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Bußhaltestelle

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Wo gehts'n jetzt lang? Dieser Artikel bezeichnet die Bußhaltestelle als Beicht- und Betort. Mit der Bushaltestelle als Aktionskunstwerk befasst sich dieser Artikel.
Eine klassische Bußhaltestelle, sogar außnahmsweise ohne Bemalung.

Eine Bußhaltestelle ist der lebende Beweis, dass das ß doch noch gebraucht wird. Neben ihrer linguistisch durchaus interessanten Funktion ist eine Bußhaltestelle ein Ort, an dem der gläubige Katholik einsteigen kann, dem Busfahrer Bußpfarrer seine Sünden anvertrauen und anschließend wieder gut gelaunt aussteigen kann. Hier braucht man nicht mal eine Fahrkarte und muss dementsprechend auch kein Bußgeld zahlen, wenn man eine solche nicht hat. Die Benutzung der Bußhaltestelle gibt es nur per Jahreskarte mit der Kirchensteuer.

Bußhaltestellen gibt es flächendeckend und in jedem noch so kleinem Dörfchen und ermöglichen jedem Gläubigen leichte Beichte. Hierbei muss er einige Zeit warten, und darf dann exklusiv in einem Zwei-Mann-Bus einsteigen und sich auf dem Beichtstuhl niederlassen. Dieser Sitz ist zwar nicht sonderlich bequem, aber dafür komplett frei von Kaugummis, was auch was ist. Nachdem der Sünder hier alle seine Sünden gebeichtet hat (deren Umfang ist maßgeblich für die Dauer der Fahrt), steigt er aus und alles ist gut.

Früher, also so vor 900 Jahren ungefähr, gab es die Bußhaltestellen übrigens noch nicht in jedem Bauerndorf, sondern nur an ausgewählten Plätzen wie Santiago de Compostela, Rom oder gar Jerusalem. Um zur Bußhaltestelle zu gelangen, bedurfte es vorher also einer Bußfahrt mit einem ganz anderen öffentlichen Verkehrsmittel, dem sogenannten Kreuzzug. Durch groß angelegte staatliche Förderprogramme in den öffentlichen Nahverkehr kann der reuige Sünder aber nun von überall seine weise Reise antreten.

Das Ziel einer jeden Bußfahrt ist übrigens ein ganz krasses. Durch regelmäßiges Frequentieren von Bußhaltestellen erreicht man nämlich ein Ziel, das sonst kein Bus anfährt: den Himmel, auch Endstation Leben genannt. Leider kann niemand sagen, warum, denn Fahrpläne hängen an Bußhaltestellen nämlich äußerst selten aus.