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Diverses:Leben des Galilei

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Leben des Galilei.PNG

Inhaltsverzeichnis
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Personen[Bearbeiten]

  • Galileo Galilei
  • Frau Sarti, Galileis Haushälterin
  • Andrea Sarti, Sohn von Frau Sarti
  • Virginia, Galileis Tochter
  • Federzoni, Linsenschleifer, Galileis Handlanger und Freund
  • Barberini, Kardinal und Mathematiker, später Papst
  • Der Oberste Kardinal-Inquisitor, Höchster Inquisitor des Vatikan
  • Der Exekutiv-Inquisitor, sein Gehilfe
  • Cosmo di Medici, Großherzog von Toscana
  • Der kleine Mönch, Wissenschaftlich interessierter Mönch

Saturn 243.svg 1. Akt - Padua Saturn 243.svg
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Galileis Haus in Padua.PNG


Haus des Galilei

[Vorhang]
[Links ein Fenster und ein Fernrohr. In der Bühnenmitte ein Tisch mit Sternenkarten und optischen Instrumenten, dahinter eine Tür. Rechts ein Bett.]
[Galilei liegt im Bett und schnarcht. Frau Sarti betritt die Bühne von links, geht zum Bett und zieht die Bettdecke weg]
Frau Sarti: Aufstehen!
Galilei: Hm...?
Frau Sarti: Los! Raus aus den Federn!
Galilei: Ist schon morgens?
Frau Sarti: Es ist Mittag durch! Heraus!
Galilei [richtet sich im Bett auf]: Was haben Sie denn gutes gekocht?
Frau Sarti: Gekocht? Ich koche hier gleich auf 180! Raus! Ich will das Bett machen! Wenn du was essen willst dann arbeite!
Galilei [stellt die Füße aus dem Bett und streckt sich]: Ich arbeite doch die ganze Nacht hindurch.
Frau Sarti: Deine Sternenguckerei ist doch keine Arbeit! Die bringt doch nicht genügend Geld ein, wenn du hier in Saus und Braus leben willst!
Galilei: Ist es meine Schuld, dass der Universitätsdekan von Padua nichts für die Astronomie übrig hat? Der Etat ist eben nicht so hoch.
Frau Sarti: Dann sieh zu, dass du mehr Nachhilfeschüler an Land ziehst! Apropos Nachhilfe. Ein neuer Schüler hat sich für heute angekündigt. Offenbar ist sein Lehrer nicht zufrieden mit seinen Leistungen in der Mathematik.
Galilei [steht vom Bett auf und beginnt sich anzuziehen]: Dann soll sein Lehrer ihm auch Nachhilfe geben wenn er unzufrieden mit seinem Schüler ist.
Frau Sarti: Wegen dem Lehrer hat er ja die fünf in Mathe. Jetzt räum den Tisch frei. Ich will das Mittagessen aufdecken. Verhungern lassen kann ich dich ja doch nicht.

[Frau Sarti verlässt den Raum durch die Tür und kommt mit einem Tablett wieder, auf dem sich das Mittagessen befindet. Galilei räumt Sternenkarten und Instrumente an den Rand des Tisches.]
Frau Sarti [schreit]: ANDREA! VIRGINIA! ESSEN IST FERTIG!
[Galilei setzt sich und beginnt zu essen, Andrea und Virginia treten durch die Tür ein]
Frau Sarti: Habt ihr euch die Hände gewaschen?
Andrea und Virginia: Ja.
Frau Sarti: Dann guten Appetit!
[Frau Sarti, Andrea und Virginia setzen sich.]
Andrea: Galileo? Erzählst du mir wieder was über die Sterne?
Galilei: Gewiss doch! Letzte Nacht habe ich zum Beispiel etwas bemerkenswertes entdeckt, als ich den Stern Saturn beobachtete! Ganz offensichtlich hat er Ohren!
Andrea: Ohren?! Wozu braucht ein Stern denn Ohren?
Virginia: Sicher um den Gesang der Engel zu hören.
[Frau Sarti lächelt wohlwollend]
Andrea: So ein Quatsch! Engel gibt es doch gar nicht. Stimmt's, Galileo?
Frau Sarti: Ach was erzählst du den Kindern denn für Sachen?
Andrea: Und Gott gibt es auch nicht.
Frau Sarti [gibt dem Jungen eine Backpfeife]: ANDREA!!! Wie kannst du es wagen!?! Und du, Galileo, erzähl nicht so einen Unsinn! Wenn das jemand hört, wir kommen in Teufels Küche!
[kurzes Schweigen]
Andrea: Und was ist das jetzt mit den Ohren vom Saturn? Hat der wirklich Ohren? Wie sehen die aus?
[Galilei nimmt Bleistift und Papier und beginnt zu zeichnen. Frau Sarti und Virginia räumen den Tisch ab.]
Virginia [zu Frau Sarti]: Gehst du mit mir beten, Tante?
Frau Sarti: Gewiss doch, mein Kind.
Andrea [auf Galileis Zeichnung blickend]: Das sieht doch nicht aus wie Ohren!
Galilei: Nicht? Was soll das denn deiner Meinung nach sein?
Andrea: Das sieht aus wie ein Ring. Jedenfalls wenn der Stern rund ist. Du hast doch gesagt, Sterne sind rund.
Galilei: Ein Ring. Ach mach dich doch nicht lächerlich Andrea! Ein Ring würde unweigerlich auf den Stern hinunterfallen.
Andrea: Und warum fällt der Mond dann nicht auf die Erde?
Galilei: Weil er sich um die Erde bewegt.
Andrea: Und wenn der Ring sich um Saturn dreht?
Galilei [zögert]: Das würde natürlich Sinn machen... Vielleicht hattest du da gerade eine der wichtigsten Erkenntnisse unserer Zeit, Andrea! Wenn du so weiter machst, wird aus dir eines Tages ein großer Astronom!
Andrea [freudestrahlend]: Ja!

