Absoluter Hammer2 x 2 Goldauszeichnungen von Misses Kennedy und Animal*

Diverses:Die Reise zum Loch im Meer

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Prolog

David Jones fuhr mit rasender Geschwindigkeit einem Abgrund zu, der wie ein riesiger Abfluss aussah. Ihm wäre die Metapher bestimmt auch eingefallen, wenn er sich in seinem Leben auch nur ein einziges Mal gebadet hätte. So war dies sein erster Vollkörperkontakt mit dem nassen Element, als er mit seinem Schiff, der Flying Dutchman mit Mann und Ratte in den Fluten des Atlantiks verschwand. (Die Bezeichnung Maus hatte an dieser Stelle schon immer einen Haken. Mäuse hatten ähnlich wie David Jones eine Aversion gegen Wasser, obwohl sie es im Gegensatz zu ihm auch tranken. Das Gegenteil dazu sind die Ratten. Ihr schon peinlicher Hang zur Sauberkeit hatte dazu geführt, dass ihre Siedlungen aus allen Nähten platzen, was auch ein Grund für ihre Anwesenheit auf Schiffen war. Sie haben das Auswandern quasi erfunden.)
Die Legende über die Flying Dutchman indes hatten findige Bankangestellte von der Bank der Bahamas erfunden, als sie bemerkten, dass David Jones sein zu 5,78913% verzinsten Einlagen wohl niemals wieder persönlich von ihnen zurück verlangen würde.

Kapitel 1: Königreich des Lichts

Wie überredet man eine Königin

Es mag an ein Wunder grenzen, dass in einer Welt, die hauptsächlich aus in einer gewaltigen Nebelsuppe liegenden Inseln unterschiedlichster Größen und Bewohner bestand, die alle davon überzeugt waren, dass sie

  1. die einzigen intelligenten Lebewesen des Kosmos sein
  2. die Erde Flach sei
  3. sie sich garantiert überhaupt nicht um etwas drehen würde und
  4. dass der Schöpfer nach seinem ersten Versuch, Himmel, Erde und intelligentes Leben zu erschaffen, resigniert aufgegeben hatte,

dass es in solch einer Welt ein Volk gab, das wusste, in einer hohlen Kugel zu leben.

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Bew Undert war sich in dieser Hinsicht sogar ziemlich sicher. Er war Leiter des königlich astronomischen Institutes des Königreichs des Lichtes. Momentan war er damit beschäftigt, eine Reiseroute festzulegen, was gelinde gesagt eher dem Zeitvertreib diente, als wirklich nützlich war. Die Sache war nämlich die:
Das Königreich des Lichtes lag aus unerfindlichen Gründen unter einer recht großen und glatten Stelle des Zentralgestirns. Das hatte zum Einen zur Folge, dass es im Königreich fast nie vollkommen dunkel wurde, bis auf alle 10.000 Jahre 1 mal für 13 Minuten, zum anderen hatte man mit Ferngläsern und Teleskopen einen recht guten Blick auf andere Inseln der Welt, ohne jedoch genau zu wissen, wo sie den eigentlich lagen. Dies konnte man natürlich der Königin nicht sagen, vor allen Dingen dann nicht, wenn man dorthin reisen wollte.
Königin Bel Anglos wollte den Kontakt mit anderen Welten auch, jedoch spielten bei ihr weniger Gedanken von Wissensdurst und Forscherdrang eine Rolle als viel mehr Ökonomie, Geltungssucht und eine gesunde Portion Gier. Deshalb hatte sie auch schnell die vorsichtig formulierte Idee über eine Forschungsmission zu ihrer eigenen gemacht und den Bittsteller Bew Undert befohlen, eine entsprechende Mission vorzubereiten und auszuführen, ganz gegen den Willen ihres religiösen Beraters.
Die religiöse Kaste, die einzige Schublade, die man für die rückständig denkenden Hinterwäldler gefunden hatte, war schon seit Jahren der Meinung, dass Gott den Menschen in seinem Auge nur Trugbilder anderer möglicher Realitäten zeigte, um sie in Versuchung zu führen und vom rechten Weg ab zu bringen. Dann habe er endlich einen Grund, seinen Fehler bei der Erschaffung der Menschheit wieder zu beheben, ohne anschließend von lästigen Gewissensbissen geplagt zu sein.
Um sicherzustellen, dass die religiösen Belange auch weiterhin Beachtung fanden, befahl sie Bartalomäus, den obersten Priester der religiösen Kaste, an der Reise teil zu nehmen. Auf die Art wurde sie den nervenden Nörgler auch endlich los.

Wer nun glaubt, die Geschichte von der Reise zum Loch im Meer handele von diesen nun doch sehr wichtigen und bestimmt bedeutenden Personen, die wichtige Erkenntnisse erlangten, wichtige weltbewegende Begegnungen haben und sich anschließend mit belanglosen diplomatischen und nie Enden wollender Gespräche erwachsener Menschen zu folgen, deren Phantasie etwa der Beweglichkeit eines Kieselsteins in einer Betonmauer eines Bunker entspricht, sieht sich getäuscht.

