Aktenordner
Aktenordner, der. Belegt Platz eins der am häufigsten benutzten Mordwaffen im Büroalltag.
Bearbeiten Erfindung
Der Aktenordner wurde 1886 von Friedrich Soennecken erfunden; ursprünglich, um Akten abzuheften. Hierbei schoss er mit zwei Pistolen Löcher in einem exakten Abstand voneinander in das abzuheftende Blatt Papier und heftete dies im Aktenordner ab. Da die Erfolgsquote beim korrekten Durchschießen des Blattes ziemlich gering und eine Bürotätigkeit innerhalb von einem Monat noch vor den alten Gladiatorenkämpfen in Rom zu den tödlichsten Jobs im Alltag gezählt wurde, erfand Soennecken netterweise auch noch gleich den Locher. Innerhalb von sechs Monaten hat er damit zwei Dinge erfunden, die ihn so reich machten, dass er es sich den Rest seines Lebens leisten konnte, seine Blätter immer noch mit Pistolen zu durchschießen. Die Arbeiter konnte er ersetzen.
Bearbeiten Leistungsfähigkeitssteigerung
Und je länger der Aktenordner auf dem Markt war, desto mehr musste er aushalten. Nach anfänglichen, im Vergleich zu heute mickrigen Anzahl an Blättern und sonstigem Papierkram, die in einem Aktenordner abgeheftet wurden, steigerte sich allmählich die Belastung. Der ursprünglich vielleicht nur wenige Gramm leichte, leere Aktenordner wurde immer voller und voller und wog dabei schon bald mehrere Kilogramm. Dabei riss auch schon mal der Ordner und die Massen an Blätter und Papier stürzten auf die arme Person, die den Aktenordner gerade hoch hob, um ihn korrekt in ein Regal einzusortieren. In der Regel musste dann der Krankenwagen gerufen werden, seltener auch das örtliche Bestattungsunternehmen.
Louis Leitz nahm sich dieser Problematik an und entwickelte stabilere Aktenordner, die nicht so schnell reißen konnten. Diese Art von Aktenordnern kennt man heute auch noch: Robuste Pappe oder Karton und drinnen Metallschienen zum ordentlichen Abheften. Dadurch wogen die Aktenordner im leeren Zustand vielleicht etwas mehr, aber sie fielen nicht mehr so leicht auseinander und konnten dadurch kaum noch jemanden aus Versehen erschlagen.
Bearbeiten Mordwaffe 2.0
Durch das steigende Gewicht und der Entdeckung, dass die Metallringe zum Abheften der Blätter tatsächlich aus Metall sind und nicht aus Bambusstäbchen, stiegen auch die Möglichkeiten, durch einen Arbeitskollegen äußerst unglücklich zu Tode zu kommen, indem man beispielsweise nun "aus Versehen" einen Aktenordner auf den Kollegen fallen lässt, während man ihn gerade in das zufällig immens hohe Regal einordnet (damit der Ordner auch eine entsprechend tödliche Geschwindigkeit bekommen konnte) oder indem man "aus Versehen" über seine eigenen Füße stolpert, die Metallringe "aus Versehen" gerade offen waren und diese "aus Versehen" genau so unglücklich ausgerichtet sind, dass sie einen tödlich treffen. Kann ja mal passieren.
Durch all diese Missgeschicke, entweder einzeln, kombiniert oder sogar noch durch andere Zufälle, die manchmal sogar eine Fischsuppe oder einen Aktenordner mit geöffneten Metallringen im Sushi beinhalteten, quillen bei der Polizei mittlerweile die Aktenschränke mit Berichten solcher Todesumstände nahezu über. Der Aktenschrank ist im Übrigen schon sechs Mal mysteriöserweise auf diverse Polizeibeamte gefallen.