[Es klopft an der Tür]
Galilei: Herein!
[Der Linsenschleifer Federzoni tritt ein.]
Federzoni: Mohoin!
Galilei: Moin! Na, noch gut nach hause gekommen letzte Nacht? Ist ja reichlich spät geworden.
Federzoni: Alter Schwede, ich war sowas von betrunken, ich bin gar nich' mehr klar gekommen.
Galilei [spuckt auf den Boden]: Scheiße, ja. Ich auch!
[Andrea betrachtet entsetzt Galilei. Galilei und Federzoni blicken verlegen auf Andrea.]
Galilei: Mach das bloß nie vor deiner Mutter! Und erzähl ihr nicht, dass ich das gemacht habe!
Andrea: Ok.
Galilei [zu Federzoni]: Unser Andrea hier hatte einen genialen Einfall! Federzoni [gespannt]: Ach ja? Was denn?
Galilei: Er hat herausgefunden, dass die Ohren des Saturn in Wirklichkeit ein Ring sind, der sich um den Stern dreht.
Federzoni [schlägt die flache Hand an die Stirn]: Aber natürlich!
Andrea: Darf ich Saturn heute Nacht auch angucken?
Galilei: Ja. Aber erzähl deiner Mutter nichts. Saturn geht erst spät auf. Ich muss dich gegen drei Uhr morgens wecken.
[Andrea hüpft freudig auf und ab.]
[Federzoni setzt sich an den Tisch. Frau Sarti tritt ein und stellt zwei Bier und eine Cola auf den Tisch und geht wieder ab.]
Galilei: Ich richte das Fernrohr schonmal auf die Sonne aus. Ist es nicht faszinierend, dass sich ein ganzes Universum um die Sonne dreht?
Federzoni: Wohlwahr!
Andrea: Ja!
[Galilei setzt sich. Die Männer prosten sich zu und trinken. Andrea bewundert die Sonne mit blinzelnden Augen durch das Fernrohr.]
[Frau Sarti tritt ein.]
Frau Sarti: Der Kardinal Barberini steht draußen in der Eingangshalle und möchte dich sprechen.
Galilei: Das wirft doch die Frage auf, warum der Kardinal draußen in der Eingangshalle steht und nicht hier drinnen bei mir, wo er mich doch sprechen möchte.
Federzoni: Ich würde da auch nicht von einer Eingangshalle sprechen. Das ganze ist doch allenfalls ein Flur.
[Kardinal Barberini und der kleine Mönch treten ein. Frau Sarti holt aus der Tür Bier für die Erwachsenen und Cola für die Kinder. Virginia betritt die Bühne von rechts.]
Kardinal Barberini: Ich höre schon. Es ist o.k. Wenn wir eintreten.
Galilei: Barberini! Sei gegrüßt! Was treibt dich in mein bescheidenes Heim?
Kardinal Barberini: Die Arbeit, mein Freund. Die Arbeit.
Galilei [scherzend]: So? Weil ich nicht zur Kirche gehe, kommt die Kirche nun zu mir?
[Frau Sarti bedeutet dem Kardinal und dem Mönch sich zu setzen. Sie selbst und Virginia nehmen und die Kinder setzen sich an den Tisch.]
Kardinal Barberini [lachend]: So zu sagen. Wie ich höre, sind einige meiner Arbeitskollegen unzufrieden mit gewissen Äußerungen deinerseits. Du weißt, ich persönlich sehe das nicht so eng. Die Wissenschaft war mir schon immer ein Steckenpferd. Aber die anderen Kardinäle hören nicht gerne, dass die Erde sich um die Sonne bewegt.
Galilei: Haben die es überprüft?
Kardinal Barberini: Sie arbeiten noch dran. Für derweil erachte ich es aber als angebracht, dass du solche Äußerungen tunlichst nur im Verwandtenkreis zu Tage bringst.
Galilei: O.k., kein Ding. Aber jetzt trinkt ein Bier mit uns!
[Alle trinken]
Der kleine Mönch [erwartungsvoll]: Nun Galilei? Hast du neues herausgefunden?
Galilei [deutet auf Andrea und Federzoni]: Ja. Gemeinsam mit meinen Freunden hier. Anscheinend umgibt eine ringförmige Struktur den Stern Saturn. Während ich im ersten Augenblick dachte, der Stern hätte Ohren...
Federzoni: Das stimmt doch gar nicht! Du hast im ersten Augenblick gesagt es sieht aus wie ein Arsch!
[Andrea lacht]
Galilei: Nun ja, nach dem vielen Portwein kann man schon mal...wir haben dann ja gesagt es sind Ohren und...
Federzoni: Du hast gesagt, es sieht aus wie ein Arsch beim Scheißen! Die Kringel um den Stern seien die Arschbacken, hast du gesagt und der Stern selbst sei eine riesige leuchtende Scheißekugel die aus dem Arsch gepresst wird. Das Universum scheißt hast du gesagt.
[Andrea fällt lachend vom Stuhl. Die anderen Protagonisten ersticken ihr Lachen in einem tiefen Schluck Bier oder Cola.]
Galilei: Lassen wir das. Also wie wir herausgefunden haben, scheint die Kringelstruktur um Saturn ein Ring zu sein, der sich rasend schnell um den Stern dreht.
Der kleine Mönch: Unglaublich!
Kardinal Barberini: Hör mir auf mit Rotation um Sterne, Galileo! Der Papst hört so etwas nicht gerne! [Barberini wendet sich an den kleinen Mönch.] Tust du mir einen Gefallen?
Der kleine Mönch: Klar.
Kardinal Barberini: Ich wollte heute überraschend im Heim für Kriegsversehrte auftreten, werde es aber nicht schaffen. Könntest du das für mich erledigen?
Der kleine Mönch: Klar! Wann?
Kardinal Barberini: Jetzt.
[Der kleine Mönch steht auf, salutiert und verlässt die Bühne durch die Tür. Andrea klettert wieder auf seinen Stuhl und beruhigt sich wieder.]
Kardinal Barberini [deutet auf die anderen.]: Müssen die mithören?
Galilei: Ja.
Kardinal Barberini: Na auch egal. Die gehören ja zu dir. Wie dir bekannt ist, bin ich einer der größten Bewunderer deiner Wissenschaft. Wohlgleich ist mir natürlich bewusst, dass einzig das göttliche Wort zählt und letztlich Bestand hat. Dennoch ist es gewiss, dass deine Wissenschaft ihren Beitrag leisten kann, um Gottes einzigartiges Werk zu verstehen. Doch halte dich zunächst zurück, denn erst wenn...
Galilei: Jetzt komm zur Sache. Ich habs doch im Actualitaeten-Blatt gelesen. Du stehst kurz davor Papst zu werden.
Kardinal Barberini: Nun ja... meine Chancen stehen nicht schlecht...
Federzoni: Wie ich hörte, sind Eure Konkurrenten eher harmlos und unbeliebt. Plant Ihr, Galileos Wissenschaft zu fördern sobald Ihr Papst seid?
Kardinal Barberini: Na, erstmal muss der jetzige Papst abdanken. Und dann muss ich auch gewählt werden und...
Galilei: Gewählt wirst du schon...die Frage ist nur, wann?
[In dem Moment ertönt aus dem Fenster am linken Bühnenrand eine Stimme]: Extrablatt! Papst Postitius XIV ist zurückgetreten! Vatikan hat das Konklave ausgerufen! Extrablatt! Extrablatt! Die neuesten Actualitaeten!
Kardinal Barberini [Trinkt sein Bier auf ex und steht vom Tisch auf]: Na dann...
Galilei, Andrea und Federzoni: Dann was?
Kardinal Barberini: Naja. Der Papst ist zurückgetreten. Ich muss zum Konklave.
Galilei: Und was ist mit der Zukunft meiner Forschung? Ich verdiene recht wenig hier in Padua. Wenn du Papst bist...
