1 x 1 Silberauszeichnung von Timbouktu

Diverses:Ich muss auf´s Klo

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Hier wohne ich. Genau in der Mitte.

Es ist ein warmer Sommertag, ich befinde mich in der Fußgängerzone meiner Heimatstadt und stehe mir die Beine in den Bauch. Warum? Ich warte eigentlich auf nichts. Mir war zu Hause bloß so Langweilig, dass ich einfach los musste, um irgendwas unterhaltsames zu finden. Dabei bin ich in der Fußgängerzone gelandet. Und jetzt stehe ich hier. Immer noch gelangweilt, aber jetzt mit der Erkenntnis, dass ich wohl am langweiligsten Ort der Welt wohne. Toll. Da zieht man todesmutig in die Ferne, um seine nervigen Eltern los zu werden, und dann ist nicht mal was los. Glaube ich zumindest. Vielleicht sind die Bewohner meiner neuen Heimat auch nur extrem fremdenfeindlich. Möglicherweise verstecken die all die spaßigen Orte auch nur, um sie ganz für sich allein zu haben. Nein, ich glaube, das ist Blödsinn. Bin bestimmt nur im Kreis gelaufen oder so und habe dadurch das Vergnügungsviertel verfehlt. Ich werde einfach weiter suchen. Doch Moment! Da bahnt sich doch etwas an! Etwas unausweichliches, urplötzliches! Ich muss Pinkeln!! Schnell nach Hause! Aber wo war das nochmal?

Ich schaue mich hastig um, in der Hoffnung, irgendetwas vertrautes zu finden. Etwas, dass mir den Weg weist. Aber ich habe Pech. Und Harndrang. Scheiße. Was nun? Einpinkeln? Ausschwitzen? Mir muss schnell etwas einfallen, meine Hose ist neu. Also laufe ich los, um ein Restaurant oder ein Kaufhaus zu finden, in welchem ich mich erleichtern kann. Doch leider kann ich keines entdecken. Anscheinend bin ich doch nicht in der Fußgängerzone. Aber wo befinde ich mich denn dann? Mal sehen... scheint sich doch um das Vergnügungsviertel zu handeln. Aber nicht das, an welches ich gedacht hatte. Hier gibt es zwar viele Möglichkeiten für einen Penis, sich die Zeit zu vertreiben, aber ich habe mit meinem gerade was ganz anderes vor.

In einem Bordell nach einer verfügbaren Toilette zu fragen, traue ich mich nicht. Da sieht mich noch einer. Also jemand, der mich kennt, versteht sich. Das mich dort überhaupt jemand sieht, ist ziemlich sicher. Bin ja kein Ninja oder Geheimagent oder so. Eine Prostituierte nach dem Weg zu fragen ist genauso schlecht. Aber irgendwas muss ich machen. Bevor ich mir einmache. Ich entscheide mich für die Prostituierte. Die nächste ist auch gar nicht weit entfernt. An der nächsten Hausecke steht eine und lauert auf zahlungswillige Kundschaft. Die werde ich fragen.

Chantall wird mir sicher weiterhelfen können.

Den Blick starr nach unten gerichtet, nähere ich mich langsam der ehrenwerten Dame, welche ich nach dem Weg zu Fragen gedenke.

Ich: "Guten Tag, darf ich sie was fragen?"

Sie: "Du darfst mich alles fragen, Süßer."

Ich: "Ich suche das Neubaugebiet, da wohne ich nämlich."

Sie: "Was willst du denn zu Hause? Hier bei mir ist es doch viel schöner..."

Ich: "Glauben Sie das wirklich? An der Wand, an der Sie lehnen, stehen Schimpfwörter aus mindestens fünf Ländern, außerdem befinden sich dort auch mindestens drei verschiedene Körperflüssigkeiten. Und so was finden sie schön?"

