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Alpha-Mädchen

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Inhaltsverzeichnis
  1. Kampf gegen Sexismus
  2. α-Mädchen über Ost-Frauen
  3. Kämpfen für Gendermainstreaming
  4. Kampf gegen Klischees

Die α-Mädchen sind privilegierte Mitglieder_innen der heteronormativen Dominanzgesellschaft. Sie, die kleinen Prinzessinnen, die immer alles bekommen haben – natürlich biologisch dynamisch, antiautoritär und nach Montessori, sind erwachsen geworden, oder besser gesagt, so um die 30, für heutige Verhältnisse gebildet und haben einen interessanten Job (irgendwas mit Medien). Es handelt sich um etwas mehr als drei Feministinnen, aber keine von der Sorte alte, schlecht gekleidete Kampfzicke. Sie sind nämlich sehr attraktiv und können alles tragen. Überdies sind sie selbstbewusst, unkompliziert und total offen, gegen Globalisierung und wogegen man/frau halt so ist und für die Umwelt und wofür man/frau sonst so ist. Manchmal fahren sie sogar Fahrrad. Natürlich sind sie auch total tolerant gegenüber anderen Kulturen, Andersdenkenden, jeder sexuellen Orientierung (außer weißen, heterosexuellen, christlichen Männern natürlich), Prostitution in Fair-Trade-Bordellen(1), Porno und Burka. Entscheidend ist allein die Selbstbestimmung. Logischerweise sind die α-Mädchen auch sexuell aufgeschlossen, tolerant und experimentierfreudig. Sie machen quasi alles mit, selbstbestimmt, um mitreden zu können.

Frauen von heute können alles sein. Sie können sowohl die Leberwurst als auch die Salami von »Du darfst« essen! Und alles zusammen auf einer Stulle. Der Feminismus gehört für α-Mädchen einfach zu ihrem Image dazu. Modern, flexibel, trendy, sexy ein ganz klitzekleines bissele frech – manchmal – und politisch. Nein, wer jetzt eine Richtungsangabe erwartet, ist schief gewickelt. Die Zeiten, da Feminismus politisch »etwas« war, links oder irgendwie liberal, was auch immer, diese Zeiten sind vorbei. α-Mädchen sind politisch. Und zwar politisch korrekt!



Die alten Kampfemanzen werfen den α-Mädchen vor, sie würden die Diskriminierung im System nicht erkennen, sondern nur halbherzig und kurzsichtig an Symptomen herum mosern. Sie wären selbstverliebte, satte und bequeme Sofa-Fußballer. »Ein voller Bauch studiert nicht gern« – ein voller Bauch emanzipiert sich nicht gern. Sie hätten es zu leicht und wüssten gar nicht, was wirkliche Diskriminierung bedeute. Aber dadurch lassen die α-Mädchen sich nicht bagatellisieren und diffamieren. Sie haben durchaus Probleme! Und sie werden diskriminiert!

Die Zeiten der männerhassenden Schwanzabschneiderinnen sind vorbei, Männer. Vor α-Mädchen muss sich niemand fürchten. Die wollen nur spielen.

Kampf gegen Sexismus

Zum Beispiel Sexismus. Ihn entlarven α-Mädchen, wo immer er ihnen begegnet. Nackte Ärsche in der Werbung und retuschierte Tittelseiten gehören zu ihren Lieblingsfeindbildern. Angesichts dessen können sie richtig zickig werden. Und darum kaufen sie im Sinne des Feminismus den Kram von Doove, weil sie in deren Normalfrau-in-Stützunterwäsche-Werbung gar keine Spur von Sexismus erkennen können. Auch nicht, wenn er ihnen mit ganz einfachen Worten erklärt wird und man/frau das Ganze perfide nennt.

α-Mädchen über Ost-Frauen

Emanzipiert ist man/frau im Kopf. Zum Beispiel die Ost-Frauen, die hatten zwar damals '89 alle einen Job und ihr eigenes Geld, aber praktisch keine Ahnung von Feminismus. Wenn man/frau die danach fragte, was sie machen, dann sagten die, ich bin Ingenieur, Arzt, Mechaniker. Die haben ihre Weiblichkeit regelrecht verleugnet! Wenn man/frau dann erwiderte – also nicht die α-Mädchen, die waren ja damals noch Kinder in der Grundschule – antwortete man/frau also, eine Frau könne gar kein Ingenieur sein, sondern höchstens eine Ingenieur_in und auch das komme so gut wie gar nicht vor, dann wurden sie patzig, nach dem Motto: Das einzige, was ihr zur Einkommenserzielung werden könnt ist »geschieden« und wollt uns was von Ingenieuren erzählen. Mittlerweile wissen die jungen Ost-Frauen, wo es feministisch lang geht und nennen sich Friseurin oder Arzthelferin. Dank dem Feminismus konnten die Ost-Frauen ihr Frausein wiederentdecken. Nun kaufen sie auch Schuhe, parken schlecht ein, machen ständig Diät und faseln was von Multitasking, wenn sie gleichzeitig die Suppe umrühren, telefonieren und die Waschmaschine laufen haben. Freiwillig und selbstbestimmt. Emanzipiert im Kopf.