Kardinal Barberini: Falls ich werde, Galileo. Falls ich werde.
Galilei: Dann holst du mich nach Rom?
Kardinal Barberini: Zunächst habe ich deinem Namen gut Reden verschafft. Ich habe dich dem Hause Florenz empfohlen. Hast du noch nichts von ihnen gehört?
Galilei: Nein.
Kardinal Barberini: Na die werden sich schon melden. Ich muss dann los. Macht's gut!
Galilei, Andrea und Federzoni: Tschüss!
[Kardinal Barberini verlässt die Bühne durch die Tür.]
Federzoni: Hast du nachgeschaut, ob man Saturn durch das Fernrohr auch bei Tage sehen kann?
Galilei [trinkt sein Bier aus und geht zum Fernrohr]: Nein. Aber ich weiß, wo er jetzt stehen müsste.
Galilei [blickt durch das Fernrohr]: Da ist er. Ich sehe den Ring nicht, aber ich bin mir sicher, dass es Saturn ist! Federzoni. Hast du noch stärkere Linsen?
Federzoni: Ich habe welche in Arbeit. Ich laufe zu mir und stelle sie fertig. Gegen Sonnenuntergang bin ich zurück!
Galilei: Besser vor Sonnenuntergang. Es ist eine Tagbeobachtung.
[Federzoni verlässt die Bühne durch die Tür.]
Galilei: Sobald Federzoni mit den Linsen zurück ist, werden wir die Wissenschaft einen Schritt vorwärts bringen!
Virginia [Zu Galilei]: Warum dreht sich der Ring um Saturn, Papa?
Galilei [Zu Andrea]: Andrea. Erklärs ihr!
Andrea: Hä?!? Ich weiß nicht warum sich der Ring um Saturn dreht! Du erklärst doch immer alles!
Galilei: Dann mach dir mal Gedanken darüber! Ich bin gespannt auf deine Ideen!
[Frau Sarti blickt Galilei genervt an.]
[Nach einem kurzen Moment des Schweigens öffnet sich die Tür (ohne klopfen!) und der 9-jährige Großherzog von Toscana, Cosmo di Medici, tritt ein. Gefolgt von zwei stummen gorillaartigen Gestalten in Rüstung und einem schweigenden Kammerdiener.]
Cosmo di Medici: Bongiorno Signore Galilei, wie man hier in Padua wohl sagt...
Galilei: Was ist denn das für ein Volk?
Frau Sarti: Dein neuer Nachhilfeschüler von dem ich dir erzählt habe.
Galilei: Wer? Der Kammerdiener oder sein Sohn?
Cosmo di Medici [verärgert]: Was erlauben Sie sich, mich als Sohn eines Kammerdieners zu betiteln?
Galilei [zu Frau Sarti]: Sind das Adelige?
Frau Sarti: Das ist der Erzherzog von Toscana mit...
Cosmo di Medici: Großherzog!
Andrea: Eher Kleinherzog.
Cosmo di medici: Er wagt es...!
Galilei: Wer ist jetzt der Erbherzog? Gehört der Große dem Kleinen oder der Kleine dem Großen?
Cosmo di Medici [wütend]: GROßHERZOG!!!
Galilei [Zu Cosmo di Medici]: Also bist du der Herzog?
Cosmo di Medici [schnaubend]: Ihr!
Galilei: Wir?
Cosmo di Medici: Nein, Ihr!!
Galilei: Ich?
Cosmo di Medici [schreit]: VERDAMMT NOCHMAL! SIE SOLLEN IHR ZU MIR SAGEN!!!
Galilei: Hab' ich doch.
Cosmo di Medici: Sie haben "Du" zu mir gesagt!!!
Galilei: Ja, passt doch. Du bist doch höchstens neun Jahre alt und...
Cosmo di Medici: Ich bin neuneinhalb!!!
Galilei: Und schlecht in Mathe.
Cosmo di Medici [will erst rumschreien, beruhigt sich dann aber plötzlich und fährt beleidigt fort]: Ja. Ich bin schlecht in Mathe. Meine Mutter schickt mich, um Sie als Nachhilfelehrer an den Hof von Florenz zu holen. Frau Sarti [schlägt freudig die Hände zusammen]: Florenz! Oh wär' das schön!
Virginia: Wo ist Florenz?
Andrea: Im Einflussbereich der Kirche.
Virginia: Kirche gefällt mir, dort...
Cosmo di Medici [verschwörerisch]: Pschhhhhhht..! Wir dürfen nicht so laut über die Kirche sprechen! Das hat Kardinal Barberini mir extra noch gesagt. Ich soll mit Ihnen nicht über die Kirche sprechen!
Galilei: Na sei es drum. Florenz ist natürlich südlicher gelegen als unser Heim, hier in Padua. Dort könnte ich den Himmelsäquator besser studieren. Die Sterndichte scheint im Süden höher zu sein. Ziehen wir nach Florenz!
Andrea: Ey yo, wir können hier doch nicht so einfach mir nichts, dir nichts wegziehen!
Galilei, Frau Sarti und Virginia: Doch!
Andrea: Hier habe ich meine Freunde, meine Schule,...
Virginia: Du hast doch gar keine Freunde.
Frau Sarti [schimpfend]: Und zur Schule krieg' ich dich auch nich'!
Galilei: Tja, wenn unser Andrea sich nicht wenigstens für die Sterne interressieren würde, dann würde er sich für gar nichts interessieren. Höchstwahrscheinlich würde er auf die schiefe Bahn gelangen und...
Cosmo di Medici [platzt]: KANN ES HIER MAL WIEDER UM MICH GEHEN ?!? ICH HAB' EINE FÜNF IN MATHE!!!! [schlägt sich erschroken die Hände vor den Mund.]
Galilei: Ja. O.k., o.k. Was zahlst du mir?
Cosmo di Medici [leise, die Zähne zusammenbeißend]: Ihr.
Galilei: Ich soll zahlen?
Cosmo di Medici: IHR SOLLT IHR ZU MIR SAGEN!!!
Galilei: Hast du nicht eben noch Sie zu mir gesagt?
Cosmo di Medici [wütend]: IHR!!! UND ICH HABE MICH VERSPROCHEN!!!
Galilei: Also wolltest du eigentlich Sie zu mir...
Cosmo di Medici: IHR!!! AUFHÖREN!!!
[Cosmo di Medici schnaubt ein paar mal kräftig, stampft knurrend den Fuß auf den Boden und kommt dann wieder runter von seinem Trip.]
Cosmo di Medici: Ich zahle Ihnen mehr als das Dreifache von dem, was der Dekan der Universität zu Padua Ihnen derzeit zahlt. Außerdem stelle ich ihnen ein Haus und sämtliches benötigtes Forschungsequipment zur Verfügung.
[Die Anwesenden schweigen kurz. Dann springen Galilei, Frau Sarti, Virginia und Andrea Freudeschreiend auf.]
Cosmo di Medici: Packt am besten noch heute.
[Cosmo und sein Gefolge verlassen die Tür, durch die im gleichen Augenblick Federzoni die Bühne betritt, der sich an den Tisch setzt.]
Federzoni: Ich habe die Linsen!
Galilei [steht vom Tisch auf.]: Pack sie ein! Wir fahren nach Florenz!
Federzoni: Cool! Eine Forschungsreise?
Galilei: Nein. Für immer. Wir ziehen um. Ich kann dich sicher mitnehmen!
Federzoni: Bist du Blöd? Florenz? Umziehen? Hab' ich irgendwas verpasst?
Galilei: Ja. Ich arbeite ab jetzt in Florenz. Und du kommst mit uns!
Federzoni: Den Teufel werd' ich! Alle meine Verwandten und Freunde wohnen hier in Padua! Meine Kinder gehen hier zur Schule!
[Frau Sarti blickt Andrea grimmig an.]
Federzoni: Ich kann dir Linsen per Post zuschicken. Mehr aber auch nicht.
Galilei: O.k. Ich freue mich auf deine Post! Und schreib mal, wie es dir geht!
Federzoni: Du auch! Und euch allen eine gute Ankunft im neuen Heim! Auch wenn ich es noch immer nicht fassen kann...
Galilei: Du weißt es ja auch erst seit 17 Sekunden...
Frau Sarti: Beginnen wir zu packen!
[Vorhang]