Die Prostituierte verstummt kurz. Dann fängt sie wieder an zu reden:

Sie: "Das hast du falsch verstanden, Süßer. Ich meinte nicht die Wand, an der ich lehne, sondern mein Zimmer oben im Haus. Möchtest du nicht mitkommen?"

Ich: "Tut mir leid, aber ich habe gerade keine Lust mit rauf zu kommen und die Kohle habe ich auch nicht."

Sie: "Dann verzieh dich, die Kundschaft wartet."

Ich: "Ich will aber eine Antwort auf meine Frage!"

Sie: "Gibt's aber nicht. Hau ab."

Ich: "Pah, dann eben nicht, du blöde Miet-Matratze."

Die Frau wird Knallrot. Dann ruft sie einen Namen. Meiner ist es nicht, was mich auch verwundert hätte. Aber wen ruft sie denn dann? Ich erfahre es ziemlich schnell: Aus einem nahen Auto steigt ein muskulöser Mann, der ziemlich nach Zuhälter aussieht. Der Mann kommt auf meine Gesprächspartnerin zu und fragt, was los ist. Sie flüstert ihm etwas zu, er wendet sich an mich und beginnt, seine Ärmel hoch zu krempeln. Ich beschließe spontan, ein wenig zu Joggen. Man könnte es allerdings auch als Laufen bezeichnen. Oder Rennen. Oder als kopflose, panikartige Flucht.

Wenn dieses Monster mich kriegt, bringt es mich um. Und dann frisst es mich wahrscheinlich.

Nach einigen Minuten blicke ich mich kurz um, der Kerl ist immer noch hinter mir her. Ich renne weiter um mein Leben. In der Hoffnung, nicht zu sterben oder mir in die Hose zu pissen, gebe ich alles. Kurz bevor ich einen Herzinfarkt erleide, entdecke ich einen Bus und springe hinein. Ich zahle schnell und der Bus fährt los. Mein Hulk-ähnlicher Verfolger bleibt wutschnaubend zurück. Puh... Ich lebe noch! Und meine Blase hat gehalten. Jetzt zum nächsten Problem: Wohin fährt dieser Bus? Das sollte ich besser schnell herausfinden. Also gehe ich zum Busfahrer und frage, wohin er fährt. Er antwortet nicht und deutet auf das Schild mit der Aufschrift: "Während der Fahrt nicht mit dem Busfahrer sprechen." Ich ärgere mich. Meine Blase schreit nach einer Toilette. Wenn ich nicht bald den Hahn aufdrehe, platzt das Rohr. Was soll ich tun? Ich könnte mich natürlich daneben benehmen bis der Busfahrer mich raus wirft, aber... Ach, Scheiß drauf. Ich spreche den Busfahrer wieder an:

"Hey, Busfahrer, wie geht's?"

Er zeigt wieder auf das Schild. Ich setzte meine Belästigung fort:

"Hast du Spaß, Busfahrer?"

Der Busfahrer schweigt. Ich lasse nicht nach und mache weiter:

"Kannst du mich gut leiden?"

Der Busfahrer tut immer noch nichts. Ich bewundere seine Ausdauer und setze zum finalen Schlag an:

"Mööööööööööööööööööp."

Hier muss es doch ein Klo geben!