Die 1. Hauptperson tritt auf

Eigentlich entsprach dies nur den Bemühungen des Autors, also ich, die Leser, also sie, in eine gewisse Stimmung zu versetzen die es Ihnen ermöglicht, in die Haut der 1. Hauptfigur zu schlüpfen, die zum Beginn dieser Geschichte noch ein Kind von etwa 11 Jahren ist und über jede Menge ungezügelter Phantasie verfügt.
Das Kind ist ein Junge und heißt…
„Ben Immdich! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht vom Goldtau naschen sollst? Benimm dich endlich!“
„Ach Maaaaam…“
„Sei jetzt artig und geh zum Bäcker und hol die Brote, die Papa auf die Reise mitnehmen soll.“ „Mama? Bin ich ein großer Junge?“
„Ja, Ben, du bist wirklich schon ein großer Junge.“
„Wenn ich schon ein großer Junge bin, dann darf ich doch bestimmt mit Papa mitfahren…!?“
Ben Immdich hatte die Feststellung schon eine ganze Weile vorbereitet, obwohl er sich am Ende über ihr zu erwartendes Ergebnis nicht mehr ganz sicher war. Er hatte vor einem Zyklus damit begonnen, besonders brav zu sein und hatte die 29 Tage damit verbracht, seiner Mutter helfend zur Hand zu gehen statt Unsinn anzustellen, zum Beispiel hatte er nicht wie zu dieser Jahreszeit üblich die Pflaumen aus Nachbars Garten zu pflücken, um sie den Wäscherinnen der Reinmachstrasse in die Maschinen zu werfen. Er hatte sich auch mit den W-Fragen zurückgehalten, mit denen er normal weise seiner Umgebung mächtig auf den Wecker ging.
Die Mutter seufzte. „Nein Ben, du darfst nicht mitfahren!“
„Warum?“
„Du bist noch zu klein.“
„Eben hast du noch gesagt, ich sei ein großer Junge.“
„Ja, habe ich…!“
„Warum darf ich dann nicht mitfahren?“
„Weil du es nicht darfst!“
Mütter glaubten, und diese Einstellung teilten sie mit der Mehrheit der Erwachsenen auf allen Welten, wenn man einen Feststellung mit fester, lauter und energischer Stimme gegenüber einem Kind äußerte, würde dieses die Bedeutung schon verstehen. Das in den meisten Fällen auftretende Schweigen des Kindes schien ihnen recht zu geben. Die Kinder indes stellten zu diesem Zeitpunkt immer fest, dass den Erwachsenen an diesem Punkt wohl die Argumente ausgingen und ihnen die Phantasie für neue fehlte. Darauf wurden sie meist von der Idee gefangen, entweder nie groß werden zu wollen oder zu mindestens nie vergessen wollten, wie es war ein Kind zu sein. Für Ben Immdich schien die 2. Möglichkeit am besten geeignet zu sein, kannte er doch ein Beispiel, wo es funktioniert hatte: seinen Vater Bew Undert dem Leiter des Königlich astronomischen Institutes. Eigentlich stammte die Idee, seinen Sohn auf die Reise mitzunehmen auch von ihm, nur hatte er sich gegen die laut vorgebrachten Argumente seiner Frau nicht durchsetzen können. So hatte Ben Immdich beschlossen, das Buch (Hefte waren im Königreich unüblich. Man befand, da würden zu wenige Worte hineinpassen.) selbst in die Hand zu nehmen. Doch seine Bemühungen waren bisher von wenig Erfolg gekrönt gewesen. Also beschloss er es mit der letzten Ultimativen Waffe:
Dem Reinem kindlichen Trotz.
„Ich gehe nicht zum Bäcker.“
„Dann geh auf dein Zimmer.“
„Okay, ich gehe auf mein Zimmer und werde da nie wieder herauskommen. Das hast du nun davon.“

Ein genialer Plan

Ben stapfte zornig an seiner Mutter vorbei und rannte dann auf sein Zimmer. Nun musste er nur noch die Zimmertür ordentlich zuwerfen, damit es auch echt klang. So etwas erwartete man einfach von ihm als trotziges Kind. Dann begab er sich zu seiner Werkbank und holte den umgebauten Quirl seiner Mutter, die ihn schon eine geraume Zeit vermisste, und ein paar Bretter aus dem Versteck. Sorgfältig begann er die Tür mit Brettern zu zuschrauben. Als das geschafft war, öffnete er den Schrank und holte die Expeditionsutensilien hervor.