Golddublonen.svg 2. Akt - Florenz Golddublonen.svg
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Galileis Haus in Florenz.PNG


Neues Haus des Galilei

[Vorhang]
[Kulisse: Die Einrichtungsgegenstände entsprechen dem ersten Setting, sind aber von edlerer Bauart. Alles wirkt wohlhabender.]
[Frau Sarti und Virgina sitzen am Tisch. Virginia liest in der Bibel und murmelt Gebete vor sich her. Frau Sarti hat die Hände gefaltet und einen besorgten Blick. Andrea beobachtet den Mond durch das Teleskop.]
Andrea: Er muss recht haben...
Frau Sarti: Andrea! Hör auf damit! Schlimm genug, dass sie ihn nach Rom zitiert haben! Was denken bloß die Nachbarn, wenn bei uns plötzlich der Generalinquisitor mitsamt Gefolge im Haus steht. Er hätt' halt den Mund nicht soweit aufreißen dürfen!
Andrea: Die Sonne kann gar nicht um die Erde kreisen.
Virginia: Klar kann sie das! Und jetzt hör auf damit!
Frau Sarti: Andrea, setz dich!

[Andrea setzt sich an den Tisch. kurzes Schweigen.]
Andrea: Sie haben ihn ja nicht wegen Rotationsvergehen mitgenommen. Es geht nur darum, dass er neulich im Beisein des Vikars "heilige Scheiße" gesagt hat. Das ist nur 'ne Ordnungswiedrigkeit. Cosmo di Medici wird sicher ein paar Kilo Gold zur Verfügung stellen, damit Galileo die Kaution bezahlen kann. Außerdem ist Barberini jetzt Papst und...
Frau Sarti: Schluss! Wir können nur hoffen, dass er...
[Die Tür geht auf und Galilei tritt ein. Alle springen auf, rennen zu ihm und umarmen ihn.]
Frau Sarti: Gott sei Dank, du bist wohlauf!
Virginia: Dem Herr sei's gesegnet!
Andrea: Hast du's ihnen gegeben?
Galilei: Nein, nein. Ich habe mich reumütig gezeigt und gesagt es täte mir leid. Sie sind auch gar nicht auf meine jüngsten Schriften eingegangen. Wahrscheinlich wurden sie in Rom noch nicht veröffentlicht.
Frau Sarti [reicht Galilei einen Umschlag]: Hier, ein Brief vom kleinen Mönch. Er schreibt, dass er deine jüngsten Veröffentlichungen für nicht länger tragbar hält und sich im Angesicht Gottes von dir abwendet.
Galilei: Schade. Aus ihm hätte noch ein Astronom werden können.
Frau Sarti: Hauptsache, du bist wieder da! Komm sag es!
Galilei: Was?
Frau Sarti [sehnsüchtig]: Sag, dass ich dir gefehlt habe!
Galilei: Naja...also...ein bisschen, muss ich schon sagen, dass ich Ihre pampige Ader vermisst habe.
Frau Sarti [küsst Galilei auf die Wange]: Ich wusste, du brauchst mich!
Galilei: Kann ich kochen? Natürlich brauche ich Sie!
Frau Sarti: Kommt Kinder! Bereiten wir eurem Vater ein prächtiges Willkommensmahl!
[Frau Sarti verlässt die Bühne durch die Tür. Virginia und dahinter Andrea ihr hinterher.]
Andrea [im hinausgehen]: Was soll das heißen, "euer Vater"? Heißt das, er ist mein Vater? Du hast mir nie etwas über meinen Vater erzählt! Was ist eigentlich mit meinem...[Die Tür fällt ins Schloss.]
Galilei: Na dann,...mal schauen, wie weit ich gehen kann...
[Vorhang]
[Beim erneuten Öffnen des Vorhangs liegt die Bühne in Dunkelheit gerhüllt. Dann geht langsam das Licht an.]
[Die selbe Bühne wie vorher. Frau Sarti, gealtert und Virginia und Andrea, beide erwachsen, sitzen mit sorgenvoller Mine am Tisch. Galilei, ebenfalls gealtert, steht, in Dialog mit dem Obersten Kardinal-Inquisitor und dem Exekutiv-Inquisitor.]
Oberster Kardinal-Inquisitor: Der Papst will Euch sprechen.
Galilei: Kardinal Barberini?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Papst Barberini!
Galilei: Ach ja richtig, sorry. Ich kriege das mit euren Rangabzeichen immer durcheinander. Was will er den von mir?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Es geht um Eure letzte Veröffentlichung im Wöchentlichen Actualitaeten-Magacin.
Galilei: Der Stern der plötzlich da war?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ja.
Galilei: Aber er war plötzlich da. Wollen sie ihn sehen? Da wo er steht, war vor zwei Wochen nur schwarze Leere. Und seit gut zwei Wochen steht dort ein extrem heller Stern!
Exekutiv-Inquisitor: Was willst du damit sagen, Hombre?!?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ach halt die Schnauze du Idiot! Lass mich das machen. Du hast doch überhaupt keine Ahnung. Also, Herr Galilei. Was beabsichtigt Ihr, bezüglich eurer Behauptungen zu unternehmen?
Galilei: Naja, erstmal werde ich den Stern weiter beobachten und...
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ich rede davon, dass Ihr in euren Äußerungen behauptet, Sterne könnten einfach so entstehen und wären nicht gänzlich während der göttlichen Schöpfung entstanden. Das ist doch absoluter Humbug! Das wollt Ihr doch wiederrufen?
Galilei: Wer hätte denn was davon?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Wi..äh,...das Wohl der Welt. Das spielt doch auch überhaupt keine Rolle! Wenn eure Beobachtungen stimmen würden, dann wäre Gottes Schöpfung nicht unendlich, sondern nur endlich und...
Galilei: Nein, nein, im Gegenteil! Gerade dann wäre Gottes Schöpfung unendlich, da die Tiefe des Universums...
Oberster Kardinal-Inquisitor: Galileo Galilei, du bist vorübergehend festgenommen wegen des dringenden Tatverdachts des Betreibens falscher Wissenschaften! Exekutiv-Inguisitor! Lege er ihn in Ketten!
[Vorhang]

Inquisition schematische Darstellung.svg 3. Akt - Rom Inquisition schematische Darstellung.svg
[Bearbeiten]

