ok, (liest) "Nenne ein Fortbewegungsmittel!" Hm, da könnte ich doch deinen klapprigen alten Fiesta angeben.

Onkel Klaus: Mein Fiesta? Der läuft doch noch ganz gut für sein Alter. Aber warum nicht?! Stylische Autos geben einer Geschichte immer etwas Besonderes.

Justine: "Name eines Freundes oder einer Freundin..." - Da nehme ich dich: "Onkel Klaus"

Onkel Klaus: Das war ja klar! Kannst du nicht jemand neutrales nehmen? Du weißt doch: Namen ändern spart Ärger.

Justine: Ach ja, na gut, dann nehme ich Herrn Hartmann.

Onkel Klaus: Heißt so nicht dein Deutschlehrer?

Justine : Der heißt Herr Hart. Ist also schon anonymisiert.

Onkel Klaus: Das ist ja hart, Mann! Aber wenn der Name abgewandelt ist, dann kann er auch mitspielen.

Justine (grinst): Gut, Herr Hartmann. "Name einer Person, die du nicht besonders magst" Da könnte ich Frau Roth nehmen.

Onkel Klaus: Wer ist Frau Roth? Ich hoffe, eine fiktive Figur!

Justine: Klar, nur leicht inspiriert durch meine Ethiklehrerin Frau Rother.

Onkel Klaus: Naja, wenn du meinst... Ist ja erst mal nur ein Test. Aber du solltest lieber auf solche Ähnlichkeiten verzichten.

Justine: Ok, mach ich ab jetzt. "Charakterisiere diese Person!" (grinst, tippt) "Gib ein Adjektiv ein!" Scheiße, was ist denn noch mal ein beschissenes Adjektiv?

Onkel Klaus: "Beschissen" zum Beispiel. Oder "blau", oder "unangenehm".

Justine: Gut, dann nehm´ ich "beschissen". (tippt) "Gib den Namen einer prominenten Person ein!" (tippt:) "Etwas, das du gerne trinkst." (überlegt kurz) Vanillesauce. "Etwas, das du machst, wenn es dir in der Hose juckt." Hä?! Was ist das denn für ein Blödsinn? Hmm... hüpfen?

Regieanweisung: Justine tippt, liest vor, tippt, grinst, tippt. Onkel Klaus schaut abwesend zum leise vor sich hin flimmernden Fernseher. Bei einigen ihrer Antworten muss er lächeln.

Justine: "Was machst du am liebsten?" Schlafen. Ganz klar. "Lieblingsgericht": Fischstäbchen. "Eine Zahl zwischen 1 und 100": 90....

Regieanweisung: Noch etwas tippen und lesen...

Justine: Sooooo.

Regieanweisung: Sie ist offensichtlich fertig und tippt demonstrativ auf den Enterknopf. Onkel Klaus schaut mit ihr zusammen auf den Bildschirm. Sie lesen, lachen, tippen.

Onkel Klaus: Oh mann, das ist ja eine Grammatik! Da stimmt ja gar nix.

Justine: Aber die Handlung ist schon Mal ziemlich abgedreht.

Onkel Klaus: Ja, aber so richtig Sinn ergibt das Ganze nicht. Hier zum Beispiel... Und das da...

Regieanweisung: Er tippt, lächelt. Sie lacht.

Justine: So ist es doch in Ordnung, oder?

Onkel Klaus: Weiß nicht, lies doch mal vor!

Justine: Alles?

Onkel Klaus: Nee, nur die Geschichte, wie wir sie jetzt verändert haben.

Justine: Also doch alles!

Onkel Klaus: Na, sicher!

Justine: Na gut, also (räuspert sich und liest dann vor):