  • das Multifunktionsalleskönner Klappmesser, das er als Treibgut am Strand gefunden hatte.
  • den Unsichtbarkeitsmantel, der Ihm bei seinen nächtlichen Streifzügen immer gute dienste geleistet hatte.
  • 1. Paar Gummistiefel
  • Wäsche für 3 Tage und Socken für 3 Monate (er hatte mal in einem Buch gelesen, dass es auf Expeditionen immer sehr wichtig sei, trockene Füße zu haben, vor allem wenn es regnet. Leider stand in dem Buch nicht, was Regen war, aber es schien es auf Expeditionen sehr häufig zu geben und es schien nass zu sein, wie Nebel.)
  • ein Werkzeugkoffer
  • eine Sonnenbrille (Der Tipp stammte von seinem Vater. Er sagte in der Außenwelt würden alle Menschen Sonnenbrillen tragen. Er hatte sie Ben geschenkt.)
  • Ein Überlebenspack von Oma (3 Säckchen Betonkekse und eine kleine Flasche 89% Kräuterlikör)

Dann begann Ben Immdich die Bretter zur Wand des Schlafzimmers seiner Eltern abzunehmen. Das Loch bildete einen Zugang zu einem der Reiseschränke seines Vaters, den man noch nicht abgeholt hatte und verstaute seine Reiseuntensilien. Jetzt blieb nur noch eins zutun. Er öffnete seinen Bettschrank und holte einen Käfig hervor. In dem Käfig saß ein Sprechvogel, eines der wohl seltsamsten Geschöpfe in der Andersrum-Welt.
Sprechvögel waren wie der Name schon sagt, Vögel, sie konnten wirklich und wahrhaftig fliegen. Wie diese Wesen ins Königreich gekommen waren, war ein Rätsel, das die Bewohner seit 500 Jahren beschäftigte. Fest stand nur, plötzlich war einer da und danach wurde es immer mehr. Und sie konnten sprechen, allerdings ergab das, was sie sagten, meist keinen Sinn. Einer der beliebtesten Sätze der Sprechvögel war:
„An die Brassen, ihr Landratten oder ich lasse euch Kielholen.“
Ben Immdich hatte es viel Mühe gekostet, eines der Wesen zu fangen und anschließend hatte er mit mäßigem Erfolg seinen Sprachschatz erweitert. Das was der Vogel jetzt wusste, musste als Ablenkung genügen. Zumindest wusste Ben Immdich aus früheren Erfahrungen, dass manche Sätze im 1 Periode Stubenarrest bei Wasser und Brot einbringen konnten, was ihm jetzt nur gelegen kam. Vorsorglich stellte er dem Vogel schon mal für 5 Tage Futter in den Käfig. Danach verließ er sein Zimmer und machte es sich in dem Reiseschrank gemütlich.
Es war früher Abend als sein Vater nach Hause kam. Mutter schien sich über sein unmögliches Benehmen zu beschweren. Vater versuchte auf sie einzureden, aber Mutter schien vorerst hart zu bleiben.
Vater schien noch eine andere unangenehme Botschaft zu haben. „Was? Schon heute Nacht?“ Darauf schienen ein paar Erklärungen zu folgen, die irgendwas mit Leuchtkraft, Wellenstand und Leviathanaktivität zutun haben schienen und mit den Profezeiungen eines gewissen Bartalomäus. „Was? Der alte Geizknochen fährt auch mit?“ Danach schien sich die Unterhaltung in die Küche zu verlagern. Ben Immdich hörte nicht mehr viel. Es dauerte eine Zeit, bis es an der Tür klingelte. Männer kamen, um den letzten Reiseschrank zu holen. Man hörte Mutter in den Flur kommen.

Worte der Versöhnung?

„Ich werde Ben holen, dann können wir dich gemeinsam verabschieden.“
Er hörte Mutter den Flur entlang kommen und an seine Tür klopfen. „Ben?“
„David Jones, mein Name ist David Jones Immdich.“
„Ben, benimm dich!“
„Kielscheine und Sackratten, macht keine Gefangenen!“
Der Vogel schien aufgeregt zu sein und alles vergessen zu haben, was er ihm beigebracht hatte.
„Ben! Wenn du dich nicht augenblicklich beruhigst, nehmen wir dich nicht zur Verabschiedung mit!“
„Aber ich mag meine Suppe nicht, Mama!“ Der Vogel schien sich gefangen zu haben… „Aufgeblasene Hure!“ … oder auch nicht.
Mutter bebete vor Zorn. Das Beben spürte man bis in den Reiseschrank. „2 PERIODEN STUBENARREST“ schrie sie. „Und wenn du es dann nicht lernst, bleibst du in deinem Zimmer, bis dein Vater wieder zurückkommt.“
„Alles Klar zum Entern!“

Inhaltsangabe
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Kapitelauswahl
Prolog; Kapitel 1: Königreich des Lichts
Kapitel 2: Technocratia
Kapitel 3: Necronomica
Kapitel 4: Elver
Kapitel 5: Das Loch im Meer
Kapitel 6: Master of Clouds
Kapitel 7: Das Ende des Wolke 7 Reiches
Kapitel 8: Das Verdinga-Imperium oder Der Verrat
Kapitel 9: Kinderland
Kapitel 10: Scoutopia
Kapitel 11: Ozeanienkonflikt
Kapitel 12: Die Reise zum Fluss ohne Wiederkehr
Kapitel 13: Pfad der Toten
Kapitel 14: Reich der Riesen
Kapitel 15: Glückliche Heimkunft; Epilog


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Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
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