Galileo Galilei vor der Inquisition.PNG


Vor der Inquisition

[Vorhang]
[Ein pompöses Inquisitionsgericht. Es befinden sich 8-12 Inquisitoren im Raum. Der Papst unterhält sich mit dem Obersten Kardinal-Inquisitor.]
Papst Barberini: Du musst es ihm nachsehen. Seine Frau ist damals mit seinem Fahrer durchgebrannt, der wiederum der Ehemann der Haushälterin war.
Oberster Kardinal-Inquisitor: Haben sie die Kutsche mitgenommen?
Papst Barberini: Ja.
Oberster Kardinal-Inquisitor: Das ist hart. Und er nagelt jetzt die Haushälterin?
Papst Barberini: Laut vatikanischem Geheimdienst nicht. Oh, psst! Er kommt!
[Galilei und seine Familie betreten die Bühne von Links. Die Familie nimmt an der Seite Platz, während Galilei in die Bühnenmitte geht, wo Papst Barebrini und der Oberste Kardinalinquisitor stehen.]
Galilei: Ich dachte wir sind cool?
Papst Barberini: Das sind wir auch!
Galilei: Warum sind wir dann hier?
Papst Barberini: Um eins klarzustellen: Deine Forscherei ist ja schön und gut und auch unglaublich faszinierend. Jedoch dein Hang zur Gottlosigkeit...
Galilei: Mein Hang zur Gottlosigkeit?
Papst Barberini: Dein Hang zur Gottlosigkeit...
Galilei: Mehr werft ihr mir nicht vor? Hang zur Gottlosigkeit? Dafür komm' ich nach Rom?!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Na sag einmal! Sei froh dass wir dich überhaupt nach Rom geholt haben! Wir hätten dich auch vor Ort in Florenz verbrennen können! Oder bereits in Padua! Wir beobachten dich seit Jahren Galilei. Wir wissen was du tust und wann du es tust. Wir wissen sogar warum du es tust. Wir wissen nur nicht wie. Wir brauchen dich, Galilei und du brauchst uns.
Galilei: Was muss ich tun, damit ihr mich in Ruhe lasst?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Wiederrufe.
Galilei: Was soll ich wiederrufen?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Dass sich die Erde um die Sonne dreht.
Galilei: Aber bereits Keppler hat ganz klar gesehen, dass...
Oberster Kardinal-Inquisitor: Wiederrufe, Galilei. Wiederrufe. Das Holz der Bühne soll dein Scheiterhaufen sein, wenn sich die Erde weiter um die Sonne dreht!
Galilei: Ich brauch' es einfach nur zu sagen und alles ist cool?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Nein. So einfach ist es nicht.
Galilei: Also?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Du musst öffentlich wiederrufen! In deinem Namen! Sowohl in der Actualitaeten-Zeytung als auch im Freyen-Wissens-Courier.
Andrea: Tu es nicht!
Galilei: Bleib locker, Andrea. Ich sage doch nur, dass ich wiederrufe. Ich tue es nicht wirklich.
[Alle Anwesenden klatschen die flache Hand an ihre Stirn und murmeln über Galileis Blödheit.]
Oberster Kardinal-Inquisitor: Galileo! Blicke er nach rechts und sehe er dort grauenhafte Folterinstrumente! Er wird wiederrufen!
Andrea: Nein wird er nicht!
Frau Sarti: Andrea!
Virginia: Frau Sarti!
Frau Sarti: Virginia, halt dich da raus!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Galileo! Wiederrufe er jetzt oder möge er Höllenqualen durchleben!
Andrea: Wiederruf nicht! Brenne, Galileo! Brenne für die Wissenschaft!! Wenn du wiederrufst, wirfst du die Wissenschaft um 500 Jahre zurück!!!
Galileo: Nun ja...
Andrea: Steh für das ein was du herausgefunden hast! Brenne für die Wahrheit!!!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Eure gottseelige Exzelenz Papst Barebrini, ich beantrage ein anhängendes Verfahren gegen Andrea Sarti wegen Missachtung der hohen Inquisitionsordnung.
Papst Barberini: Genehmigt. Zurück zu dir, Galileo. Ich kann wirklich nicht mehr für dich tun. Du kannst noch gut dabei wegkommen. Andere deines Schlages haben es nicht mal lebend zum Scheiterhaufen geschafft!
Virginia: Vater! Du musst wiederrufen!
Frau Sarti: Virginia! So benimmt man sich nicht vor Gericht!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ihr seid hier nicht vor Gericht sondern vor der Inquisition! Das ist die Championsleague der höchsten Ordnungen!
Galilei: Bin ich noch nicht von überzeugt.
Frau Sarti: Galileo!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ruhe im Gerichtssaal!
Galilei: Müsste es nicht Inquisitionssaal heißen?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Was?