Eines Abends kommt Herr Hartmann auf die beschissene Idee, seinen klapprigen Fiesta anzukurbeln um eine Spritztour mit seiner Mutter zu unternehmen. Frau Hartmann hatte ihrem Sohn erzählt, dass eine Anonymous-Party im Haus von Ronald Mc Donald abgeht und überredete ihn, hinzufahren! Er fühlt sich so beschissen und verwirrt, dass er das Verdeck an seiner vergammelten Karre runterklappt und mit Karacho direkt durch die Ahornhecke in den Pool von Ronald Mc Donald rast. Nachdem sie angekommen sind schauen sie sich um. Einfach jeder aus der Schule ist hier! Frau Roth, die wahrscheinlich blauste Grüne jenseits der 90 bietet beiden gleich einen Willkommenstrunk an. Herr Hartmann verbringt die halbe Nacht damit, Vanillesauce mit Scheibenfrostschutz zu trinken und mit Frau Roth zu flirten. Frau Roth will schlafen gehen, deshalb entschließt er sich, etwas Spass zu haben. Er fängt an, dreieckige Donuts zu machen! Alle flippen aus, bewerfen sich mit Fischstäbchen und rufen "Nieder mit Internetzensur und Gema-Abzocke!", "Nieder mit der Überwachung unserer Daten!" Herr Hartmann schaut auf und fühlt sich so unangenehm, wie noch nie. Mit einem Fischstäbchen auf dem Kopf holt er Frau Roth. Sie gehen zum Pool weil sie miteinander hüpfen wollen. Während sie im Pool hüpfen, kommt eine Horde Polizisten angestürmt und fragt sie nach dem Weg zu der verrückten Fastfood-Party, wo es die spacigen dreieckigen Donuts mit Vanille-Fischragout gibt. Herr Hartmann geht wieder rein um zu sehen, was dort los ist. Alle stehen in der Küche, backen dreieckige Donuts und belegen sie mit einem Brei aus Fischstäbchen und Vanillesauce. Schüler aus allen Klassenstufen kommen herbei und feiern Herrn Hartmann für seine Erfindung. Auch Kernkraft- und Globalisierungsgegner, Occupy-Aktivisten und Wutbürger sind dabei. Die Polizisten erklären den Hobbydemonstranten, wie sie die besten Chancen im Straßenkampf haben. Irgendwann liegen sich alle in den Armen, tanzen miteinander zu alten Evergreens oder trinken zusammen Scheibenfrostschutz und essen dreieckige Donuts. Plötzlich kommt Frau Roth mit einem riesigen Flammenwerfer herein. Sie sieht wütend aus. Sie schreit herum, dass sie alle grillen will und dass niemand ihr beschissenes Weltbild zerstört, solange sie das verhindern kann. Eine Pinguinfamilie in Ringelpullovern kann sich in letzter Sekunde retten und katapultiert sich mit einer Schleudersofteisscholle auf den Mond. Dann betätigt die Irre den Abzug und scheint ihn nicht mehr loszulassen. Alle, die sich zuvor mit Scheibenfrostschutz zugedröhnt hatten, explodieren auf der Stelle. Alle anderen - darunter einige der Polizisten und auch zwei Wilderer mit gelben Tirolerhüten - eröffnen das Feuer. Ein wildes Geballer, infernale Feuerwalzen, dichte Rauchschwaden und ohrenbetäubendes Todesgeschrei erfüllen die Szenerie. Dann wird es ganz still. Nur die völlig zerfranste Fritteuse baumelt leise quietschend am Kronleuchter hin und her. Der Qualm verzieht sich langsam. Alle liegen tot auf dem Boden.
Vorhang.

Onkel Klaus: Bravo! (klatscht demonstrativ anerkennend) Gar nicht mal so übel. Mit richtigem Showdown am Ende. Jetzt muss nur noch alles in Dialoge übertragen werden, eine positive Moral ans Ende gesetzt werden; und schon bist du fertig.

Justine: Was? Wie lange soll ich denn daran sitzen?!

Onkel Klaus: Das ist doch gerade mal die Story, das Grundgerüst. Die Schauspieler brauchen doch einen Text. Das ist doch schließlich kein Improvisationstheater, oder?

Justine: Improvisationstheater? Wieso? Wie geht das?

Onkel Klaus: Das ist, wenn die Schauspieler nur grobe Vorgaben haben und keinen eindeutigen Text. Dann wird mitten in der Vorstellung das Stück in seinen Einzelheiten im Ensemble entwickelt. Die einzelnen Vorstellungen unterscheiden sich dann mitunter recht stark. Kann aber auch in ein Chaos ausarten.

Justine: Das ist doch genau das Richtige für unsere Schulaufführung. Das Stück soll eh nur einmal aufgeführt werden. Und viel mit Proben oder Texte lernen wird eh nicht.

Onkel Klaus: Warum?

Justine: Na, die Theaterproben sind immer nach dem Unterricht. Da hat keiner mehr so die Power. Und wenn die Stücke zuviel Text haben, den am Ende sowieso niemand lernt, dann kommen die gar nicht in Frage.
Ich schreib da jetzt "Improvisationstheater" drüber, drucke den Mist aus und gebe das so ab. Jedenfalls kann keiner sagen, ich hab meine Hausaufgaben nicht gemacht.

Onkel Klaus: Das stimmt allerdings. Ist zwar eine ziemlich bequeme Variante, könnte aber funktionieren. Hast du schon einen Titel? Wie willst du dein Drama denn nennen?

Justine : Hmm. ... Vielleicht: "Dreieckige Donuts mit Vanille-Fischragout"!?

Onkel Klaus: Ha ha, ich will unbedingt wissen, wie diese Sache ausgeht und wie dein Stück ankommt. ...falls es gespielt wird.

Justine : Ok, ich sag dir dann Bescheid, wenn du zur Premiere kommen kannst. Aber setz dich dann lieber nicht in die erste Reihe!

Onkel Klaus: Wieso?

Justine : Na, wegen dem Flammenwerfer!

Regieanweisung: Vorhang!

Ausstattungshinweis: Falls kein Vorhang da ist, können die beiden auch einfach weggehen.

Regieanweisung: Das war ja klar, dass du wieder das letzte Wort haben musst. Und wie, bitteschön, sollte es in der Handlung erklärt werden, dass sie nach dem Schlusswort einfach das "Zimmer" verlassen?

Ausstattungshinweis: Naja, sie könnten irgendwie blöde gucken oder so... Und dann einfach aufstehen und gehen. Oder sie...

Regieanweisung: Ach halt doch einfach die Klappe!

ENDE[Bearbeiten]

Trunk.png
Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
Scroll.png
Unbedingt weiterempfehlen!
Gelungen

Der Artikel Diverses:Onkel Klaus & Justine oder Dreieckige Donuts mit Vanille-Fischragout ist nach einer erfolgreichen Abstimmung mit dem Prädikat Gelungen ausgezeichnet worden und wird zusammen mit anderen gelungenen Artikeln in unserer Hall of Fame geehrt.

Unbedingt weiterempfehlen!

Unbedingt weiterempfehlen!