Endlich hält der Busfahrer an und öffnet die Tür. Sieg! Ich habe es geschafft. Nachdem ich auf sehr unhöfliche Art und Weise aus dem Bus geworfen wurde, sehe ich mich um. Ich weiß zwar noch immer nicht, wo ich bin, aber wenigstens sehe ich hier auch keine Nutte, die mir ihren Zuhälter auf den Hals hetzt. Aber wie soll es jetzt weitergehen? Ich brauche immer noch eine Toilette. Als ich mich nach einer solchen umsehe, erblicke ich am Ende der Straße ein Kaufhaus. Ich spurte sofort los, in der Hoffnung, dort eine Toilette zu finden. Nach wenigen Minuten bin ich da und betrete das Geschäft. Kaum betrete ich das Geschäft, ertönen Fanfaren und ein Kerl im Anzug stürmt auf mich zu. Als ich gerade das Weite suchen will, um meine Blase woanders zu entleeren, höre ich den Verrückten etwas von "Glückstag" rufen. Ich beschließe, stehen zu bleiben und mir anzuhören, was der lebhafte Mann mir sagen möchte. Dieser schüttelt mir erst mal die Hand, dann erzählt er mir, ich wäre der 1.000.000 Kunde und hätte einen Preis gewonnen. Zwar bin ich nicht hier, um etwas zu gewinnen, aber aus Interesse (und Besitzgier) frage ich nach, was ich denn gewonnen habe. Der Mann im Anzug verrät mir mit einem breiten Grinsen, welches er übrigens schon die ganze Zeit mit sich herumschleppt, dass ich einen Gratis-Einkauf für 1.000€ gewonnen hätte. Des weiteren sagt er mir, dass ich den Einkauf nur jetzt tätigen könnte, also vor der anwesenden Kamera. Ich beschließe, dass meine Blase sich noch etwas gedulden muss. Ich starte also meinen Einkauf.

Nach einiger Zeit, ich habe bereits im Eiltempo einige Dinge erworben, ist mein Drang bereits so stark, dass ich kaum noch gehen kann. Und als ob das noch nicht reichen würde, befinde ich mich plötzlich mitsamt Kamera-Team und Anzugträger in der Sanitär-Abteilung. Überall Wasserhähne. Und alle kann man ausprobieren. Mindestens die Hälfte läuft gerade. Rauschendes Wasser. Ich könnte kotzen. Warum ich? Warum nicht der Blödian mit dem Anzug? Oder der gewaltbereite Zuhälter? Ich hasse mein Leben. Aber zurück zur Geschichte. Ich halte es nicht mehr aus. Mein Preis ist mir mittlerweile total egal. Ich verabschiede mich vom Anzugträger und renne davon, um ein Klo zu finden. Nachdem ich ein paar Leute um gerannt habe, finde ich tatsächlich eine Toilette.
Endlich, eine Toilette!
Ich stürme hinein. Drinnen sind Kabinen und Pissoirs. Ich wähle eine Kabine, da ich noch nie gerne meinen Penis der breiten Öffentlichkeit präsentiert habe. Als ich die Kabine dann betrete, trifft mich der Schlag. Vor mir ist nur ein Rohr. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Klo. Ich verlasse die Kabine wieder. Am Waschbecken steht ein Hausmeister und will wohl gerade wischen. Er sieht mich und sagt: "Sie sehen aber verwirrt aus, mein Herr. Wollten wohl eine Toilette benutzen, was? Die wurden leider abgebaut, da sie zu alt waren, aber die neuen kommen erst morgen. Gehen sie mal hoch in den zweiten Stock, da gibt es noch eine Herrentoilette. Jetzt muss ich aber los, hab das Putzmittel vergessen." Daraufhin geht der Hausmeister und lässt seinen Eimer stehen. Mich auch. Toll. Meine Blase steht kurz vor dem Kollaps, die Toiletten sind erst im nächsten Stock und vor ein paar Minuten habe ich einen Preis im Wert von 1.000€ ausgeschlagen. Ich schließe die Augen, gehe tief in mich und überlege, was ich jetzt, am Höhepunkt dieses Scheiß-Tages, machen soll. Nach einigen Minuten angestrengten Überlegens öffne ich die Augen, pisse dem Hausmeister in seinen Eimer und gehe.



Ich weiß nicht, wo meine Wohnung ist, ein Zuhälter will mich umbringen, der Hausmeister sicher auch, der Busfahrer wird mich bestimmt nicht mehr befördern und ich habe 1.000,- € ausgeschlagen. Ist mir aber alles Egal, denn:

"Ist die Blase erst entleert,
lebt es sich ganz unbeschwert!"