Galilei: Na wo ihr hier doch von der Inquistion seid. Da ist das doch sicher ein Inquisitionssaal und kein Gerichtssaal.
Oberster Kardinal-Inquisitor [irritiert]: Wie meinen?
Galilei: Na Du hast doch gesagt, "Ruhe im Gerichtssaal".
Papst Barberini: Er verarscht dich nur. Hör auf damit Galileo! Sehen wir zu, dass wir dieses unglückliche Missverständnis möglichst schnell aus dem Weg räumen können.
Oberster Kardinal-Inquisitor [zu Galilei]: Er soll wiederrufen!
Galilei: Wer?
Frau Sarti: Ach Galileo! Jetzt lass schon den Unsinn und wiederrufe!
Andrea: Tu es nicht!!! Wenn du wiederrufst, dann bringe ich dich um und pisse auf dein Grab!!!
Virginia [zu Andrea]: Wie kannst du nur?!?
Frau Sarti [gibt Andrea eine Backpfeife und spricht zu Virginia]: Virginia! Sei still!
Oberster Kardinal-Inquisitor [nimmt Galilei beim Arm und führt ihn nach rechts, wo die Folterinstrumente stehen]: Ich möchte ihm etwas zeigen. Weiß er, wie wir dieses Gerät dort drüben nennen?
Galilei: Keine Ahnung.
Oberster Kardinal-Inquisitor: Wir nennen es den Decolonisator. Weiß er, was das Wort Colon bedeutet?
Galilei: Darm, es ist...
Oberster Kardinal-Inquisitor: Richtig. Und kann er sich vorstellen, was wir bei der Kirche unter Decolonisation verstehen?
Galilei: Ihr zieht ihn...
Oberster Kardinal-Inquisitor: Ganz recht, mein lieber Galilei! Wir ziehen dir den Darm so weit aus dem Arsch, bis er vom Magen abreißt! Anschließend nähen wir dir den Mund zu, halten dir die Nase zu und kippen dir siedendes Blei in den einen Lungenflügel, während wir den anderen unberührt lassen. Wir rädern dich, wir lassen dich kielholen und du verbringst eine Nacht in der Eisernen Jungfrau. Und bevor wir dich vierteilen, wirst du um Gnade flehen und wiederrufen, während wir dich bei lebendigem Leibe häuten und pfählen! Du hast jetzt und nur jetzt die Möglichkeit, ohne Folter zu wiederrufen. Dein nächstes Wort entscheidet!
Andrea: Tu es nicht!!! Das darfst du nicht tun!!!
Galilei: O.k., sie ist flach. Sie ist flach und die Sonne fliegt drumherum. Der Mond sowieso. Und Sterne können nicht neu entstehen. Sie wurden im Rahmen der Schöpfung erschaffen und bestehen seit dem. Neue Sterne gibt es nicht! Ich habe mich auf ganzer Linie geirrt!
Papst Barberini [nickt aufatmend]: Mein lieber Freund, ich freue mich, dass du zur Vernunft...
Andrea: DU HURENSOHN!!! DU VERDAMMTER SOHN EINER RÄUDIGEN STRAßENDIRNE!!! DER TEUFEL SOLL DICH HOLEN UND INS SCHWEFELBERGWERK SCHICKEN!!! DU BASTARD!!! ICH BRING DICH UM!!! WIE KONNTEST DU DER WISSENSCHAFT SO ETWAS ANTUN??? NIEMAND WIRD SICH MEHR TRAUEN, NEUE FORSCHUGNEN ZU PUBLIZIEREN!!! DU WIRFST DIE WELT ZURÜCK IN DIE STEINZEIT DU HURENBASTARD!!!!! ICH BRINGE DICH UM!!!...
[Andrea wird während seines Wutausbruchs von Inquisitoren abgeführt. Frau Sarti legt ihr Gesicht in ihre Hände. Virginia rennt zu ihrem Vater und umarmt und küsst ihn.]
Galilei: Frau Sarti! Wenn wir wieder in Florenz sind möchte ich Schweinebraten in Süßkartoffeln und...
Frau Sarti: Dir werde ich helfen, sie erst mal zu, dass du...
Oberster Kardinal-Inquisitor: RUHE!!!! ES REICHT!!!! ICH HABE HIER HAUSRECHT!!!!
[Ein Moment des Schweigens tritt ein. Alle schauen den tief durchatmenden Obersten Kardinal-Inquisitor an.]
Oberster Kardinal-Inquisitor: Galileo?
Galilei: Ja?
Oberster Kardinal-Inquisitor [hält Galilei ein beschriebenes Blatt Papier und eine Feder hin]: Unterzeichne. Das ist deine Wiederrufserklärung an die Presse. Du musst sie unterzeichnen. Und danach will ich dich und deine Sippschaft hier nie wieder sehen. Außer Andrea Sarti. Gegen ihn werde ich ein anhängendes Verfahren einleiten. Ich bin auch gespannt, was er von Sternen hält.
Galilei [unterschreibt]: Was wird aus Andrea?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Stelle keine Fragen. Geh zurück nach Florenz, in dein neues Haus, das du ab jetzt nicht mehr verlassen wirst! Bis an das Ende deiner Tage! Geh sofort oder bleib für immer hier!
[Galilei geht zum linken Bühnenrand. Frau Sarti und Virginia folgen ihm.]
Papst Barberini: Galileo!
[Galilei dreht sich um]
Papst Barberini: Pass auf dich auf. Ich kann nur noch das nötigste für dich tun.
Galilei: Was ist das nötigste?
Papst Barberini: Ich versuche, dich am Leben zu erhalten.
[Vorhang]