Kämpfen für Gendermainstreaming

Gender ist das Lieblingsthema der α-Mädchen. Jedes erdenkliche Problem können sie in beeindruckend logischen Kausalketten auf die gesellschaftliche Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht(2) zurückführen. Trotzdem kann es schon mal vorkommen, dass sie eine Diskriminierung gar nicht bemerken, weil eine Text_in so schön durchgegendert war mit »The Gap«, dieser hippen Unterstrich_Lücke anstelle des Binnen-I, und allem Drum_in und Dran_in. Das Binnen-I der AltfeministInnen, diesen verklemmten Strich, haben die α-Mädchen überwunden und sich aus den Anfängen des Computerzeitalters, als es – warum auch immer – noch keine Dateinamen mit Leerzeichen gab, den coolen Unterstrich zugelegt. Er steht symbolisch für den Abstand zwischen Frauen und Männern, z.B. den Gender Pay Gap (wer diesen Begriff nicht kennt, ist ein Sexist!). Zwar behaupten manche, das kleine _in nach dem liegenden Strich würde den feministischen Aspekt aussehen lassen wie ein Anhängsel, einen Wurmfortsatz. Aber diesen Schuh ziehen die α-Mädchen sich ausnahmsweise mal nicht an. Der Strich_mit_Lücke ist absolut stylisch und total »in«. Auch wenn es längst Datei Namen mit Leer Zeichen gibt und die α-Mädchen auch in diesem Fall keine Ahnung haben, warum das nun plötzlich geht. Da sich die feministische Trend_Lücke eher fürs Schriftliche eignet, sprechen α-Mädchen nicht von Studentinnen und Studenten, sondern ausschließlich von Studierenden, Arbeitenden, Lebenden, Kochenden usw. Wo man früher noch sexistisch und rassistisch von deutschen Spitzenköchen sprach, reden α-Mädchen von Lebenden Kochenden und verzichten auf den ethnischen Verweis sowie die Herabsetzung der anderen Lebenden Kochenden.

Kampf gegen Klischees

Queerfeministische Diskursanalyse

Klischees mögen α-Mädchen auch nicht. Dagegen sprechen sie sich aus. Und zwar entschieden. Allerdings sehen sie das im Alltag dann doch locker. Und mal ehrlich, Schuhe kaufen ist doch für Frauen besser als Sex (and the City) und außerdem genetisch. Dass α-Mädchen nicht einparken können wollen, beweist doch nur, dass sie richtige Frauen sind. Ihre kommunikative, soziale und empathische Kompetenz setzen α-Mädchen ganz gezielt im Genderdiskurs ein. Denn natürlich sind sie auch konfliktfähig! Ja, sie kämpfen. Sie begreifen den Feminismus ganzheitlich. Zum Beispiel in ihrem rosa-pink geblümten Blog. Dort kopieren sie alles rein, was sie im Internet zu Queer, Transgender, Transsexuell, Intersexuell, Homosexuell, Bisexuell, Asexuell, Lesbischwul, Menschen mit Handycap, Menschen mit Basecap, Menschen nicht deutscher Herkunft, Menschen mit Herausforderung, dicke Menschen, dünne Menschen, Menschen Menschen usw. finden können. Außerdem schreiben sie gegen Genitalverstümmelung in Burkina Faso oder über homoschwulesbisexuelle Paare in Malawi. Es gibt ja so viele Probleme in der Welt. Und je weiter sie weg sind, umso engagierter schreiben die α-Mädchen darüber.
Alibi Fern-Entrüstung mit leidlichem Symbolwert, keifen die Kampflatzhosen und machen es sich einfach. Denn so eine Diskussion im Blog kann sehr kompliziert werden, wenn man/frau politisch dermaßen korrekt, anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen und tolerant ist wie die α-Mädchen. Von der Selbstbestimmung und den Andersdenkenden ganz zu schweigen. Trotzdem gibt es immer wieder sehr schöne konsensuelle Debatten mit Gleichgesinnten. Wenn die Nichtgleichgesinnten, also Andersdenkenden, die α-Mädchen kritisieren, Widerworte geben oder glauben, bei den α-Mädchen im Blog herrsche Meinungsfreiheit, dann zitieren sie ganz lässig einen Absatz aus ihrer soz.-päd. Diplomarbeit und intonieren auf der Klaviatur feministisch-diskurshegemonialer Genderrhetorik ein Requiem auf den Störenfried. Ja, Störenfried. Das gendern sie jetzt absichtlich nicht in Störenfried_in! (Sexistisches Schwein, das!) In ihrem Blog wird politisch korrekt diskutiert. Alles andere moderieren sie konsequent raus. Soviel Souveränität muss sein. Was Männer im Internet können, können α-Mädchen nämlich schon lange. Das ist dann gelebter Feminismus und Gendermainstreaming wider androzentristisches Hegemonialverhalten und die heteronormative Matrix. Hegemonie klingt irgendwie cool, obwohl es nicht aus dem Englischen kommt. Die α-Mädchen tragen solche Begriffe als Modeschmuck – sinnlich, wie sie sind. Legendär ist übrigens ihr Sinn für Humor.

Nein, α-Mädchen sind nicht oberflächlich. Sie sind halt Kinder unserer Zeit, kleine Mädchen, harmlos. α-Mädchen. Diesen Namen haben sie sich nicht mal selbst ausgedacht, sondern beim Spiegel geklaut: »Wir haben abgeschrieben!« Jedenfalls kann man/frau ihnen nicht vorwerfen, sie selbst ernannt zu haben.

Ob die α-Mädchen irgendwann die Beta-Version erreichen?


(1) In Fair-Trade-Bordellen werden keine südamerikanischen Huren ohne Zwischenhandel angeboten, sondern fair gehandelte Kondome aus Bio-Gummi, klimaneutral und vegan.

(2) Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht hat nichts zu tun mit Brustvergrößerung / -verkleinerung oder Geschlechtsumwandlung.

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