Fernrohr.svg 4. Akt - Florenz Fernrohr.svg
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Galileis zweites Haus in Florenz.PNG


Neues Haus des Galilei

[Vorhang]
[Ein heruntergekommener Wohnraum mit schäbigen alten Möbeln. Galilei sitzt am Tisch und poliert Linsen. Virginia sitzt auf der Bank am Fesnter und liest in der Bibel. Galilei ist gealtert und weißhaarig. Virginia ist teilweise ergraut.]
[Es klopft an der Tür.]
Galilei: Herein!
[Andrea, ebenfalls gealtert und fast grau, betritt die Bühne durch die Tür in der Mitte.]
Andrea: Alter Hurenbock.
Galilei: Andrea?
Andrea: Wer sollte dich sonst besuchen. Hast du Freunde?
Galilei: Ich habe niemanden.
[Virginia wischt sich mit ihren Fingern über die Augenwinkel.]
Andrea: Du verdienst auch niemanden, Galileo, du bist ein alter, verdammter...
Galilei [laut werdend]: Werde nicht gotteslästerlich in meinem Hause, Andrea!
Andrea: Wie sollte ich denn sonst...
Galilei [zu Virginia]: Virginia!
Virginia: Ja, Vater?
Galilei [deutet mit dem Kopf zur Tür]: Verschwinde.
[Virginia verlässt gesenkten Hauptes die Bühne durch die Tür. Andrea blickt ihr nach.]
Andrea: Sieht immer noch scharf aus die Kleine!
Galilei: Ich habe nie verstanden, warum zwischen euch beiden nie etwas lief.
Andrea: Wie kommst du darauf, dass nichts zwischen uns lief?
Galilei: Na das hätte ich doch...
Andrea: Was glaubst du, warum sie immer so viel beten musste?
[kurzes Schweigen]
Galilei: Du Schwein, wenn ich nicht so alt wäre...
Andrea: Reg dich ab. Damit sind wir wohl quitt, oder? Du hast die Wissenschaft verraten, dafür habe ich jahrelang deine Tochter gefickt. Das hättest du nie von deinem braven Katholenmädchen erwartet, oder?
Galilei: Andrea halt die Schnauze. Glaubst du ich wusste damals nicht, warum meine Tochter Schafsdärme in ihrer Nachttischschublade beherbergte?
Andrea: Du hast ihre Sachen durchwühlt?
Galilei: Nein. Deine Mutter war's. Sie hat's mir erzählt. Wir wären nur nie auf die Idee gekommen, dass es sich bei ihrem Verehrer um dich gehandelt hätte! Ein ständeloser wie du...
Andrea: Du bist selber ständelos, Galileo. Und du bist anstandslos. Aber deshalb bin ich nicht hier.
Galilei: Weshalb bist du hier?
Andrea: Um mich zu verabschieden.
Galilei: Verabschieden? Andrea, wir haben uns 20 Jahre nicht gesehen. Jetzt willst du dich...
Andrea: Ich gehe nach Holland.
Galilei: Holland? Da wo die Menschen frei und die Mädchen leicht...
Andrea [zornig]: Wie konntest du nur das verraten für das du gelebt hast!?
Galilei: Bleib cool. Setz dich doch mal hin.
[Andrea setzt sich an den Tisch. Galilei holt einen Globus unter dem Tisch hervor.]
Andrea [ungläubig]: Du hast...
Galilei: Sie erlauben mir den Globus. Sie erlauben mir für meine Forschung alles was ich brauche. Nun gut, das Haus ist nicht das beste. Und das Essen ist auch recht knapp und von minderer Qualität. Aber ich habe immer das neueste Equipment zur Himmelserforschung und...
Andrea: Sie nutzen dich aus.
Galilei: Und ich nutze sie aus. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass die Erde um die Sonne fliegt. Die Erde ist nichts besonderes.
Andrea: Warum hast du wiederrufen?
Galilei: Weil ich es musste. Ich habe mich in den Fängen und Metallklammern dieser Folterinstrumente gesehen und konnte nicht länger bei der Wahrheit bleiben.
Andrea: Aber...
Galilei: Scht! Schau her.
[Galilei schraubt den Globus auf und holt einen dicken Stapel beschriebenes Papier heraus.]
Andrea: Ist das...
Galilei: Jawohl! Eine Abschrift aller meiner Werke die auf dem Index stehen!
Andrea: Du hast alles nochmal aufgeschrieben?
Galilei: Ich wusste, dass ich dich irgendwann nochmal wiedersehe, Andrea. Du bist keiner, der seine Ideen verrät. So wie ich, ich dummer alter Mann. Du stehst für deine Ideale ein und das ist eine Gabe, von der du niemals ablassen darfst Andrea! Du hast die Gabe das Universum zu verstehen! Geh nach Holland! Dort kannst du frei arbeiten! Und tu einem alten Mann einen gefallen: Schaff meine Schriften außer Landes! Nimm sie mit nach Holland und veröffentliche sie! Tu es von mir aus unter deinem Namen, das ist mir egal! Nur: Veröffentliche sie! Bitte!!
Andrea: Das werde ich!
Galilei [Legt die Pspiere zurück in den Globus und schraubt ihn zu]: Hier. Nimm den Globus mit.
Andrea: Galileo. Ich muss weiterziehen. Die Kutsche wartet.
[Galilei nickt.]
Andrea: Insgeheim wusste ich immer, dass du nicht wirklich wiederrufen hast. Ich wusste, du hast noch ein Ass im Ärmel!
Galilei: Und deshalb bist du hierhergekommen, oder?. Ich danke dir, Andrea und wünsche dir alles Gute! Lebe in Holland und forsche! Veröffentliche alles, Andrea. Einfach alles.
[Die beiden stehen vom Tisch auf und geben sich die Hand.]
Andrea: Alles Gute!
Galilei: Alles Gute!
[Als Andrea den Türknauf greift, dreht er sich nocheinmal um.]
Andrea:Galileio?
Galilei: Ja?
Andrea: Bist du mein Vater?
Galilei: Bist du bescheuert? Verschwinde! Geh in die Freiheit und verbreite die Wahrheit, für die du immer gelebt hast!
[Andrea verlässt die Bühne durch die Tür.]
[Vorhang]

Sehendes Auge Gottes.svg 5. Akt - Rom Sehendes Auge Gottes.svg
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Galilei Die vatikanischen Gaerten.PNG


Vatikanische Gärten


[Vorhang]
[Begrünte Kulisse mit Säulen und Brunnen. Links an der Seite eine zweiflügelige Tür mit einer schwarzgekleideten Wache davor. In der Mitte Papst Barberini, der Oberste Kardinal-Inquisitor und Andrea.]
Papst Barberini: Nun?
Oberster Kardinal-Inquisitor: Zeige er!
Andrea: Sie!
Oberster Kardinal-Inquisitor: Bitte?
Andrea: Zeigen Sie! Nicht er.
Oberster Kardinal-Inquisitor: Nun gut. Zeigen Sie. Was haben Sie für uns?
Andrea [mürrisch]: Geständnisse.
[Andrea gibt dem Obersten Kardinal-Inquisitor Galileis Papierstapel. Papst Barberini nickt zufrieden.]
Oberster Kardinal-Inquisitor: Von Ihrem besten Freund?
Andrea [resigniert]: Von meinem Lehrer und Mentor. Ich habe keine Freunde.
Papst Barberini: Ja das ist eines der Mankos Ihres Jobs. Man kann einfach keine sozialen Beziehungen knüpfen. Aber Sie haben es sich doch aus gutem Grund so ausgesucht, mein lieber Freund.
Andrea [wütend]: Von aussuchen kann jawohl keine Rede sein. Ihr Wichser habt mich doch damals gezwungen für euren...
Papst Barberini: Wie reden Sie denn auf einmal? So kenne ich Sie ja gar nicht! 20 Jahre lang sind Sie uns einer der treuesten Mitarbeiter und dann kommt sowas?! Na hören Sie mal! Der vatikanische Geheimdienst schätzt sich glücklich, Sie als unseren langjährigen und besten Mitarbeiter...
Andrea: Ihr könnt mich mal.
[Andrea zieht mit jeder Hand einen Dolch aus seiner Jacke. Er zieht dem Papst und dem Obersten Kardinalinquisitor gleichzeitig je einen Dolch über die Kehle. Beide klappen sofort zusammen. Die Wache vor der Tür zieht einen Dolch und rennt auf Andrea zu. Andrea rennt auf die Wache zu, springt und trifft die Wache gezielt mit dem Fuß unter dem Kinn. Andrea sticht der Wache beide Dolche, von links und rechts, in den Hals und drückt den bewaffneten Arm der Wache mit dem Knie weg. Die Wache klappt zusammen.]
[Andrea verschnauft einen Moment und geht hin und her. Dann wischt er die Dolchklingen an seiner Hose ab und steckt die Dolche weg. Er blickt die am Boden liegenden an.]
Andrea: Ihr dämlichen Arschlöcher.
Papst Barberini [richtet stöhnend seinen Kopf auf]: Du hast deinen einzigen Freund hintergangen, Andrea Sarti. Er glaubt dich in Holland...du hast keine Chance dorthi...
Andrea [geht zum Papst]: Weißt du wo ich dich glaube?
Papst Barberini [schwerfällig krächzend]: Sicher nicht im Himmel...
Andrea: Ich sehe dich auf einem Marktplatz in Persien, du Bastard! Du hast ihn doch genauso hintergangen!
[Andrea tritt dem Papst kräftig gegen den Kopf. Der Papst bewegt sich nicht mehr.]
Andrea [zu den am Boden liegenden Toten]: Ihr wolltet die falschen ficken! Ihr Nutten! Wir werden noch Außerirdische auf unserem Planeten begrüßen dürfen und sie werden eure Kirche von hinten nehmen! Ohne Schafsdarm!
[Andrea nimmt dem Obersten Kardinalinquisitor die Papiere wieder ab.]
Andrea [immernoch zu den am Boden liegenden Toten]: Wenn eure Kardinäle merken, dass sie ein Konklave ausrufen müssen, bin ich schon längst außer Landes. [er spuckt auf den Boden.] Ihr Penner! Ihr habt euch mal so richtig mit den falschen angelegt! Sie dreht sich, ihr Wichser, sie dreht sich! Und zwar um die Sonne!
Andrea [wirft den Toten eine Hand voll Münzen hin]: Hier. Für den Bau der Statuen, die man euch zu Ehren errichten wird. Erstickt dran!
[Andrea verlässt die Bühne nach links.]
[Das Licht verdunkelt sich.]
[Vorhang]

Ende


Leben des Galilei Ende Theater Buehne Vorhang.png

Rückseite[Bearbeiten]

Galilei Rueckseite.PNG




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